Der Aufsteiger hat die Gründe für die Trennung von Sportvorstand Stefan Kuntz überraschend konkretisiert.
„Glaubhafte Vorwürfe“Hamburger SV legt im Fall Stefan Kuntz nach

Stefan Kuntz hat den Hamburger SV Anfang des Jahres verlassen. (Archivfoto)
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Nachdem sich Stefan Kuntz am Sonntag in einem Instagram-Post gegen die heftigen Vorwürfe gewehrt hatte, hat sich der Hamburger SV einen Tag später erneut positioniert. Offensichtlich sah sich der Aufsichtsrat aufgrund von Kuntz' Dementi zu einer Reaktion gezwungen.
Am Montag konkretisierte der Aufsteiger die Gründe für dieolötzliche Trennung von Sportvorstand. Demnach hätten „Vorwürfe eines schwerwiegenden Fehlverhaltens von Stefan Kuntz“ zur Vertragsauflösung Anfang des Jahres geführt, wie es in einer Mitteilung hieß.
Ex-Sportvorstand: „Vorwürfe glaubhaft“ – HSV äußert sich zum Fall Stefan Kuntz
Nachdem der Aufsichtsrat des Bundesliga-Gründungsmitglieds im Dezember von den Vorwürfen erfahren hatte, sei „mit Unterstützung spezialisierter externer Anwälte die Aufklärung der Vorfälle eingeleitet“ worden, wie es weiter hieß: „Nach sorgfältiger Prüfung und der Erkenntnis, dass die Vorwürfe glaubhaft sind, hat der Aufsichtsrat umgehend entschieden, eine schnellstmögliche Trennung von dem Vorstandsmitglied anzustreben. Aufgrund der expliziten Bitte der betroffenen Personen hatte bei der Trennung der Schutz der Betroffenen oberste Priorität, die auch weiterhin anhält.“
Laut der „Bild“-Zeitung sollen heftige Vorwürfe abseits des Platzes der eigentliche Grund für die überraschende Auflösung seines Vertrags zum Ende des Jahres 2025 und seinen Abschied von der Elbe sein. Es geht um den Vorwurf sexueller Belästigung.
Schwere Vorwürfe gegen Stefan Kuntz
Angeblich habe sich eine Mitarbeiterin des HSV Anfang Dezember beim Aufsichtsrat beschwert. Anschließend sollen interne Ermittlungen eingeleitet und durchgeführt worden sein. Bei der Befragung weiterer Frauen aus dem Verein seien weitere Anschuldigungen aufgekommen.
Der Europameister von 1996 wies die Vorwürfe „entschieden zurück“, wie der ehemalige Nationalspieler in einer Stellungnahme bei Instagram schrieb. „Im Sinne meiner Familie und aller mir nahestehenden Personen“ habe er seine Anwälte „darum gebeten, gegen diese FALSCHEN Vorwürfe und Vorverurteilungen vorzugehen“, so Kuntz weiter. Es gilt die Unschuldsvermutung. Mehr als 10.000 Likes hat der Post inzwischen gesammelt.
Am 2. Januar hatte der Hamburger SV völlig überraschend verkündet, dass sich der HSV und Kuntz auf die Auflösung des Vertrags geeinigt haben. Stefan Kuntz hatte seinen Job beim Bundesliga-Gründungsmitglied im Mai 2024 aufgenommen und war mit den „Rothosen“ 2025 in die Bundesliga aufgestiegen. Die Trennung nach eineinhalb Jahren kam völlig überraschend. Der offizielle Grund damals: „persönliche familiäre“ Gründe. (mbr/sid)

