Abo

„Wir jagen weiter“Bayer 04 spielt endlich wie ein Champions-League-Team

4 min
LEVERKUSEN, GERMANY - MAY 3: Patrik Schick of Bayer 04 Leverkusen celebrates after scoring his team s first goal during the Bundesliga match between Bayer 04 Leverkusen and RB Leipzig at the BayArena on May 3, 2026 in Leverkusen, Germany. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xRenexNijhuis/MBxMediax

LEVERKUSEN, GERMANY - MAY 3: Patrik Schick of Bayer 04 Leverkusen celebrates after scoring his team s first goal during the Bundesliga match between Bayer 04 Leverkusen and RB Leipzig at the BayArena on May 3, 2026 in Leverkusen, Germany. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xRenexNijhuis/MBxMediax

Die Werkself zeigt gegen RB Leipzig ihre beste Saisonleistung und springt auf Platz vier. Was hat die Wende ausgelöst?

Die Anhänger von Bayer 04 rieben sich am Samstagabend verwundert die Augen. Zu einem unerwarteten Zeitpunkt liefert Leverkusen die beste Saisonleistung ab, besiegt RB Leipzig mit 4:1 (2:0) und hat zwei Spieltage vor Saisonende urplötzlich eine hervorragende Ausgangsposition im Kampf um die Qualifikation zur Champions League. Die Werkself ist punktgleich mit den direkten Konkurrenten Stuttgart und Hoffenheim, liegt aber dank des besseren Torverhältnisses auf dem vierten Platz.

„Wir jagen weiter die Qualifikation zur Champions League. Da hat sich nichts geändert heute. Wir haben einen Sieg, aber wir brauchen zwei weitere. Wir haben ja nichts erreicht. Das Ziel wird am letzten Spieltag vergeben“, betonte Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes.

Grundlage für den Erfolg gegen Leipzig war ein interner Richtungswechsel. Die klare Forderung der Leverkusener Führung an Trainer und Mannschaft war, die fußballerischen Grundtugenden wieder mehr in den Vordergrund zu stellen. Kasper Hjulmand, der als ausgeprägter Fußballtaktiker gilt, folgte dieser Ausrichtung und sprach vor der Partie auch erstmals öffentlich über die Mentalitätsfrage. Der glückliche 2:1-Sieg in Köln in der Vorwoche hatte dafür die Vorlage bereitet. „Wir haben nach unserem schwachen Auftritt in Köln sehr scharf und mit viel Feuer gearbeitet“, sagte Hjulmand nach dem erfolgreichen Abend gegen Leipzig. „Es war eine der besten Leistungen dieser Saison.“

Ganz andere Körpersprache

Von Beginn an zeigte Leverkusen eine komplett veränderte Körpersprache – mit und ohne Ball. Die Fehlerquote wurde auf ein Minimum reduziert, die Konzentration war auf hohem Niveau. Über weite Strecken dieser Saison hatte man eben diese Entschlossenheit bei Bayer 04 vermisst. Wenn überhaupt, zeigten die Leverkusener sie nur phasenweise in einzelnen Spielen. Gegen Leipzig zogen sie es jedoch über 90 Minuten durch, standen nur ein paar Minuten nach Wiederanpfiff wirklich unter Druck, ohne dabei aber Großchancen zuzulassen.

Zu diesem Zeitpunkt stand es schon völlig verdient 2:0. Patrik Schick traf nach einem herrlichen Angriff – Vorbereiter Nathan Tella bewies dabei viel Übersicht. Tella erhöhte noch vor dem Pausenpfiff selbst auf 2:0. Bayer half bei der Partie auch die Ausgangslage. Da sich Hoffenheim und Stuttgart am Nachmittag mit 3:3 getrennt hatten, war vor Anpfiff klar, dass Leverkusen mit einem Sieg auf Platz vier springen kann. Auch der Stimmung in der Bay-Arena gab dieses Ergebnis einen Schub. „Großes Lob für unser Stadion, unsere Fans. Es war eine sehr gute Energie. Das haben wir gebraucht. Das war fantastisch heute Abend“, sagte Hjulmand.

Ibrahim Maza gab zudem Einblicke in die Kabine vor der Partie. Neben dem Trainer hätten mehrere Spieler das Wort ergriffen – darunter Kapitän Robert Andrich, Patrik Schick und Alejandro Grimaldo. „Der Trainer hat uns mit seiner Ansprache gut angeheizt. Es ging um Motivation und dass wir in den Zweikämpfen richtig hart sind und auch mal Gelbe Karten ziehen sollen. Das haben wir gut umgesetzt“, sagte Maza, der mit seinem perfekten Pass auf Schick das 3:0 vorbereitete. Auch vom 1:3 ließen sich die Hausherren nicht entmutigen und setzten mit dem dritten Schick-Treffer den Schlusspunkt.

„Wir haben diesen Willen gezeigt, von der ersten Sekunde die Zweikämpfe zu gewinnen, dominant zu spielen, in deren Hälfte zu spielen, nach vorne zu spielen, auch durch die Linien durchzuspielen“, sagte Rolfes. „Ich glaube, das war heute ein Schlüssel, auch von der Art und Weise her. Und wir haben unglaublich viele Gegenpressing-Situationen für uns gewonnen.“

Mit diesem Ergebnis steht fest, dass erst am letzten Spieltag der vierte Champions-League-Platz vergeben wird. Bayer 04 hat nun die beste Ausgangsposition, hat das beste Torverhältnis (drei Tore auf Stuttgart, sieben auf Hoffenheim) und am kommenden Samstag (15.30 Uhr) das direkte Duell beim VfB Stuttgart vor der Brust. „Jetzt haben wir alles in unseren eigenen Händen – und das versuchen wir natürlich zu nutzen“, betonte Hjulmand. „Aber wir jagen weiter. Wir können nicht anders spielen. Wir sind am besten, wenn wir das nächste Tor jagen, in jedem Spiel. Wenn wir zu passiv spielen, dann geht es nicht. Wir müssen immer wieder nach vorne denken und proaktiv sein. Das ist unsere Art und Weise von Fußball.“