Die Kölner Regionalliga-Mannschaft muss einen späten Nackenschlag verkraften.
0:1 in WuppertalFC-Reserve kassiert Niederlage in der letzten Sekunde

Amin Bouzraa (r.) feiert seinen Treffer für den Wuppertaler SV, während die Spieler der U 21 des 1. FC Köln enttäuscht auf den Rasen sinken.
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In den Sekunden nach dem Abpfiff musste Evangelos Sbonias noch im Dauerregen erste mentale Aufbauarbeit auf dem Platz leisten: Die U-21-Fußballer des 1. FC Köln sackten enttäuscht auf den ramponierten Rasen im Stadion am Zoo, nachdem sie in letzter Sekunde den Gegentreffer zur 0:1-Niederlage in der Regionalliga West beim Wuppertaler SV kassiert hatten. Besonders bitter: Hinter den Kölnern lagen insgesamt 26 Minuten in personeller Überzahl. Es war die erste Kölner Niederlage im Jahr 2026 und die erste Nullnummer nach zuvor vier Spielen ohne Pleite.
Beim letzten Angriff des Tages drang Amin Bouzraa über die linke Kölner Abwehrseite in den Sechzehner ein, ein Mitspieler war nicht in Sicht und der WSV-Joker somit auf sich allein gestellt. Mikail Özkan ging nicht mit letzter Konsequenz in den Zweikampf, um eine Flanke verhindern zu können, hatte jedoch noch genug Teamkollegen neben sich. Der Wuppertaler schlenzte den Ball mangels Alternativen in den Winkel zum 1:0 für den WSV.
Kampf im Wuppertaler Dauerregen
„Wenn du in Überzahl in der 96. Minute so einen Nackenschlag mit so einem Traumtor kassierst, ist es natürlich bitter“, äußerte ein enttäuschter Sbonias kurz nach dem Schlusspfiff und stellte fest: „Heute ist viel von dem eingetroffen, was wir vorhergesagt haben. Das hat nichts mit einer Ausrede zu tun, aber es war klar, dass wir unser Spiel hier nicht würden aufziehen können. Es ist aber auch klar, dass wir innerhalb einer Woche nicht unsere kompletten Prinzipien über Bord werfen und dann eine andere Fußballmannschaft werden.“
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Der WSV präsentierte sich wie erwartet sehr körperbetont und kämpferisch auf einem im Dauerregen immer schwerer zu bespielenden Rasen. In der ersten Hälfte wäre der Außenseiter sogar beinahe in Führung gegangen. Wuppertals Josue Santo tauchte nach einem Pass in die Schnittstelle der Abwehr frei vor Luis Hauer auf und wurde vom Kölner Schlussmann unsanft abgeräumt. Schiedsrichter Yannick Sager zeigte direkt auf den Elfmeterpunkt. Hauer, der den erkrankten Mikolaj Marutzki ersetzte, behielt gegen Aldin Dervisevic aber die Nerven, ahnte die vom Schützen aus gesehen rechte untere Ecke und wehrte den Strafstoß zur Seite ab (24.).
Wuppertal in der zweiten Halbzeit in Unterzahl
Auch im zweiten Durchgang blieb es eine umkämpfte Partie. Der in der ersten Hälfte nach einem Schubser gegen Patrik Kristal verwarnte Josue Santo sah die Gelb-Rote Karte, weil er nach einem Pfiff des Schiedsrichters an der Mittellinie den Ball wegschoss (64.). Die Unterzahl war den Gastgebern kaum anzumerken. In der Schlussphase zitterte sogar das Kölner Gehäuse, als Jeremy Aydogan einen platzierten Distanzschuss an den Pfosten setzte (78.).
Auf der Gegenseite schoss der eingewechselte Maik Akumu bei einem Konter am langen Eck vorbei und übersah den mitgelaufenen Yacobi in der Mitte (80.). Kurz darauf vergab abermals Akumu, als Wuppertals Torwart Ngemba Luyambula den Schuss abwehrte (82.). Als alles nach einer gerechten Punkteteilung aussah, schlugen die Gastgeber zu.

