Das Zweitliga-Team von Trainer Michael Koch unterliegtKarlsruhe mit 75:98.
BasketballBayer Giants Leverkusen verfallen in alte Muster

Donte Nicholas (l.) erzielte acht Punkte für die Bayer Giants Leverkusen.
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Ernüchtert verließen die Zuschauer am Samstagabend die Ostermann-Arena. Ernüchtert, weil sie auf einen weiteren Erfolg der Bayer Giants in der zweiten Basketball-Bundesliga (Pro A) gehofft hatten. Doch daraus wurde nichts.
Dass es nicht zu einem weiteren Sieg Leverkusens reichen würde, wurde schon früh deutlich. Denn die PS Karlsruhe Lions erwiesen sich an diesem Abend als zu stark für die Giants und setzten sich klar mit 98:75 (56:41) durch.
Bayer Giants Leverkusen kassieren gegen Karlsruhe 18 Dreier
Dabei hatte es gut für das Team von Trainer Mike Koch begonnen: Nach etwas mehr als drei Minuten führten die Bayer-Korbjäger nach Punkten von Kobe Langley (5), John Williams (4) und Luca Kahl (2) mit 11:2. Karlsruhe nahm eine Auszeit, um sich zu sortieren.
Mit Erfolg. Während die Gäste nun besser und besser trafen, war bei den Giants der Faden gerissen. Drei Minuten nach dem 11:2 übernahmen die Lions die Führung. Durch einen Dreier. Derer sollten in der Folgezeit noch viele weitere folgen. Sehr viele. Schon sechs erfolgreiche Distanztreffer der Gäste waren es beim 18:28 zum Viertelende. 18 sollten es nach 40 Minuten sein. Zum Vergleich: Leverkusen versenkte nur sechs Dreier.
Wir waren mental nicht mehr in der Lage, die physisch starke Verteidigung Karlsruhes als Team zu attackieren, sondern haben uns zu oft in Einzelaktionen verloren
„Wir sind in dieser frühen Phase in alte Verhaltensmuster verfallen, die wir in den letzten Spielen nicht mehr gezeigt haben. Wir waren mental in der Folgezeit nicht mehr in der Lage, die physisch starke Verteidigung Karlsruhes als Team zu attackieren, sondern haben uns zu oft in Einzelaktionen verloren“, erklärte Coach Koch enttäuscht.
Die Gäste nutzten dies gnadenlos aus, trafen Dreier um Dreier und setzten sich kontinuierlich ab. Kurz vor der Halbzeitpause lagen beim 33:53 schon 20 Zähler zwischen den Teams. Lok Wur und Dennis Heinzmann sorgten mit ihren Punkten dafür, dass es zur Pause nur noch 15 Zähler Differenz waren. Das blieb jedoch nur ein kurzes Aufflackern.
Nach dem Seitenwechsel war schnell wieder alles beim Alten: Die Giants agierten zu hektisch, fanden sowohl offensiv als auch defensiv keinen Zugriff auf das Spiel und den Gegner. Der war nach 25 Minuten beim 44:74 schon auf 30 Punkte davongezogen. Es drohte ein Debakel. Immerhin vergrößerte sich der Rückstand bis zum Ende des dritten Viertels nicht weiter. Er blieb bei 30 Zählern. Nicht wirklich tröstlich.
Dass die Giants am Samstagabend mental nicht auf der Höhe waren, konnte man nicht nur an der Anzahl der kassierten Dreier ausmachen; auch bei den Rebounds hatten die Profis um Kapitän Dennis Heinzmann klar das Nachsehen. Es gab aber sogar noch eine kurze Aufholjagd der Giants, die nach einem Dreier von Wur zum 69:86 den Rückstand hatte ordentlich schmelzen lassen (34.). Aber auch dieser kurzzeitige Flow endete zügig. Karlsruhe setzte sich wieder deutlicher ab.
„Dieser Rückfall in alte Muster war sicher nicht schön, aber so etwas passiert im Sport nun mal. Jetzt müssen wir alles daran setzen, in der nächsten Partie Revanche zu nehmen und aus diesem Schuss vor unseren Bug zu lernen“, so Mike Koch mit Blick auf die Partie in Crailsheim.
Bayer Giants: Heinzmann (15), Langley (14), Williams (8), Lynch (8), Urbansky (8), Nicholas (8), Wur (7), Kahl (5), Brach (2), Nita.

