In seinem Lebensbericht übt der Geschäftsmann Wolfgang Grupp Kritik am Profifußball. Der Grund dafür war eine Auseinandersetzung mit dem Verein Hertha BSC.
„Sportler sind Lumpen“Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp rechnet mit Fußballprofis ab

Wolfgang Grupp, ehemaliger Chef des Bekleidungsunternehmens Trigema
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Dem Geschäftsmann Wolfgang Grupp ist vielen Menschen wegen der Trigema-Reklame mit einem Affen aus den späten 1980ern ein Begriff. Das Markenzeichen seiner Firma war außerdem über Jahre auf den Hemden etlicher Bundesliga-Mannschaften abgebildet.
In seinem Buch „Wolfgang Grupp: Die autorisierte Biografie“ erinnert er sich an diese Phase und tadelt den Profifußball deutlich. Schon 1977 begann Trigema sein Engagement als Förderer in dem Sektor und war für beinahe zwei Jahrzehnte auf den Trikots von insgesamt elf Klubs aus der ersten sowie der zweiten Bundesliga zu sehen, zu denen der 1. FC Nürnberg, Borussia Mönchengladbach und auch Werder Bremen gehörten.
Wolfgang Grupp: Trigema-Boss rechnet mit Hertha ab
Eine wichtige Vereinbarung kam 1990 mit Hertha BSC zustande. Der Hauptstadtklub hatte gerade den Aufstieg in die Bundesliga geschafft, und nach der deutschen Wiedervereinigung wollte Grupp neue Käufer im Osten für sich gewinnen. Pro Saison in der ersten Liga leistete Trigema eine Zahlung von 800.000 D-Mark an Hertha; bei einem Abstieg sollten es 300.000 D-Mark sein. Hertha stieg allerdings sofort wieder ab und kam in ernste finanzielle Nöte. Dem Verein mangelte es an 1,5 Millionen D-Mark, was den Entzug der Lizenz und einen Zwangsabstieg zur Folge haben konnte. Grupp half aus, indem er das Sponsoring per Handschlag zu den Konditionen der zweiten Liga fortsetzte und den Klub so vor dem Aus bewahrte. Das berichtet „bild.de“.
Dieser Deal hatte allerdings einen Nachteil: Grupp erhielt dadurch auf lange Sicht vorteilhafte Bedingungen. Als die sportliche Anziehungskraft von Hertha wieder zunahm, wären andere Geldgeber zu deutlich höheren Zahlungen bereit gewesen. Das Zerwürfnis ereignete sich im Jahr 1994, als Führungskräfte des Vermarkters UFA Sports GmbH den Versuch unternahmen, Grupp aus dem bestehenden Vertrag zu verdrängen. Die Angelegenheit wurde vor Gericht verhandelt, wo Grupp einen juristischen Sieg errang. Die Partnerschaft wurde trotz des Erfolgs vor Gericht drei Jahre danach endgültig beendet.
Grupp hat seit diesem Ereignis keine Werbung im Sport mehr gemacht. Der damals beteiligte Anwalt für Sportrecht, Christoph Schickhardt, bekräftigt: „Herr Grupp war zu 100 Prozent im Recht!“ Grupps Bilanz bezüglich des Profisports fällt desillusionierend aus: „Sportler sind Lumpen.“ Er ist der Ansicht, dass sie Geldgeber lediglich instrumentalisieren. Sein Unternehmen Trigema baute er auch ohne den Sport erfolgreich weiter aus. Dabei vertraute er konsequent auf die Herstellung in Deutschland. (red)
