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„Hey, wie siehst du gerade meine Rolle?“Bayer-Star Andrich plant Anruf bei Bundestrainer Nagelsmann

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LEVERKUSEN, GERMANY - 13 DECEMBER, 2025: Robert Andrich, goal - Bundesliga match Bayer 04 Leverkusen vs 1.FC Koeln at BayArena. PUBLICATIONxNOTxINxRUS Copyright: xVitaliixKliuievx

Leverkusens Robert Andrich jubelt mit Nathan Tella über seinen Treffer im Derby gegen den 1.FC Köln.

Robert Andrich will unbedingt bei der WM 2026 dabei sein und möchte mal beim Bundestrainer nachhören, was dazu nötig ist.

Gegen Ende des Jahres erreichten Robert Andrich zwei Nachrichten auf dem Smartphone. Der Absender jeweils: Julian Nagelsmann. „Wir haben nicht groß gesprochen. Es gab einen Weihnachts- und einen Neujahrsgruß, was immer ganz schön ist“, berichtet der Mittelfeldspieler, der zuletzt nicht mehr für die Nationalelf nominiert worden war.

Sorgen mache er sich deshalb aber nicht, der 31-Jährige werte das vielmehr als normalen Vorgang. Doch er habe sich in der kurzen Winterpause dennoch ein paar Gedanken zum neuen Jahr gemacht und sei dabei zu einem klaren Ergebnis gekommen. „Mein Ziel für 2026 – das kann ich ja auch ganz offen sagen – ist, dass ich bei der WM dabei sein möchte“, betont Andrich.

Um das zu erreichen, will er nun auch verbal in die Offensive gehen. „Es wird mit Sicherheit ein Gespräch demnächst geben. Ich glaube schon, dass ich in einem Alter bin, wo es jetzt nichts Unnormales ist, einfach mal den Coach zu fragen – auch wenn es der Bundestrainer ist: ,Hey, wie siehst du gerade meine Rolle?' Dann weiß ich, was er von mir sehen möchte. Er weiß ja, was er an mir hat und er weiß auch, was ich spielen kann. Von daher werden es Nuancen sein, die dafür und dagegen sprechen.“

Neun Spiele in 29 Tagen für Bayer 04

Bevor Andrich aber zum Hörer greifen wird, um bei Julian Nagelsmann durchzuklingeln, liegt der Fokus natürlich erst einmal auf einem guten Start mit Bayer 04 ins neue Jahr – und der hat es in sich. „Wir haben es auch in der Mannschaft angesprochen: Wir haben jetzt neun Spiele in 29 Tagen. Da geht es direkt Schlag auf Schlag los und es wird dir nichts geschenkt“, betont Andrich. „Du hast den DFB-Pokal dabei, du hast Champions League dabei, du hast Bundesliga dabei. Es ist unser Anspruch, dass wir vom ersten Spiel an direkt zeigen wollen: Okay, die brauchen keine Anlaufzeit.“

Mit dem ersten Gegner im Heimspiel am Samstagabend (18.30 Uhr, Sky), dem VfB Stuttgart, hat sich Bayer 04 in den vergangenen Spielzeiten immer wieder hochklassige Duelle geliefert. Am Ende war nahezu immer Leverkusen der knappe und glücklich Sieger – 15 Spiele ohne Niederlage, letztmals gewann der VfB 2018 gegen die Werkself. „Ich habe gesagt, es hat sich ein kleines Derby entwickelt – auch wenn die Städte nicht nah beieinander liegen“, sagt Andrich. „Aber es gibt eine Rivalität, es ist ein besonderes Spiel. Das liegt einfach daran, dass beide Mannschaften die vergangenen Jahre sehr gute Arbeit gemacht haben, beide spielen auf hohem Niveau. Keiner will dem anderen etwas schenken.“

Nach der Partie gegen Stuttgart warten direkt drei Auswärtspartien in Serie: in der Liga in Hamburg und Hoffenheim, dann in der Königsklasse am vorletzten, siebten Spieltag der Ligaphase bei Olympiakos Piräus. „Es ist es sehr, sehr wichtig, dass man schnell wieder in den Rhythmus reinkommt, Fußball spielt, mit dem man die Chancen auf Siege erhöht und Ergebnisse einfährt“, betont Andrich, der sich darüber freut, dass in Equi Fernández, Nathan Tella, Axel Tape, Lucas Vázquez und bald auch Exequiel Palacios die Langzeitverletzten wieder dabei sind: „Man hat in gewissen Phasen gemerkt, dass vielleicht fünf, sechs, sieben Spieler, die immer gespielt haben, ab der 65. Minute ein bisschen abgefallen sind. Was völlig menschlich ist, heutzutage geht es nicht mehr, dass elf Spieler jedes Spiel über 90 Minuten spielen.“

Er selbst durfte trotz der Personalnot zuletzt kaum noch auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld auflaufen. Ibrahim Maza und Aleix García spielten auf der Doppelsechs groß auf, zuletzt überzeugte auch Malik Tillman in der Rolle. Wenn nun Fernández und Palacios wieder da sind, sinken Andrichs Chancen auf einen Platz im Mittelfeld immer mehr. „Wir haben einen breiten Kader, und es wird jeder auf seine Einsatzzeiten kommen“, sagt Andrich. „Jetzt haben wir noch mehr Spieler dabei, die auch ein bisschen mehr Rhythmus wieder haben. Da sind wir gut aufgestellt.“ Dass er selbst nun öfter in der Innenverteidigung agieren muss, sieht er nicht als Problem – auch mit Blick auf die WM: „Grundsätzlich könnte ich mir vorstellen, dass es kein Nachteil ist, wenn man verschiedene Positionen spielen kann.“