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EnergiewendeStadtwerke Aachen planen 13 Solarparks und vier Windräder bei Mechernich

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Das Euskirchener Unternehmen F&S Solar baut an der A1 bei Weilerswist einen Solarpark an der Autobahn. Betrieben wird er von der e-regio.

Entlang der A1 – hier der damals noch im Bau befindliche Solarpark unweit des Bliesheimer Kreuzes bei Weilerswist – sind jetzt auch im Bereich zwischen den Anschlussstellen Mechernich und Nettersheim Freiflächenanlagen geplant.

Eine Tochtergesellschaft der Aachener Stadtwerke will den 200-Meter-Korridor an der Autobahn nutzen und zusätzlich vier Windräder am Stockert bauen.

Der 200-Meter-Korridor entlang von Autobahnen ist ein wichtiger Baustein für den beschleunigten Ausbau der Freiflächen-Photovoltaik in Deutschland: Flächen in diesem Bereich gelten bereits seit Januar 2023 als privilegierte Standorte. Investoren erleichtert das die Realisierung ihrer Pläne, denn es ist kein Bebauungsplan erforderlich, und die betroffenen Städte und Gemeinden müssen den Projekten nicht zustimmen. Wenn die Planer alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, besteht ein Rechtsanspruch.

Trotzdem stellten Vertreter der STAWAG Energie, einer Tochtergesellschaft der Stadt- und Städteregionswerke Aachen AG, in der jüngsten Sitzung des Betriebs-, Umwelt- und Energieausschuss des Mechernicher Stadtrats ihre Pläne für den Bau eines Solarparks entlang der A1 bei Mechernich vor. Zwischen Holzheim und Harzheim hat die STAWAG nach eigenen Angaben 13 Teilflächen in den Blick genommen. Zusammen umfassen sie eine Fläche von rund 44,1 Hektar.

Bevor mit dem Bau begonnen wird, müssen Gutachten erstellt werden

Geplant sei eine potenzielle Anlagenleistung von etwa 48,7 Megawatt in der Spitze, rechneten die Flächen- und Projektentwickler der STAWAG Energie, Thorsten Hamm, Nils Eicker und Jo Kraus, den Ausschussmitgliedern vor. Die Flächen würden derzeit überwiegend landwirtschaftlich genutzt, und der Bauantrag sei bereits eingereicht. Neben der technischen Planung seien, das berichtet die Stadt Mechernich nach der Ausschusssitzung, jedoch noch zahlreiche Prüfungen und Gutachten notwendig, darunter artenschutzrechtliche Untersuchungen, ein Blendgutachten und Baugrunduntersuchungen.

Die PV-Module sollen auf gerammten Pfosten montiert werden. Die Versiegelung werde auf ein Minimum begrenzt, etwa für Trafostationen und Zufahrten. Geplant sei der Solarpark zunächst als Volleinspeise-Anlage. Dafür werde ein neues Umspannwerk notwendig sein. Dieses sei wirtschaftlich mit einem ebenfalls von der STAWAG geplanten Windpark sinnvoll. Die Anlagen seien grundsätzlich fernsteuerbar und könnten abgeregelt werden.

Nach Angaben der STAWAG soll der Biotopwertverlust durch Maßnahmen im Park selbst und in angrenzenden Bereichen ausgeglichen und sogar überkompensiert werden. Extensive Wiesenpflege, die Begrünung der Zaunanlagen sowie Ausgleichsmaßnahmen für betroffene Arten wie die Feldlerche seien geplant. Der Zaun könne außerdem von Kleinsäugern und Amphibien passiert werden.

Mechernicher Politiker wünschen sich, dass Stadt und Bürger profitieren

Björn Wassong (CDU) äußerte nach der Projektvorstellung im Ausschuss den Wunsch, dass Mechernich und die Bürgerinnen und Bürger nicht nur Standort der geplanten Anlagen sind, sondern auch von dem Projekt profitieren, und sprach das Thema „Bürgerbeteiligung“ an. Die Akzeptanz steige erheblich, wenn die Menschen vor Ort eine Wertschätzung spürten.

Thorsten Hamm zeigte sich dazu offen. Bei STAWAG-Projekten sei es durchaus üblich, jährliche Zahlungen in Stiftungen oder Fördermodelle für Vereine vorzusehen. Konkrete Modelle könnten aber erst entwickelt werden, wenn ein Projekt wirtschaftlich belastbar stehe. Auch bei Wartung und Betrieb solle nach Möglichkeit lokale Wertschöpfung entstehen. Während der Bau selbst durch spezialisierte Unternehmen ausgeführt werde, könne bei Wartung und kleineren technischen Einsätzen mit lokalen Firmen zusammengearbeitet werden.

Aus der Politik wurde laut Mitteilung der Stadt zudem angeregt, stärker über Bürgerstrommodelle, Beteiligungen, lokale Energieversorgung oder ein Pooling-Modell nachzudenken, wie es schon andere Kommunen betreiben. Dabei wird lokal erzeugter Strom bilanziell an anderer Stelle genutzt. Auf diese Weise könnte zum Beispiel die Stadt ihre eigene Stromrechnung reduzieren.


STAWAG plant Windpark mit vier Anlagen am Stockert

In Nachbarschaft zum Astropeiler auf Bad Münstereifeler Stadtgebiet plant die STAWAG Energie außerdem östlich von Holzheim und Weiler am Berge einen Windpark mit vier Windenergieanlagen. Bei Geländehöhen von knapp 400 Metern seien Anlagen mit einer Gesamthöhe von etwa 180 bis 200 Metern möglich, so Projektentwickler Nils Eicker.

Luftaufnahme des Astropeilers Stockert bei Eschweiler

Unweit des Astropeilers am Stockert will die STAWAG auf dem Gebiet der Stadt Mechernich vier Windkraftanlagen errichten.

Das Projektgebiet umfasst rund 25 Hektar in einem „Windenergiebeschleunigungsgebiet“ des Teilregionalplans Erneuerbare Energien für den Regierungsbezirk Köln. Ein Genehmigungsantrag werde derzeit für 2027 angepeilt. Realistisch in Betrieb gehen die Anlagen aber eher 2032 oder 2033. Gründe seien vor allem der schwierige Netzanschluss, mögliche Verzögerungen bei Herstellern und die unsichere Nachfolgeregelung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.

Der Solarpark an der A1 könnte auf rund 50 Megawatt installierte Leistung kommen, der Windpark auf etwa 25 Megawatt. Zusammen wären so jährlich etwa 50.000 bis 60.000 Megawattstunden Stromproduktion möglich. Bilanziell könnten damit mehr als 25.000 Drei-Personen-Haushalte versorgt werden. Die CO2-Einsparung wurde mit rund 75.000 Tonnen beziffert.