Als Tabellenführer der Dritten Liga geht Viktoria Köln in die Länderspielpause – im November. Schon nach 13 Spielen haben die Höhenberger so viele Punkte gesammelt, wie während ihrer bisherigen Rekord-Saison nach Abschluss der Hinrunde (29). Nie hat ein Drittligist zu diesem Zeitpunkt mehr Tore erzielt als die Viktoria im Jahr 2026 (36). Seit über zwei Monaten ist die Mannschaft von Trainer Marian Wilhelm unbesiegt. Großklubs wurden reihenweise von den Kölnern vorgeführt: 4:1 gegen Preußen Münster, 4:0 gegen Hansa Rostock, 5:2 gegen Alemannia Aachen, 5:3 gegen den 1. FC Saarbrücken. Und nicht nur die nackten Zahlen animieren zu Zweitliga-Träumen.
Fußballerisch sind die Höhenberger seit Wochen eine Klasse für sich, sie sind die Attraktion der Liga. Schnelles, attraktives Kombinationsspiel und der ständige Drang nach vorne sind die Markenzeichen der Viktoria. Kein Team hat so viel Ballbesitz, kein Team spielt so viele Pässe. Die junge Mannschaft – kein Stammspieler ist über 30 – wird von einer im Klub bislang nicht erlebten Euphoriewelle getragen. Wohin könnte die Reise führen?
Aktuell deutet nichts darauf hin, dass das Wilhelm-Team einbrechen könnte – rund ein Drittel der Saison ist absolviert. Das bislang Erreichte ist kein Zufall und keine glückliche Fügung. Es ist der Lohn für ein anspruchsvolles und mutiges System und eine ausgezeichnete Personalplanung. Viktorias Kader ist qualitativ so gut aufgestellt wie noch nie, bislang konnte noch jeder Ausfall verkraftet werden. Wilhelms System funktioniert, fast unabhängig vom Personal. Einzig die erfahrene Achse um Tobias Eisenhuth, Taylan Duman und David Otto scheint nur schwer zu ersetzen.
Trotz des anhaltenden Höhenflugs gibt sich die sportliche Leitung betont zurückhaltend, hält keine großen Reden und will das Wort „Aufstieg“ vorerst nicht in den Mund nehmen. In den Gedanken dürfte es sich aber längst breitgemacht haben.


