Mit gerade einmal 20 Jahren ist Kimi Antonelli der jüngste Weltmeister in der Geschichte der Formel 1 und damit der 36. Champion der Königsklasse. Den Titel sicherte sich der Mercedes-Pilot beim Großen Preis von Mexiko mit einem dritten Platz. Den Sieg holte Max Verstappen (29). Zweiter wurde Lewis Hamilton (41), den sein Ferrari-Kollege Charles Leclerc (29) am Start überrumpelt hatte. Beim Re-Start revanchierte sich Hamilton.
Im Autódromo Hermanos Rodríguez wurde für Kimi eine Fiesta Mexicana daraus. Kaum im Parc Fermée angekommen, sprang der junge Italiener seinen Mercedes-Mechanikern in die Arme. Danach umarmte er Vater Marco, Mutter Veronica, Schwester Maggie, Physio Sergi Avila und Teamchef Toto Wolff. Wolff hatte ihn bereits als Elfjährigen unter Vertrag genommen und auch im harzigen Debütjahr stets an ihn geglaubt.
Antonelli belohnt Toto Wolffs Vertrauen mit dem WM-Titel
Verdient hatte sich der Italiener die vorzeitige Krönung vier Rennen vor dem Saisonende bereits mit seinem neunten Saisonsieg in Austin. In Mexiko hätte ihm sogar ein neunter Platz genügt, um seine Verfolger George Russell und Hamilton entscheidend auf Abstand zu halten.
Für Russell, Antonellis teaminternen Rivalen, lief das Rennen schon zu Beginn schief: Ein verpatzter Start warf ihn vom zweiten auf den fünften Platz zurück. Mercedes-Vizeteamchef Bradley Lord erklärte dazu: „Er hat nicht die volle Energie gehabt und viel verloren, sehr enttäuschend. Es war nichts, was in Georges Verantwortung lag.“ Damit nicht genug: Weil er eine Kollision mit Isack Hadjar (Red Bull) ausgelöst hatte, erhielt der Brite zusätzlich eine Zehn-Sekunden-Strafe und rutschte auf Rang acht ab.
Großen Ärger gab es bei Hamilton. Der Pole-Setter war am Start von Leclerc außen angegriffen und über das Gras überholt worden. Die Rennleitung belegte den Monegassen dafür lediglich mit einer Fünf-Sekunden-Strafe, sodass er vor dem Briten blieb. Über Funk machte Hamilton seinem Unmut Luft: „Hah, nur fünf Sekunden. Und dafür kann er in der sauberen Luft frei vorneweg fahren. Die Rennkommissare haben ihm den Sieg serviert. Das wurde im Meeting anders besprochen.“
In der 47. Runde sorgte Valtteri Bottas für einen Schreckmoment: Wegen einer gebrochenen Vorderradaufhängung an seinem Cadillac schlug der Finne heftig ein, blieb aber unversehrt. Audi-Routinier Nico Hülkenberg verbesserte sich vom zehnten Startplatz auf Rang neun und sammelte zwei Punkte. Nach einem dummen Auffahrunfall mit dem Haas von Oliver Bearman beim Re-Start und einer Zehn-Sekunden-Strafe fiel Audi-Routinier Hülkenberg aus den Punkten.
Im Mittelpunkt stand an diesem Tag aber selbstverständlich Antonelli. Mit dem ersten Fahrer-Titel für die Silberpfeile seit 2020 ging Wolffs Wette auf, einen Teenager zum Nachfolger von Hamilton zu machen. Als Kimi anstelle des damaligen Mercedes-Ersatzfahrers Mick Schumacher verpflichtet wurde, hatte Wolff gesagt: „Man muss bereit sein, ein Risiko einzugehen.“ Zugleich gab er ein Versprechen ab: „Kimi wird sich als echter Volltreffer erweisen.“
Der Österreicher hatte das früh geahnt. Bereits 2018 holte er den damals elfjährigen Kartfahrer aus dem Team von Ex-Weltmeister Nico Rosberg (41) ins Nachwuchsprogramm des Werksteams. Unter Wolffs Führung entwickelte sich Kimi nachhaltig zum Spitzenfahrer.
Leicht war der Weg nicht: Nach dem Aufstieg in die Formel 1 zur Saison 2025 musste der junge Pilot Rückschläge hinnehmen, gegen Russell zog er klar den Kürzeren. Diese passierten allerdings in einem Umfeld, das trotz enormer Aufmerksamkeit und hoher Erwartungen Rückschläge zuließ. Mit der WM-Trophäe hat Kimi dieses Vertrauen nun zurückgezahlt. (red)

