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Kommentar

Drittligastart von Fortuna Köln
Ein Aufsteiger mit klarer Haltung

Ein Kommentar von
2 min
Max Fischer (l.) jubelt über sein Kopfballtor zum 1:1.

Max Fischer (l.) jubelt über sein Kopfballtor zum 1:1. 

Nach fünf Spieltagen zeigt sich, dass der Südstadt-Klub auch in der 3. Liga bestehen kann, meint unser Autor. 

Der SC Fortuna Köln ist in der Dritten Liga angekommen. Nicht etwa mit einem Paukenschlag, nicht mit einer Serie spektakulärer Auftritte. Sondern auf jene Art, die zum Verein passt: widerstandsfähig und geschlossen. Das späte 2:2 bei der TSG Hoffenheim II war dafür ein treffendes Beispiel. Die Mannschaft von Trainer Matthias Mink nahm einen Zähler mit, der sich angesichts des Spielverlaufs besonders wertvoll anfühlen dürfte.

Fortuna Kölns Kadertiefe ist stark

Nach fünf Spieltagen ist das noch keine Bilanz, aus der sich weitreichende Prognosen ableiten lassen. Es zeichnet sich aber die Tendenz ab, dass die Fortuna weiß, wie man in dieser Liga besteht. Die Dritte Liga ist ein anderes Kaliber als die Regionalliga West: stärker besetzt, körperlicher, taktisch anspruchsvoller – und mit Gegnern und Stadien, die eine andere Wucht entfalten. Für einen Aufsteiger kann das einschüchternd sein. Die Fortuna aber lässt sich davon nicht beeindrucken. Das liegt weniger an glänzenden Einzelmomenten als an einer Haltung. Die Südstädter zeigen sich resilient gegenüber Widerständen und Rückschlägen – eine Eigenschaft, die schon in der vergangenen Saison den Aufstieg ermöglicht hat.

Sie geben Spiele nicht vorschnell preis, bleiben in schwierigen Phasen bei sich und finden immer wieder einen Weg, im Spiel zu bleiben. Auch auf dem Transfermarkt hat die Fortuna offenbar erneut mit Augenmaß gehandelt. Der Klub verfügt über einen der kleinsten Etats der Liga, muss daher jede Verpflichtung abwägen. Umso wichtiger war es, den Kader nicht nur zu ergänzen, sondern ihn gezielt zu stabilisieren. Mit Cedric Harenbrock und Jannik Mause kam zudem geballte Erfahrung hinzu. Spielerisch bleibt Luft nach oben. Das gilt für die Abläufe mit Ball ebenso wie für die offensiven Umschaltmomente, in denen die Fortuna noch zielstrebiger werden muss. Wichtiger aber ist derzeit, dass die Fortuna als Mannschaft auftritt.

Die Abstände stimmen, die Kompaktheit trägt, und die Spieler kämpfen füreinander. Sie werfen sich in gegnerische Bälle und helfen einander aus. Das ist die Grundlage, auf der sich alles Weitere entwickeln kann. Die Fortuna muss sich nicht verstecken. Sie ist angekommen. Nicht, weil bereits alles perfekt funktioniert, sondern weil sie auch dann standhält, wenn es noch nicht funktioniert.