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„Kein einfacher Moment“Per Mertesacker steigt zum ZDF-Abschied in Eistonne – Kramer ringt um Worte

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TV-Experten Per Mertesacker (l.) und Christoph Kramer.

Verabschieden sich von der TV-Bühne: die TV-Experten Per Mertesacker (l.) und Christoph Kramer. 

Mit Humor und vielen Emotionen verabschiedeten sich die beiden Weltmeister von 2014 vom ZDF. Dabei kam auch eine Eistonne zum Einsatz.

Letzter Vorhang für Per Mertesacker und Christoph Kramer im ZDF: Der ehemalige Verteidiger musste herzlich lachen, als Boris Büchler – für ihn ein „Lieblingsinterviewer“ – mit einer Eistonne am Spielfeldrand auftauchte. Die Szene erinnerte an das berühmte WM-Interview und machte Mertesackers Abschied vom ZDF besonders. Erst zögerte er, dann setzte er sich doch in das leere Kühlbecken, das ihm künftig womöglich auch im neuen Amt nützlich sein wird.

„Wenn es mal hitzig wird“, scherzte Mertesacker mit Blick auf seine Rolle als Vorgesetzter von Jürgen Klopp, „dann kann ich ganz tief rein.“ Beim Nations-League-Spiel gegen Serbien in München, das Deutschland mit 2:0 gewann, wirkten die beiden allerdings bestens gelaunt. Klopp begrüßte ihn nach eigener Aussage bereits mit „Chef“ und lachte.

Per Mertesacker und Christoph Kramer nehmen den Hut

ZDF-Reporter Jochen Breyer wurde ganz emotional: „Ich gebe zu, das ist jetzt kein einfacher Moment für mich. Danke, dass du so ein guter Freund geworden bist über die Jahre. Das war ganz, ganz toll. Wir werden dich wahnsinnig vermissen.“

Christoph Kramer war ebenfalls ganz ergriffen: „Es sind diese kleinen Momente. Du bist wirklich zu einem tollen Freund geworden. Ich hätte nicht gedacht, als wir angefangen haben, dass das mal so wird. Ich nenne nicht viele Freunde. Du bist ein Freund von mir.“ Und legte noch scherzhaft nach: „Ich werde dich wirklich vermissen. Auch wenn ich mich freue, dass ich jetzt mehr reden darf.“

Christoph Kramer wird emotional

Nach sechs Jahren als TV-Experte und knapp acht Jahren an der Spitze der Akademie des englischen Meisters FC Arsenal steht für Mertesacker nun der Wechsel zum DFB an. Er sprach von einem „Perspektiv-Wechsel“ und sagte: „Ich habe richtig Lust, für den deutschen Fußball was zu erreichen und mit anzuschieben. Das ist jetzt meine neue Motivation.“

Bislang sei er noch nicht besonders stark in die Verbandsarbeit eingebunden, berichtete der Weltmeister von 2014. Angesichts der großen Aufmerksamkeit, die Klopp auf sich ziehe, sei das zunächst auch nicht erforderlich. Zuerst habe er sich eine Auszeit nehmen und Zeit mit Freunden und Familie verbringen wollen. Am Montag wolle er in Frankfurt vorbeischauen. Bis zum Jahreswechsel blieben ihm noch „so drei bis vier Tage“, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.

Per Mertesacker übernimmt für Andreas Rettig beim DFB

Der offizielle Start ist für den Jahresbeginn geplant. Mertesacker bezeichnete die Aufgabe als „sehr groß“ und räumte ein: „Ich habe Respekt.“ Zugleich sei deutlich, dass er wieder etwas mit aufbauen wolle. Der 42-Jährige hat einen Vertrag bis 2030 unterschrieben und tritt die Nachfolge von Andreas Rettig an. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem, den von Hannes Wolf betreuten Nachwuchs enger mit der Nationalmannschaft zu verbinden.

Der frühere DFB-Sportdirektor Matthias Sammer sagte, er warte „sehnsüchtig auf Per Mertesacker“. Dieser müsse eine führende Rolle für die Zukunft des deutschen Fußballs übernehmen und sich „brutal durchsetzen“. Und wenn es dabei einmal zu heiß hergeht, steht die Eistonne bereit. (mbr/sid)