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FrauenfußballBayer 04 Leverkusen setzt auf mentale Stärke und Einsatzbereitschaft

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DEU, 2.BL, Frauen, 1.FC Union vs. Bayer Leverkusen, / 23.01.2026, Stadion Alte Foersterei, Berlin, DEU, 2.BL, Frauen, 1.FC Union vs. Bayer Leverkusen, im Bild: Eckball, Tysiak Amber1.FC Union Berlin 26, Vidal Juliette Bayer Leverkusen 56 DFL - regulations prohibit any use of Photographs as image sequences and/or quasi-video *** DEU, 2 BL, Frauen, 1 FC Union vs Bayer Leverkusen, 23 01 2026, Stadion Alte Foersterei, Berlin, DEU, 2 BL, Frauen, 1 FC Union vs Bayer Leverkusen, im Bild Eckball, Tysiak Amber 1 FC Union Berlin 26 , Vidal Juliette Bayer Leverkusen 56 DFL regulations prohibit any use of Photographs as image sequences and or quasi video nordphotoxGmbHx/xEngler nph00076

Juliette Vidal (Zweite von rechts) musste mit Bayer 04 Leverkusen in Berlin einige Widerstände überwinden. 

Der hart erkämpfte 2:1-Sieg bei Union Berlin soll die Fußballerinnen für die Partie  gegen den 1. FC Nürnberg beflügeln. 

Einen Schulterklopfer zur Begrüßung haben sich die Gäste aus Nürnberg vor dem Spiel am Samstag (31. Januar/12 Uhr) im Leverkusener Haberland-Stadion zweifellos verdient. Das Team aus der Frankenmetropole hat mit einem überraschenden 1:1 beim SV Werder Bremen den Leverkusenerinnen jüngst wieder die Tür für den Sprung auf den ersehnten dritten Platz einen Spalt weit geöffnet.

Aufsteiger Nürnberg verdiente sich das Unentschieden mit großem Einsatz und Leidenschaft. Das waren auch die Trümpfe, mit denen Bayer 04 am selben Spieltag beim 1. FC Union Berlin bestach. „Wir sind alle über unsere Grenzen gegangen“, meinte Kristin Kögel, die den späten 2:1-Siegtreffer für Leverkusen erzielt hatte. Unfassbare Emotionen habe der Sieg ausgelöst, erklärte die Mittelfeldspielerin und verwies auf die vielen Ausfälle vor dem Match und die Unterzahl nach der gelb-roten Karte für Ruby Grant.

Der Sieg zeigt, wie stark die Mannschaft ist
Vanessa Fudalla, Angreiferin von Bayer 04, über das 2:1 in Berlin

Dieses Erlebnis tue unfassbar gut und könne sehr weit tragen, so Kögel. „Das gibt einen Push und stärkt das Selbstbewusstsein“, ist sie überzeugt. Und Vanessa Fudalla, die das erste Tor für Bayer 04 in Berlin erzielt hatte, stieß ins selbe Horn: Der Sieg verschaffe ein super Gefühl und „zeigt, wie stark die Mannschaft ist“.

Mentale Stärke und Einsatzbereitschaft wird es wohl auch beim Heimauftakt 2026 brauchen. Denn die personelle Situation bleibt angespannt. Zuletzt standen zehn Spielerinnen verletzungs- oder krankheitsbedingt nicht zur Verfügung. Auf ein Comeback hoffen dürfen Bayer-Anhänger bei Torhüterin Friederike Repohl und Cornelia Kramer, die beide zuletzt über muskuläre Probleme klagten, sowie bei den erkrankten Loreen Bender, Valentina Mädl, Sofie Zdebel, Ida Daedelow und Amy Wrigge. Vanessa Haim (Muskel-Sehnen-Verletzung), Charlotte Voll (Schultereckgelenksprengung) und Shen Menglu (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) werden definitiv erneut passen müssen.Hinzu kommt die gesperrte Engländerin Grant.

Für die Partie in Berlin hatte Bayer-Coach Roberto Pätzold auf die personelle Misere reagiert und erstmals die beiden U-23-Spielerinnen Emilia Eltgen und Alisa Sinani in den Bundesliga-Kader berufen. Zum Einsatz kam das Duo nicht. Anders als Sana Coşkun. Die 17-jährige bisherige Regionalliga-Spielerin gab mit ihrer Einwechslung in der fünften Minute der Nachspielzeit ihr Bundesliga-Debüt. Selbst wenn sich das Lazarett etwas lichten sollte, Pätzold muss wohl mit begrenzten Mittel klarkommen.

Gleichwohl hofft er auf die Fortsetzung des guten Starts in die zweite Saisonhälfte. Union könne auch „für all die Aufgaben, die auf uns zukommen, ein guter Gradmesser sein“, hat der Coach unlängst erklärt. Behält er Recht, dürfte angesichts der Energieleistung noch einiges möglich sein. Ziel sei es, „aus unseren Spielanteilen, dem Ballbesitz und der Anzahl an Situationen im letzten Drittel noch mehr Tore zu erzielen und dafür zu sorgen, dass wir weniger ausrechenbar sind“. Die Gelegenheit erscheint dafür günstig. Nürnberg stellt mit 36 Gegentreffern in 15 Spielen die bislang zweitschwächste Defensive der Liga. Nur der Hamburger SV hat noch drei Treffer mehr hinnehmen müssen.