Das 0:1 im Derby hat Trainer Matthias Mink mit seinem Teamanalysiert, gegen Wiedenbrück will der Südstadtklub den nächsten Sieg feiern.
Regionalliga WestFortuna Köln sucht nach Niederlage gegen 1. FC Köln die richtige Antwort

Kapitän Robin Afamefuna (r.) will mit Fortuna Köln den jüngsten Rückschlag schnell abhaken.
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Robin Afamefuna weiß, wie ein Aufstieg in die Dritte Liga funktioniert. Mit Alemannia Aachen ist er vor zwei Jahren als Meister der Regionalliga West in den deutschen Profifußball aufgerückt. Nun möchte der Kapitän des SC Fortuna Köln dieses Kunststück wiederholen. „Ich habe schon sehr, sehr viel im Fußball erlebt“, stellt der 29-Jährige klar und ergänzt: „Jede Situation ist anders, es gibt viel zu viele Komponenten, als dass man die eine mit der anderen vergleichen könnte.“
Während der Erfolg in der Kaiserstadt bereits im April 2024 Formen annahm, bietet die derzeitige Phase der Fortuna Gesprächsstoff: Aus den jüngsten drei Spielen haben Afamefuna und dessen Teamkollegen nur einen Sieg gegen Schalke 04 II (4:1) geholt. Wegen der Niederlagen bei Dortmunds U 23 (0:1) und der U 21 des 1. FC Köln (0:3) werden die Kölner von RW Oberhausen bedrängt. Statt neun Punkten Vorsprung hat der Tabellenführer lediglich sechs und bei einem Oberhausener Sieg im Nachholspiel gegen Bonn nur noch drei Zähler Vorsprung.
Wir wussten, dass diese Saison 34 Spieltage hat und nicht nach 20, 25 oder 30 Spielen entschieden ist
„Wir wussten, dass diese Saison 34 Spieltage hat und nicht nach 20, 25 oder 30 Spielen entschieden ist“, betont der Linksverteidiger. Derart frühe Meisterschaften schaffe vielleicht der FC Bayern. „Sonst ist das im Weltfußball eher selten“, relativiert Afamefuna.
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Vor allem den „Schlag ins Gesicht“, beim Nachwuchsteam des FC am Freitag, gelte es zu verdauen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. „Das Coole in unserem Sport ist die Möglichkeit, direkt in der Woche danach zu antworten“, sagt der Kapitän, der die Derby-Schmach vergessen und den Blick auf das Heimspiel gegen Wiedenbrück richten möchte. Um am Samstag (14 Uhr) gegen das Schlusslicht eine genauso gute Reaktion zu zeigen wie nach Ostern gegen Schalke II, fordert er. „Ich denke nicht, dass wir von unseren Strukturen abkommen sollten. Schließlich sind wir bisher sehr erfolgreich damit gefahren.“
Intern werde die schwache Leistung im Franz-Kremer-Stadion mit vielen verlorenen Zweikämpfen, großer Konteranfälligkeit und zu wenig offensiver Durchschlagskraft, knallhart analysiert. „Wir müssen aber ausblenden, was von außen kommt“, fordert der Soziologie-Doktorand, der für die Karriere nach der Karriere in Bochum promoviert. Die nervösen Stimmen aus dem Umfeld überhört er gerne, um an den letzten vier Spieltagen weder ins Grübeln, noch ins Rechnen zu kommen.
Der ehemalige Aachener schätzt die Regionalliga West so stark ein, dass er die eigenen Gegner Wiedenbrück, Paderborn II (3. Mai), Siegen (9. Mai) und Lotte (16. Mai), nicht mit dem Restprogramm der Oberhausener gegen Wuppertal, Bonn (28. April), Bochum II (2. Mai), Gladbach II (9. Mai) und Bocholt (16. Mai) vergleichen möchte.
Fortuna Köln will konstant und flexibel agieren
Vielmehr appelliert er an eine Tugend, die auch die Alemannia in der Meistersaison 2023/24 auszeichnete. Nur wenn die Südstädter konstant, aber auch flexibel auftreten, ist der Titel drin. „Jedes Spiel ist anders und immer braucht es ein eigenes Rezept, eine eigene Strategie“, fasst der Kapitän zusammen. Ob Wiedenbrück nun „tief stehen“ oder im Südstadion doch „mit Fußball spielen“ wollen, bleibe abzuwarten. „Klar ist, dass wir mit allem, was auf uns zukommt, zurechtkommen müssen. Darauf kommt es im Fußball an.“
Fortuna Köln erhält positive Signale für die Drittliga-Lizenz
Sportlich ist der SC Fortuna Köln auf einem guten Weg. Was die Lizenz für die Dritte Liga angeht, hat der Regionalliga-Tabellenführer ebenfalls positive Signale erhalten. Im laufenden Prüfverfahren meldete der DFB in dieser Woche zurück, dass er den Südstädtern die Lizenz erteilen würde, vorausgesetzt sie erfüllen bestimmte Bedingungen und Auflagen.
Zu den geforderten Maßnahmen, die entweder vor der Saison 2026/27 oder in deren Verlauf erfüllt werden müssen, gehört die Verbesserung oder Erneuerung der Flutlichtanlage im Südstadion. Die Kosten dürften sich im hohen sechsstelligen Bereich belaufen und müssen wegen der Haushaltssperre der Stadt Köln vom Verein selbst getragen werden. Auch andere infrastrukturelle und personelle Veränderungen sollen noch herbeigeführt werden. Nur dann kann Fortuna Köln nach siebenjähriger Abstinenz in die Dritte Liga zurückkehren.
