Die Hochspringerin des TSV Bayer Leverkusen spricht vor den Deutschen Meisterschaften im Interview über ihre Chancen und die weitere Saisonplanung.
Bianca Stichling„Ich weiß, dass ich die Höhe für den DM-Titel draufhabe“

Bianca Stichling, Hochspringerin des TSV Bayer Leverkusen.
Copyright: IMAGO/Chai v.d. Laage
Frau Stichling, seit dem letzten nationalen Titelgewinn unter freiem Himmel sind vier Jahre vergangen. Ist es nun wieder Zeit für einen Sprung auf Platz eins?
Der letzte Freiluft-Titel ist tatsächlich schon etwas her. Ich weiß auf jeden Fall, dass ich vorne mitspringen kann, fühle mich gut vorbereitet und werde alles geben. Die Konkurrenz ist jedoch stark, alle liegen leistungsmäßig eng beieinander. Mein Ziel ist es, eine zufriedenstellende Höhe zu springen; welcher Platz dabei rauskommt, ist zweitrangig.
Ihre Saisonbestleistung liegt bei 1,85 Meter. Welche Höhe, denken Sie, wird man meistern müssen, um Gold zu gewinnen?
Ganz zufrieden bin ich mit meiner Saisonbestleistung noch nicht. Ich will mich steigern und bin davon überzeugt, dass dies für den Titelgewinn nötig sein wird. Vermutlich muss man 1,90 Meter oder höher springen. Ich weiß aber auch, dass ich das draufhabe.
Es wird super eng zugehen. Mit Christina Honsel vom TV Wattenscheid und Imke Onnen von den Cologne Athletics sind immer zwei starke Konkurrentinnen da
Wer werden die größten Konkurrentinnen sein?
Es wird super eng zugehen. Mit Christina Honsel vom TV Wattenscheid und Imke Onnen von den Cologne Athletics sind immer zwei starke Konkurrentinnen da. Dazu kommen junge Springerinnen wie Dorothea Gantert von der SpVg Laatzen oder meine Klubkollegin, die Siebenkämpferin Anna-Elisabeth Ehlers. Es sind schon viele in diesem Jahr an oder über 1,90 Meter gesprungen. Es wird ein enger Kampf.
Kennen Sie das Stadion in Wattenscheid und falls ja: Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dieser Arena?
Ich kenne das Stadion aus dem vergangen Jahr von der Universiade und habe eigentlich sehr gute Erinnerungen daran. Auch wenn das Ergebnis nicht so war wie zuvor erhofft. Die Qualifikation lief super, leider hatte ich danach ein bisschen Fußprobleme und konnte im Finale nicht alles abrufen, was ich draufhatte. Die Stimmung war damals richtig gut. Ich glaube, dass man dort gut springen kann. Deshalb freue ich mich schon auf Wattenscheid.
Haben Sie vor Beginn des Wettkampfs ein bestimmtes Ritual oder eine bestimmte Musik, die sie hören?
Nein, ein bestimmtes Ritual habe ich nicht. Die Abläufe sind allerdings immer die gleichen, also beim Warm-Up und wie man sich fertigmacht. Ich habe auch keine bestimmte Musik, die ich immer höre, sondern mache an, was an dem Tag gute Laune macht.
Welche Ziele verfolgen Sie nach den Deutschen Meisterschaften noch?
Ziel ist es, mich für die EM zu qualifizieren. Aktuell bin ich im Ranking von European Athletics unter den Top 30, das würde reichen. Ich muss aber noch die Bestätigungsnorm für den Deutschen Leichtathletik-Verband springen. Die liegt bei 1,89 Meter, was noch ein Stück von meiner Saisonbestleistung weg ist. Ich traue es mir aber zu – und das ist mein großes Ziel. Dann würde nach der DM die Vorbereitung für die Europameisterschaften anfangen.
Die Europameisterschaften steigen in Birmingham. Was könnte dort für Sie möglich sein?
Ich würde mich sehr freuen, dort überhaupt an den Start gehen zu können. Wenn ich das schaffe, wäre es das Ziel, dort das Finale zu erreichen, was man mit einer 90er-Höhe schaffen kann. Aber das ist sehr weit in der Zukunft. Ich konzentriere mich erstmal auf Wattenscheid.