Nach dem 4:1 im Mittelrheinpokal-Halbfinale gegen Bonn wartet in der Liga Borussia Dortmund II auf den Spitzenreiter.
Traumfinale gegen ViktoriaFortuna Köln hofft aufs Double

Jubel bei Fortuna-Kapitän Robin Afamefuna
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„Das ist eine überragende Geschichte, so wie wir es uns erwünscht und erträumt haben“, sagte Matthias Mink nach dem 4:1 (1:0)-Erfolg im Mittelrheinpokal-Halbfinale gegen den Bonner SC. Nach dem emotionalen Derby unter Flutlicht im Südstadion stand für Fortuna Kölns Trainer nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft im Fokus.
Einen Monat nach dem letzten Duell mit dem BSC hatte der souveräne Tabellenführer der Regionalliga West die Lehren aus dem 0:0 gezogen. Also steht er erstmals seit 2022 im Finale und möchte den Mittelrheinpokal wie in der Saison 2012/13 (damals unter Uwe Koschinat) gewinnen. Am 23. Mai steigt der Kracher zwischen Viktoria und Fortuna Köln im Höhenberger Sportpark. Dem Sieger winken der Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals und über 200.000 Euro Prämie.
Fortuna legt furios los
Am Mittwochabend hatte die Fortuna vor 4994 Zuschauern losgelegt wie die Feuerwehr und die Bonner an die Wand gespielt. Da war Georg Strauchs sehenswerter Premierentreffer zum 1:0 das Mindeste, was sich das Mink-Team verdient hatte (30.). „In der ersten Halbzeit haben wir viele Phasen des Spiels sehr gut kontrolliert und hätten das ein oder andere Tor mehr schießen können“, dachte der Coach an Nico Thiers Lattenschuss (26.). Da aber auch Bonns Jonas Berg mit einem Kopfball am Querbalken gescheitert war (37.), mussten die Sinne geschärft bleiben.
Auch weil die gut gefüllten Fanblöcke nach Wiederanpfiff Pyrotechnik zündeten, das Südstadion vernebelten und so für eine längere Spielunterbrechung sorgten, ging der Fortuna der Spiel-Rhythmus verloren. „Der Gegner hat auch gut verteidigt und wir haben nicht den Schlüssel für das 2:0 gefunden“, analysierte Mink. So kam es, wie es kommen musste und Yannik Schlößers glich für Bonn per Flachschuss aus (79.). „Das tat uns schon weh“, gab Mink zu, war aber umso beeindruckter von der Willensleistung seiner Profis. Nur zwei Minuten nach dem Rückschlag drückten die Joker Timo Bornemann und Luca Majetic den Ball mit vereinten Kräften zum 2:1 über die Linie (81.). Dann dezimierte sich der Gegner, als Bogdan Shubin gegen Adrian Stanilewicz zu spät und zu hart einstieg und Rot sah (87.). Im Elf-gegen-Zehn versetzten Tom Geerkens (89.) und Vleron Statovci (90.) dem Liga-Konkurrenten die K.o.-Stöße.
Samstag in der Liga gegen Dortmund II
„Die Jungs spielen eine herausragende Pokalsaison“, lobte Mink und nahm das Prestige-Duell mit Viktoria Köln ins Visier: „Ende Mai haben wir jetzt ein geiles Spiel. Das ist ein Traum, darauf haben wir hingearbeitet.“ Bevor es für die Südstädter um die Revanche für das verlorene Verbandspokalfinale gegen die Viktoria vor vier Jahren geht (0:2), haben sie noch sieben Punktspiele in der Regionalliga West zu absolvieren.
Schon am Samstag (14 Uhr) trifft der Spitzenreiter im Stadion Rote Erde auf die U23 von Borussia Dortmund. Während Timo Bornemann an seiner alten Wirkungsstätte in die Startaufstellung rücken könnte, wie auch Seymour Fünger und Adrian Stanilewicz, stehen Kevin Brechmann (Oberschenkel) und Tom Geerkens (Gelbsperre) nicht zur Verfügung.
Fortuna Köln auf Double-Kurs
Das Pokal-Halbfinale habe „Körner gekostet“, gab Mink zu und kündigte beim Regionalliga-Fünften eine größere Rotation an. „Das wird ein schwieriges Spiel“, sagte er. Wohl wissend, dass auch die junge Borussia zuletzt 1:0 in Bonn gewonnen hat und im Hinspiel beim 2:2 im Südstadion einen Punkt mitnahm. „Meine Mannschaft haut immer wieder alles rein und so muss es auch weitergehen“, forderte der Chefcoach abschließend. Gewinnt der Regionalliga-Spitzenreiter am Karsamstag das vierte der jüngsten fünf Punktspiele, bleibt er klar auf Double-Kurs. Neben dem Triumph im Mittelrheinpokal wäre für Mink und Co. vor allem die Regionalliga-Meisterschaft und der Aufstieg in die Dritte Liga eine „überragende Geschichte“.

