Der Ehrenfelder Traditionsverein ist Leidtragender des Pescher Siegs im Wiederholungsspiel gegen Olympia. Der Klub legt Rechtsmittel ein.
Kölner Kreisliga-PosseSC West wehrt sich gegen kampflosen Abstieg

Kurt Nürnberg, Präsident des SC West Köln
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Die Kölner Kreisliga-Posse geht in ihre nächste Runde. Am Sonntag hatte sich der FC Pesch II durch einen 4:2-Sieg im Wiederholungsspiel gegen den ESV Olympia Köln nachträglich den Klassenerhalt in der Fußball-Kreisliga A gesichert – Wochen nach dem offiziellen Ende der Saison sowie unter der Leitung Ali Meybodis, dem Trainer der Pescher Landesliga-Mannschaft. Eingesetzt wurden zudem Spieler, die für die neue Landesliga-Saison vorgesehen sind. Leidtragender der Ereignisse ist der SC West Köln, der kampflos anstelle von Pesch II vor dem Abstieg steht. Doch die Ehrenfelder wollen sich ihrem sportlichen Schicksal nicht ergeben. „Wir werden die Spielwertung mit sofortiger Wirkung anfechten“, erklärte Kurt Nürnberg, Präsident des Traditionsvereins.
„Es kann nicht sein, dass Spieler, die in der laufenden Kreisliga-A-Saison 2025/26 nicht spielberechtigt waren, am letzten Spieltag eben dieser Saison über die Frage des Klassenerhalts entscheiden, obwohl sie nachweislich für die Landesliga-Saison 2026/27 vorgesehen sind“, kritisierte der West-Klubchef. „Wir erwarten vom zuständigen Sportgericht eine Klärung der Rechtsgrundlage für diese Entscheidung, denn diese ist uns nicht ersichtlich.“
Schiedsrichter hatte ursprüngliche Partie kurz vor Schluss abgebrochen
Anfang Juni, am letzten Spieltag der Saison, war die Kreisliga-Partie zwischen Pesch II und Olympia beim Stand von 3:4 kurz vor Schluss vom Schiedsrichter abgebrochen worden, der Unparteiische hatte sich von einem Pesch-Spieler bedroht gefühlt. In erster Instanz wurde den Aussagen des Referees gefolgt und die Partie mit 2:0 für Olympia gewertet. Pesch II wäre abgestiegen, der SC West hätte die Klasse gehalten. Doch ging der Fall an die nächsthöhere Instanz, das Bezirkssportgericht. Und dort hieß es: Der Schiedsrichter habe nicht alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel genutzt, um das Spiel zu Ende zu bringen.
Der Fußballverband Mittelrhein (FVM) wollte das Urteil auf Anfrage nicht bewerten: „Der Spielabbruch unterliegt Voraussetzungen in der einschlägigen Spielordnung, die Entscheidung über den Spielabbruch kann wiederum mit einem Rechtsmittel angegriffen werden. Die Sportgerichte haben den konkreten Einzelfall unterschiedlich bewertet und Entscheidungen bezüglich dieses Spiels getroffen.“ Laut Urteil des Bezirkssportgerichts musste die Partie wiederholt werden. Pesch II nutzte die Chance, um den Klassenerhalt zu sichern.
„Ich bin froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Mein Dank gilt dem FVM und der Kölner Polizei, die uns bei der Durchführung unterstützt haben“, sagte Thomas Dressler, Geschäftsführer des FC Pesch. „Wir hoffen, dass wir zur Normalität zurückkehren können und es bei Social Media keine weiteren Hasskampagnen gegen uns gibt.“ Doch auch Dressler wusste, dass die Vorfälle weitere Kreise ziehen werden.
SC West durchleuchtet Pescher Transfers und Spielberechtigungen
Denn der SC West lässt nun einerseits alle Pescher Transfers und Spielberechtigungen durchleuchten, um bei Ungereimtheiten die Wertung der Partie vom Sonntag anfechten zu können. Parallel hat der Klub einen zweiten Antrag auf eine Aufstockung der Kreisliga A von 16 auf 17 Teams gestellt. Den ersten Antrag hatte der der Kölner Kreisvorstand einstimmig abgelehnt. „Die entsprechende Rechtsgrundlage sowie ein Präzedenzfall zur Aufstockung wurden dem zuständigen Gremium von uns vorgelegt“, ließ der SC West wissen.
Werner Jung-Stadié, Vorsitzender des Fußballkreises Köln, bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung den Eingang des Antrags, über den in dieser Woche abgestimmt werden soll. Zehn Vorstandsmitglieder sind stimmberechtigt, eine einfache Mehrheit genügt, um den Antrag abzulehnen oder zu befürworten. „Die ganze Situation löst natürlich auch bei uns keine Jubelstürme aus“, sagte Jung-Stadié.

