Abo

GaloppEnglischer Triumph in Köln und eine Stute auf Abwegen

3 min
Rebel's Romance Sieger im 60. Preis von Europa

Rebel’s Romance siegte am Sonntag unter William T. Buick im 60. Preis von Europa.

Köln – Ein Gast aus England hat am Sonntag das wichtigste Kölner Galopprennen des Jahres geworden. In einem fulminanten Finish setzte sich am Sonntag der vier Jahre alte Wallach Rebel’s Romance mit Jockey William Buick im mit 155.000 Euro dotierten 60. Preis von Europa gegen den deutschen Derbysieger Sammarco mit Bauyrzhan Murzabayev durch. Der Vorsprung des Siegers nach 2400 Metern betrug eine Dreiviertel-Länge.

Rang drei ging vor 10.800 Zuschauern in Weidenpesch an die Stute Amazing Grace, geritten von Olivier Peslier, vor Assistent mit René Piechulek. Es folgte Alaskasonne, die mit Andrasch Starke lange in Führung gelegen hatte, vor Alter Adler (Adrie des Fries). Der letztjährige Derbysieger Sisfahan belegte nach langer Rennpause wegen einer Verletzung den siebten und letzten Rang, sein Trainer Henk Grewe hatte vorher eingeräumt, dass das Pferd noch nicht in seiner alten Form sei.

Stute auf Abwegen

Am Tag vor dem Rennen war noch befürchtet worden, Rebel’s Romance leide an einer Kolik, doch das erwies sich als Fehlalarm. Siegjockey Buick, der für den Godolphin-Rennstall im Einsatz war, kommentierte. „Er war ruhig und entspannt und ist perfekt gelaufen.“ Mitte August hatte Rebel’s Romance bereits beim Großen Preis in Berlin-Hoppegarten triumphiert und eine Siegprämie von 100.000 Euro abgeräumt, damals mit James Doyle im Sattel. Peter Schiergen, Trainer von Sammarco, der neben dem Derby auch den Dallmayr-Preis in München gewonnen hat, konnte mit Rang zwei und der Prämie von 30.000 Euro gut leben: „Sammarco hat seine Form bestätigt und gezeigt, dass er der Derbysieger ist.“

Der Start des Kölner Gruppe-1-Rennens hatte sich ein wenig verzögert, da im Wettbewerb zuvor, dem Herbstpreis der Rhein-Energie, die Stute Nepalina weggelaufen war und sich nicht einfangen lassen wollte. Der Wallach Amagliani wollte sich seinerseits nicht in die Startbox bewegen lassen und konnte ebenfalls nicht an diesem Rennen über 2200 Meter teilnehmen, das schließlich die Stute Gazeuse mit Jockey Leon Wolff für sich entschied.

Das könnte Sie auch interessieren:

Im Hauptrennen lief dann alles glatt. Starke, Stalljockey im Gestüt Röttgen, führte das Feld mit Alaskasonne an – vor Alter Adler, Sammarco, Amazing Grace, Assistent, Rebel’s Romance und Sisfahan. Diese Reihenfolge hielt bei ordentlichem Tempo bis zum Schlussbogen. In der Innenbahn beschleunigte dann Rebel’s Romance, außen kam Sammarco, auch Amazing Grace und Assistent legten an Tempo zu – doch keiner war am Ende so schnell wie der von Charlie Appleby trainierte Wallach. „Welche Beschleunigung er hat, hat man ja schon in Berlin gesehen“, sagte Buick.

Die Kölner Veranstalter waren ebenfalls glücklich mit dem Event. „Der größte Renntag des Jahres war wie erhofft ein großes Rennsportfest – auf und neben dem Geläuf“, sagte Philipp Hein, Geschäftsführer des Kölner Renn-Vereins. „Mit dem Erfolg von Rebel’s Romance geht der Sieg nach England, und wir können uns in Köln über großartige Platzierungen freuen. Bestes Wetter und mehr als 10.000 Zuschauer sind ein verdienter Lohn zum 60. Preis von Europa.“

Preis des Winterfavoriten am 9. Oktober

Der nächste Renntag in Weidenpesch findet am 9. Oktober statt, dann wird der traditionelle Preis des Winterfavoriten ausgetragen.  Der Sieger dieses Wettbewerbs der zweijährigen Pferde darf sich über den Winter Derby-Favorit nennen.