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KommentarDFB-Elf ist auf dem richtigen Weg, aber noch kein Spitzenteam

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Flick Nati

Bei Hansi Flick und der Nationalmannschaft gibt es noch den einen oder anderen Schönheitsfehler.

Köln – Dass sich die Fußball-Nationalmannschaft unter dem Bundestrainer Hansi Flick in die richtige Richtung entwickelt hat, ist am Beispiel der beiden jüngsten Länderspiel-Klassiker gegen Italien und England sehr gut abzulesen. Ein knappes Jahr ist es her, als die Ära des ewigen Joachim Löw nach dem trostlosen 0:2 im EM-Achtelfinale gegen England in London ein überfälliges Ende fand. In der DFB-Elf hatten sich lauter herausragende Fußballer auf dem Platz versammelt, die aber als Kollektiv nicht verstanden, was genau Löw ihnen vermitteln wollte.

Nachfolger Flick wiederum gelingt die Ansprache. Beim 1:1 in der Nations League am Dienstag in München dominierte Deutschland die Engländer über weite Strecken der Partie. Die DFB-Elf führte auf, was alles in ihr steckt: Schnelles und zielorientiertes Kombinationsspiel wie vor Jonas Hofmanns 1:0. Dazu gradlinige Kraftläufe über die Außen, vorbildlich dargeboten vom Hoffenheimer David Raum. Garniert mit einem Manuel Neuer in ständiger Weltklasse-Verfassung. Allerdings präsentierte die Nationalmannschaft außerdem, was ihr noch zum Status eines internationalen Spitzenteams und WM-Favoriten noch fehlt.

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Wie schon beim 1:1 gegen die Niederlande Ende März ist es dem Team nicht gelungen, eine Führung gegen ein hochklassiges Team halbwegs geordnet zu verteidigen. Vielmehr verloren auch Routiniers wie Joshua Kimmich, Ilkay Gündogan und Antonio Rüdiger im Verlauf der zweiten Halbzeit die Ruhe. Nico Schlotterbecks Missgeschick in der Schlussphase kam nach vielen großen Neuer-Momenten wenig überraschend. Zudem fehlt Flick ein Torjäger von internationalem Format. Timo Werner könnte die Rolle übernehmen, ist aber mit eigenen Problemen beschäftigt – wie auch die vermeintlich torgefährlichen Außen Leroy Sané und Serge Gnabry. Kai Havertz brachte zwar Körperlichkeit ins Angriffszentrum, ist im DFB-Team aber (noch) kein Vollstrecker.

Flick hat keine richtige WM-Vorbereitung

Fünfeinhalb Monate vor WM-Beginn kann Flick seine Baustellen klar erkennen. Mangels richtiger Vorbereitung für die Winter-Endrunde in Katar hat er nur noch wenig Zeit, die erwartete Entwicklung seines Teams zu einem glaubhaften Turnierfavoriten zu vollenden. Überzeugende Siege in Ungarn und gegen Italien wären Meilensteine auf diesem Weg.