Die vom Bezirsksportgericht neu angesetzte Kreisliga-Partie aus der vergangenen Saison sorgt weiterhin für Diskussionen.
Pesch II gegen ESV OlympiaBrisantes Duell unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Der Schiedsrichter stand in der Partie zwischen dem FC Pesch II und dem ESV Olympia im Mittelpunkt.
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Kaum ein Urteil hat in den vergangenen Jahren für so viele Diskussionen, Unverständnis und Emotionen gesorgt wie die Entscheidung des Bezirkssportgerichts, das abgebrochene Spiel zwischen dem FC Pesch II und dem ESV Olympia Köln neu anzusetzen. Ob es abgesprungene Sponsoren beim FC Pesch sind oder der betroffene Schiedsrichter, der nie mehr im Fußballkreis Köln pfeifen möchte. Alleine die vergangenen Tage fügten der außergewöhnlichen Geschichte mehrere spannende Kapitel hinzu.
Der SC West, der bei einem Sieg des FC Pesch II im Wiederholungsspiel nachträglich absteigen würde, wollte mit seinem Antrag auf Staffel-Aufstockung den Druck aus der Situation nehmen. Bei 17 statt 16 Mannschaften hätten weder der Landesliga-Unterbau aus Pesch noch der Viertletzte aus Ehrenfeld absteigen müssen.
Wir mussten uns an die Bestimmungen der WDFV-Spielordnung halten und haben den Antrag einstimmig abgelehnt
Diesen Antrag hat der Fußballkreis Köln am Dienstag aber abgelehnt. „Wir mussten uns an die Bestimmungen der WDFV-Spielordnung halten und haben den Antrag einstimmig abgelehnt“, erklärte Werner Jung-Stadié als Vorsitzender des achtköpfigen Ausschusses. Nun scheinen die juristischen Möglichkeiten des SC West nahezu ausgeschöpft. Die Entscheidung über den letzten freien Platz in der Kreisliga A fällt also am Sonntag (13.15 Uhr) auf dem Rasen der TPSK-Sportanlage zwischen dem FC Pesch II und Olympia Köln.
Zuschauer sind nicht zugelassen. Diesem Antrag des FC Pesch wurde zugestimmt, so dass das brisante Duell unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird. Nach Wochen, in denen gegenseitige Vorwürfe von Parteilichkeit, Vorteilnahme oder Bestechung die Seiten wechselten, soll nun „nur“ der Sport entscheiden.
Allerdings erhitzt das Startrecht der Saison 2026/27 die Gemüter. Da die neue Spielzeit offiziell begonnen hat und keine Fußballer aus der alten Runde beteiligt sein dürfen, dürfte es Vorteile für die gastgebende Mannschaft von Sascha Busch geben. Diese befindet sich bereits seit dem 7. Juli in der Vorbereitung und kann trotz des Rückzugs der Mittelrheinliga-Mannschaft und des damit verbundenen Umbruchs mit mehreren Akteuren aus dem Landesliga-Kader auflaufen. Schließlich greift zu Saisonbeginn keine Festspielregel. Hinzu werden wohl Talente aus der A-Jugend kommen.
Schiedsrichter beendet seine Laufbahn und legt Ehrenamt nieder
Beim ESV Olympia rollt der Ball dagegen erst seit dieser Woche wieder. An einen Nichtantritt verschwendet beim Tabellenneunten dennoch niemand einen Gedanken. Neben empfindlichen Geldstrafen und möglichen Punktabzügen für die kommende Saison wollen die Verantwortlichen die Entscheidung ohnehin auf sportlichem Weg herbeiführen. Der Mannschaft von Trainer Victor Eboa genügt ein Unentschieden, um den Abstieg des FC Pesch II zu besiegeln. Das Ziel des gesamten Vereins ist es, für sportliche Gerechtigkeit zu sorgen.
Für Diskussionen sorgt der Fall weiterhin auch abseits des Rasens. Marc Martinet, der die ursprüngliche Begegnung am 7. Juni nach einer Bedrohung durch einen Pescher Spieler in der Nachspielzeit (beim Stand von 4:3 für Olympia) abgebrochen hatte, übt deutliche Kritik am Urteil des Bezirkssportgerichts. Das änderte die 2:0-Wertung des Kreissportgerichts ab, weil der Schiedsrichter „nicht alle Mittel ausgeschöpft“ hatte, um die Partie zu einem Ende zu bringen.
Unterstützung für Schiedsrichter ist hier der letzte Programmpunkt
„Unterstützung für Schiedsrichter ist hier der letzte Programmpunkt“, sagt der 19-Jährige. Die Begründung des Bezirkssportgerichts wertet Martinet als Infragestellung seiner Entscheidungskompetenz. Dabei pfeife er bereits seit seinem zwölften Lebensjahr Fußballspiele und leitete auch Partien in der Jugend-Bundesliga. Nun beendete er seine Laufbahn als Schiedsrichter im Fußballkreis Köln ebenso wie sein Ehrenamt als Kreisjugendrichter und begründete dies mit den Ereignissen rund um die Partie.
Der neue Unparteiische ist Waldemar Ebel. Dem langjährigen FVM-Schiedsrichter ist eine reibungslose Spielleitung zu wünschen. Unabhängig vom Ausgang der Partie dürfte der emotionalste Sportgerichtsfall der letzten Jahre auch nach Sonntag nicht abgeschlossen sein.
