Zweitligist Viktoria Berlin wird unter anderem von Franziska van Almsick und Carolin Kebekus unterstützt.
FrauenfußballBayer 04 Leverkusen trifft im DFB-Pokal auf Investorinnen-Verein

Christin Meyer und Melina Reuter von Viktoria Berlin
Copyright: IMAGO/Beautiful Sports
Am Wochenende brechen die Fußballerinnen von Bayer 04 Leverkusen gen Osten auf. Die Fahrt in die Hauptstadt, wo am Sonntag (14 Uhr) das DFB-Pokalspiel gegen Viktoria Berlin ansteht, können sie mit guter Laune und frischem Selbstvertrauen antreten. Dafür sorgte der Sieg beim SC Freiburg – ein Erfolg, der lange Zeit alles andere als sicher war. Bayer-Trainer Roberto Pätzold sprach angesichts des 2:1 nach zwischenzeitlichem Rückstand von einem harten Stück Arbeit. „Es war ein wilder Fußball-Ritt“, sagte der Trainer. Pätzold machte keinen Hehl aus seiner Erleichterung: „Wir sind glücklich über den Sieg, auch in dem Wissen, dass das Pendel in beide Richtungen hätte ausschlagen können.“
Statt im grauen Mittelfeld festzustecken, hat sich Leverkusen als Tabellensechster nach fünf Partien wieder der Spitze und damit den drei Rängen angenähert, die zur Teilnahme am internationalen Geschäft berechtigen. Ein wichtiger Aspekt dabei: Bayer 04 hat die Spiele gegen das Spitzenduo aus München und Wolfsburg – wenn auch ohne Punktgewinn – vorerst hinter sich gebracht. Es darf also erst einmal durchgepustet werden. Der Start in die Spielzeit versprüht keinen Glanz, bietet aber eine gute Basis für den weiteren Weg.
Viktoria Berlin ist auf dem Weg nach oben
Die Herausforderung im zweiten Wettbewerb neben der Meisterschaft kommt da gerade recht. Ein leichter Gang dürfte die Begegnung in Berlin allerdings nicht werden. Viktoria führt das Zweitliga-Klassement nach sieben Partien vor dem punktgleichen Stadtrivalen Hertha BSC an. Sechs Siegen steht nur eine Niederlage gegen den VfL Bochum gegenüber. Damit befindet sich die Viktoria auf dem angestrebten Weg nach oben und will künftig im Oberhaus mitmischen.
Die Berlinerinnen verfolgen dabei ein ungewöhnliches Konzept. Anders als alle derzeitigen Erstligisten und viele Rivalen in der 2. Liga verfügt die Viktoria nicht über eine Anbindung an einen Männer-Profiverein. Das Rückgrat des Erfolgs soll ein besonderes Investorenmodell sein. Mitte 2022 wurde die Frauenmannschaft der Viktoria in eine GmbH überführt. Der Verein wolle die Mannschaft wie ein Start-up führen und auf diese Weise einen ungewöhnlichen und innovativen Weg im deutschen Fußball gehen. Zu den Investorinnen zählen unter anderem die einstige Weltklasse-Schwimmerin Franziska van Almsick und die Komikerin Carolin Kebekus.
Leverkusens Traum vom Finale
„Wir sind unabhängig und nicht das B-Team der Männer. Unser Ziel ist es, neben dem sportlichen Erfolg einen Wandel im deutschen Fußball voranzutreiben und die Gesellschaft positiv zu beeinflussen“, heißt es vonseiten des Vereins.
Nur allzu gerne würden die Berlinerinnen auch im Pokal Werbung in eigener Sache betreiben und dem 3:1 in der Playoff-Runde beim Regionalligisten VfR Warbeyen eine Überraschung gegen Leverkusen folgen lassen. Bayer 04 will das verhindern. Denn der Traum von der Teilnahme am Pokalfinale im benachbarten Köln soll nach drei Halbfinalteilnahmen (2017, 2020, 2022) endlich in Erfüllung gehen.
