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StraßensanierungWeite Umwege wegen Sperrung auf der B51 bei Blankenheim

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Ein Einbahnstraßenschild liegt im Graben neben der B51.

Die Schilder für die einseitige Sperrung der B51 liegen schon bereit.

Die Bundesstraße 51 wird zwischen Blankenheim und der A1 saniert. Sechs Wochen lang ist sie nur in eine Richtung befahrbar.

Autofahrer müssen sich ab Dienstag, 21. Juli, auf erhebliche Einschränkungen auf der B51 bei Blankenheim einstellen. Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) beginnt mit der Sanierung eines rund 2,2 Kilometer langen Abschnitts zwischen der Anschlussstelle Blankenheim der Autobahn 1 und dem Abzweig zum Gewerbegebiet Mürel an der B258.

Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis zum Ende der Sommerferien am 1. September dauern. Während dieser Zeit wird die B51 halbseitig gesperrt. Der Verkehr kann lediglich in Fahrtrichtung Gewerbegebiet Mürel beziehungsweise Trier auf der Bundesstraße bleiben. Für die Gegenrichtung in Richtung Köln, Euskirchen, Mayen und zur A1 wird eine weiträumige Umleitung eingerichtet.

Umleitung führt vom Gewerbegebiet über Ahrhütte und über die L115

Diese führt vom Gewerbegebiet Mürel über die B258 nach Ahrhütte und anschließend über die L115 zurück zur Anschlussstelle Blankenheim der A1. Zudem werden sämtliche Zufahrten und Einmündungen entlang des Baustellenbereichs gesperrt, sofern von dort normalerweise eine Auffahrt auf die B51 in Richtung Autobahn möglich wäre.

Für Kritik sorgt der Zeitpunkt der Information über die Baumaßnahme. Nach Angaben eines Unternehmens wurde die Öffentlichkeit erst wenige Tage vor Beginn der Maßnahme offiziell informiert. „Die Kurzfristigkeit, aber auch die Dauer der Maßnahme ist schon krass“, sagt Simon Jung, Pressesprecher des ortsansässigen Unternehmens Kurth Autokrane.

Besonders Betriebe entlang der B51 befürchten Umsatzeinbußen

Auch die Verkehrsführung sorgt für Ärger. Gewerbetreibende befürchten erhebliche Einbußen, weil Kunden und Lieferverkehr den weiten Umweg scheuen könnten. Besonders betroffen seien Betriebe entlang der B51, die stark vom Durchgangsverkehr leben.

Und auch für den Bereich der Gefahrenabwehr hat die Sperrung Folgen. Gerade für Einsatzfahrten bedeute die Umleitung einen erheblichen Zeitverlust, sagt Jung, der mit dem Unternehmen selbst oft bei Einsätzen unterstützend angefordert wird – wenn beispielsweise ein schwerer Kran zu Bergung benötigt wird. „Dann müssen wir erstmal über Ahrhütte fahren. Das ist viel Umweg und ein großer Zeitverlust“, sagt Junge.

Er frage sich auch, welche Auswirkungen die Sperrung auf die Alarm- und Ausrückeordnung der Feuerwehr haben werde. Sollte sich auf dem gesperrten Streckenabschnitt ein schwerer Unfall ereignen, könnten Einsatzkräfte aus der Gegenrichtung die Baustelle nicht auf direktem Weg erreichen.

Der Forstwalder Hof hat überraschend mehr als zwei Wochen Zwangsferien

Zwangsferien gibt es überraschend auch für den Forstwalder Hof, der gegenüber der Einfahrt nach Mülheim liegt. „Vor ungefähr drei Wochen kamen Vertreter von Straßen NRW, die mich darüber informierten, dass im Zuge der Sperrung auch die Zufahrt zu unserem Betrieb nicht erreichbar sei“, sagte Friedel Tillenburg, dessen Frau Helena Sterz den Imbiss und die Metzgerei direkt an der B51 führt. Als er mit einem Vertreter der Baufirma ins Detail gegangen sei, sei plötzlich klar geworden, dass über zwei volle Wochen das Gelände seines Betriebes nicht angefahren werden könne. „Wenn die zwei Spuren auf unserer Seite gemacht werden, dann kommt niemand hierher“, so Tillenburg.

Das stellt für den Forstwalder Hof mit seinen fünf Mitarbeitern ein Problem dar. Und so fiel der Entschluss, den Betrieb für zwei Wochen dicht zu machen und alle Mitarbeiter in Urlaub zu schicken. Für Tillenburg mehr als ein Ärgernis: Er müsse nun in einer der umsatzstärksten Zeiten des Jahres schließen, wenn Ferienreisende und Ausflügler auf der B51 unterwegs seien.

Bürgermeisterin Meuren beklagt sich über zu späte Informationen

Die kurzfristige Ankündigung der Sanierungsarbeiten stößt auch in der Kommunalpolitik auf Kritik. Die Blankenheimer Bürgermeisterin Jennifer Meuren sagte, die Gemeinde hätte sich die endgültigen Informationen deutlich früher gewünscht. In den vergangenen Wochen habe die Verwaltung mehrfach bei Straßen.NRW nachgefragt, um die Bürger rechtzeitig informieren zu können.

Grundsätzlich begrüße sie die notwendigen Sanierungsarbeiten. Einschränkungen während der Bauzeit seien bei solchen Maßnahmen leider nicht zu vermeiden. Das erlebe man auch bei eigenen Bauprojekten. Entscheidend sei nun, dass die Bauzeit auf das notwendige Minimum begrenzt werde. Meuren erwartet, dass Straßen.NRW die Arbeiten eng überwacht und den zugesagten Zeitplan konsequent einhält.

Besondere Bauweise führt zu einer um drei Wochen reduzierten Bauzeit

Nach Angaben von Straßen.NRW soll die Bauzeit auf der B51 durch den Einsatz einer besonderen Bauweise deutlich verkürzt werden. Verwendet wird temperaturabgesenkter Asphalt in sogenannter Kompaktbauweise. Dabei werden mehrere Asphaltschichten unmittelbar hintereinander eingebaut, ohne dass die darunterliegende Schicht zunächst auskühlen muss. Auf diese Weise kann die Bauzeit nach Angaben des Landesbetriebs um drei Wochen reduziert werden.

Neben dem Zeitgewinn verspricht sich Straßen.NRW auch ökologische und gesundheitliche Vorteile. Der temperaturabgesenkte Asphalt wird mit einer um mindestens 20 Grad niedrigeren Temperatur hergestellt und eingebaut als herkömmlicher Asphalt. Darüber hinaus kommt beim Einbau eine Absauganlage am Straßenfertiger zum Einsatz. Sie reduziert die Belastung der Beschäftigten durch Dämpfe und Aerosole, die bei der Heißverarbeitung von Bitumen entstehen können.

Straßen.NRW setzt nach eigenen Angaben temperaturabgesenkten Asphalt bereits seit 2021 ein. Nach ersten Teststrecken wurde das Verfahren nach und nach ausgeweitet. Bis Ende 2025 sind nach Angaben des Landesbetriebs bereits mehr als 70 Baumaßnahmen mit dieser Technik umgesetzt worden. (mit sev)