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Riera vor dem AusNach Pleite gegen HSV: Sportchef vermeidet Bekenntnis

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Trainer Albert Riera von Eintracht Frankfurt steht nachdenklich am Spielfeldrand.

Albert Riera droht das Aus bei Eintracht Frankfurt.

Nach der Pleite gegen den HSV steht Eintracht-Trainer Riera vor dem Aus. Auch Sportvorstand Krösche meidet ein Bekenntnis.

Bei Eintracht Frankfurt steht die Zusammenarbeit mit Coach Albert Riera auf der Kippe. Die jüngste Pleite gegen Hamburg verschärft die Lage erheblich.

Albert Riera, der sonst für seine markigen Worte und sein Selbstvertrauen bekannt ist, gab sich nach der 1:2-Niederlage gegen die Hamburger fast schon kleinlaut. „Bis zum letzten Moment werde ich mein Bestes geben. Und wenn es nicht reicht, dann reicht es eben nicht. Aber ich versuche mein Möglichstes“, erklärte der Coach von Eintracht Frankfurt. Damit könnte das Wagnis, das der Club mit dem 44 Jahre alten Spanier eingegangen ist, vor einem schnellen Ende stehen.

Offenbar haben die Fans die Hoffnung auf eine Besserung unter der Leitung des kontroversen Trainers aufgegeben. Die Spieler aus Frankfurt sahen sich nach dem Schlusspfiff Pfiffen ausgesetzt und mussten sich den Anhängern stellen. Mannschaftskapitän Robin Koch zeigte sich verständnisvoll für die Verärgerung des Publikums und sagte: „Wir sind genauso frustriert. Du musst hier das Spiel gewinnen“.

Keine Rückendeckung von Sportvorstand Krösche

Als Nachfolger für Dino Toppmöller kam Riera zu Beginn des Februars als Hoffnungsträger zum Erstligisten. Seine Aufgabe war es, das Team zum sechsten Mal hintereinander in einen europäischen Wettbewerb zu bringen. Nun ist jedoch der siebte Rang in der Tabelle gefährdet und die Kooperation scheint sich immer mehr als Fehlgriff zu erweisen. Eine Beendigung des Engagements im Sommer wäre die folgerichtige Konsequenz, die möglicherweise sogar vor den finalen Partien der Saison bei Borussia Dortmund und gegen den VfB Stuttgart gezogen wird.

Markus Krösche, der Sportvorstand, mied direkt im Anschluss an die Pleite am 32. Spieltag eine Stellungnahme zu Riera und wich Fragen bezüglich dessen Zukunft aus. Stattdessen übte er deutliche Kritik am Team. „Ich bin extrem verärgert über die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben“, so Krösche. Er monierte, dass die Mannschaft besonders nach dem Führungstreffer die Gegentore zu leichtfertig hingenommen habe. Bei solchen Fehlern, so Krösche weiter, „dann haben wir auch mit dem Kampf um Europa nichts zu tun“.

Kreative Fans, ideenloses Team auf dem Rasen

Frankfurt verspielte leichtfertig einen Vorsprung. Im Anschluss an das 1:0 von Can Uzun in der 48. Minute agierte das Team, wie es unter Riera häufiger vorkommt, zu passiv. Dies nutzten Albert Grönbaek (51.) und Fábio Vieira (59.), die mit einem Doppelschlag das Spiel zugunsten der Gäste aus Hamburg wendeten.

Der kreativste Moment der Begegnung ereignete sich nicht auf dem Spielfeld, sondern im Publikum. Durch die Nordwestkurve wurde ein Wal getragen, der an der Flosse ein Kreuz hatte. Dies war eine Referenz an den Buckelwal Timmy und sollte eine symbolische Herausforderung an den HSV darstellen. Auf dem Rasen fehlte es den Frankfurtern jedoch an vergleichbarer Eingebung.

Experte Hamann bemängelt Rieras Umgangsweise

Die Enttäuschung auf sportlicher Ebene fügt sich in ein bereits angespanntes Klima ein. Schon vor der Partie sorgte Riera für Aufsehen, indem er in einer emotionalen Ansprache Berichte der Medien über eine vermeintliche Auseinandersetzung mit Nationalspieler Jonathan Burkardt vehement dementierte. Er bezeichnete die Berichte als „totalem Bullshit“ und verlangte Respekt: „Etwas zu schreiben, ist euer Job, aber ich akzeptiere keine Lügen. Ich bin keine Marionette. Ich bin Trainer. Die Fans verdienen, die Wahrheit zu hören.“

Dietmar Hamann, Experte bei Sky, beanstandete die Art der Kommunikation des Trainers. „Wenn der Burkardt keinen fitten Eindruck macht, dann soll er ihm das sagen. Du hast 25 Spieler und musst mit den Leuten reden, dass alle das Gefühl haben, dass ehrlich mit ihnen umgegangen wird.“ Die Spieler selbst betonten, dass die Berichterstattung für sie keine Bedeutung habe. Die Unruhe nehme man zwar „über die sozialen Medien mit“, so Koch, doch es sei wichtig, zu versuchen, „die Dinge außen herum ausblenden“. Ob dies zukünftig mit oder ohne Riera der Fall sein wird, ist derzeit noch unklar. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.