Das Drittliga-Team von Trainer Christian Stark setzt sich gegen den Zweitligisten mit 37:35 durch.
Kölner überraschen gegen NordhornLongericher SC feiert Coup im DHB-Pokal

Die Spieler des Longericher SC feiern ihren Sieg im Pokal gegen Nordhorn.
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Als sich die leise Hoffnung zu einer realistischen Chance entwickelte, stieg der Lautstärkepegel in der Sporthalle der Carl-von-Ossietzky-Gesamtschule. Die Zuschauer standen längst vor ihren Sitzplätzen, sie applaudierten in den letzten Minuten vehementer als zu Beginn der Partie und intensivierten ihre Anfeuerungen, bis sich ihre Anspannung in geradezu ohrenbetäubendem Jubel entlud.
Die Überraschung war perfekt: Die Drittliga-Handballer des Longericher SC beförderten in der ersten Runde des DHB-Pokals den Zweitligisten HSG Nordhorn-Lingen aus dem Wettbewerb, die Mannschaft von Trainer Christian Stark setzte sich am Sonntagabend vor 500 Zuschauern mit 37:35 (20:22) durch. „Wir haben für die Riesensensation gesorgt und den klassenhöheren Topfavoriten besiegt“, konstatierte der LSC-Coach kurz nach der Partie stolz.
Lukas Martin Schulz behält beim Siebenmeter die Nerven
Als das Duell 96 Sekunden vor Schluss beim 35:35 auf seine entscheidende Phase zusteuerte, bekamen die Gastgeber einen Siebenmeter zugesprochen. Kölns Routinier Lukas Martin Schulz trat an und bewahrte im Duell mit dem gegnerischen Keeper die Ruhe – 36:35.
Nordhorn setzte alles daran, den Ausgleich zu erzielen, doch die Abwehr des LSC ließ nichts mehr zu. Mit der Schlusssirene erzielte Zugang Frederik Breithaupt das 37:35 und löste Freudentänze auf dem Feld und der Tribüne aus.

Jonas Kämper (beim Wurf) war mit zwölf Toren der herausragende Spieler des Longericher SC.
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Bereits in der ersten Halbzeit demonstrierten die Kölner, dass sie über ausreichend Qualität und Selbstvertrauen verfügten, um den Konkurrenten in Verlegenheit zu bringen. Nach einem 8:10-Rückstand führten Lennart Wörmann, Lennart Leitz und der mit zwölf Treffern überragende Jonas Kämper ihr Team zum 18:14. Doch Nordhorn entfaltete seine Stärken und profitierte von einer Zweiminutenstrafe gegen LSC-Abwehrspieler Severin Henrich. „Wir sind nach einer weitgehend ausgeglichenen ersten Halbzeit etwas ärgerlich in Rückstand geraten“, sagte Stark über die Schlussphase der ersten Hälfte.
Doch die Kölner ließen sich nicht verunsichern, im Gegenteil. „Wir sind voll drin“, betonte Stark bei seiner Halbzeit-Ansprache und sah sich in seiner Einschätzung unmittelbar nach Wiederbeginn auf eindrucksvolle Art bestätigt. Lennart Leitz verkürzte zunächst auf 21:22, ehe Kämper innerhalb von nicht einmal zwei Minuten drei Tore erzielte und Lennart Wörmann den 5:0-Zwischenspurt zum 25:22 vollendete. „Wir sind super aus der Pause gekommen und haben die Führung in der zweiten Halbzeit nicht mehr abgegeben. Wir haben ehrlich gesagt einen ziemlich verdienten Sieg eingefahren“, bemerkte Stark.
Jetzt hoffen wir auf ein geiles Los in der zweiten Runde, aber das ist Zukunftsmusik. Wir können erst einmal stolz auf den Erfolg sein
Die Überraschung, die in der Stimme des Coaches mitschwang, ist einerseits verständlich, andererseits dürften sich die Kölner durchaus Chancen auf eine Überraschung ausgerechnet haben. Der Longericher SC hat sich in den vergangenen Jahren zu einem etablierten Spitzenteam der Staffel Süd-West entwickelt und auch nach der aus dem personellen Umbruch resultierenden Verjüngung des Kaders keineswegs an sportlicher Substanz eingebüßt. In den vergangenen vier Jahren beendete der Klub die Saison dreimal auf dem dritten Platz und einmal auf Rang sechs.
Zwar werden auch 2026/2027 die zuletzt knapp am Aufstieg gescheiterte HG Saarlouis und der TV Gelnhausen als Top-Kandidaten auf die ersten beiden Plätze gehandelt, doch die Kölner haben nicht zuletzt mit dem Coup gegen Nordhorn bewiesen, dass sie auch mit höherklassigen Konkurrenten mithalten können. Schon in der vergangenen Saison verlangten sie dem Zweitligisten Bayer Dormagen im DHB-Pokal alles ab, bevor sie sich mit 27:29 geschlagen geben mussten.
Vor dem Meisterschaftsauftakt am Samstag gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden (20 Uhr, Sporthalle der Carl-von-Ossietzky-Gesamtschule) lenkte Stark den Fokus noch einmal auf den Pokal, als er sagte: „Jetzt hoffen wir auf ein geiles Los in der zweiten Runde, aber das ist Zukunftsmusik. Wir können erst einmal stolz auf den Erfolg sein.“ Ein Anlass, nach leisen Hoffnungen laut zu feiern, war es allemal.
Longericher SC: Babic, Kull; Kämper (12), Schulz (8/3), Wörmann (5), Leitz (4), Nolting (3), Henrich (2), Breithaupt (2), Niehaus (1).
