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HandballBayer Leverkusen offenbart Schwächen in der Abwehr

3 min
04.10.2025, Handball-Bayer Leverkusen-Regensburg

vorne: Dana Gruner (Bayer)

Foto: Uli Herhaus

Dana Gruner (beim Wurf) ist mit 105 Toren treffsicherste Spielerin von Bayer Leverkusen. 

Zweitliga-Team muss sich bei Buchholz-Rosengarten mit 33:35 geschlagen geben.

Die besten Leistungen zeigten die Handballerinnen von Bayer Leverkusen in dieser Spielzeit immer dann, wenn sie richtig unter Druck standen. Sowohl beim 32:29 (15:12)-Hinspielerfolg gegen die Handball-Luchse Buchholz-Rosengarten, dem ersten Sieg in einem Ligaspiel nach anderthalb Jahren, als auch beim fulminanten 33:22 (18:8)-Auswärtssieg kurz vor dem Jahreswechsel. Beide Erfolge waren zu dem jeweiligen Zeitpunkt als sportlich überlebenswichtig von Bayers Interimstrainerin Sybille Gruner eingeschätzt worden.

Pünktlich zum Zweitliga-Rückspiel in Buchholz hatten die Werkselfen das wichtigste Saisonziel ohne eigenes Zutun bereits erreicht: Der Klassenerhalt ist Gruners Spielerinnen nicht mehr zu nehmen, weil sich die Zahl der sportlichen Absteiger auf null reduziert hat. Bei Buchholz-Rosengarten hoffte die Trainerin, dass der abfallende Druck für einen Schub sorgen könnte – das Ergebnis, eine Leverkusener 33:35 (16:17)-Niederlage, zeigte dagegen auf, dass Bayer noch viel Arbeit vor sich hat.

Trainerin Sybille Gruner erkennt Fortschritte bei Bayer Leverkusen

Speziell in der Defensive, wie Gruner schlussfolgerte: „Eigentlich waren wir gut im Spiel und es war eine enge Begegnung. Das Tempospiel von Buchholz-Rosengarten hat zu zu vielen Gegentoren geführt. Die Shooter-Fraktion hatten wir gut unter Kontrolle, aber die Eins-zu-Eins-Situationen haben wir in keiner Formation sicher verteidigt. Wir müssen unser Abwehrverhalten verbessern, das war schon gegen die TG Nürtingen ein Problem.“

Gegen das Topteam hatten auch schon in der Vorwoche 33 eigene Treffer nicht zu Zählbarem gereicht. Da stach die Schwäche in der Verteidigung nur nicht so hervor, weil eine höhere Gegentorzahl gegen eine Mannschaft aus der Spitzengruppe erwartbarer war. Die 56-jährige Übungsleiterin möchte nun den Schwerpunkt im Training darauf setzen, um künftig stabiler im Abwehrverbund aufzutreten. Der Angriff sei im Grunde gut eingestellt gewesen, doch es haperte ein wenig an der Effizienz. „Das ist manchmal so, wenn man einfach einen schlechten Tag erwischt“, meint Gruner.

Insgesamt habe die Mannschaft erhebliche Fortschritte gemacht, „wir sind schon viel stabiler, aber es ist eben immer noch so: Für Siege braucht es Torgefahr von allen Positionen – und eine gute Torwart-Leistung“. In jedem Fall bräuchte es immer mindestens ein überragendes Element im Spiel, um es auf die eigene Seite zu ziehen. Ein entscheidender Faktor in den vergangenen Monaten und auch jetzt noch ist, mehr Variabilität in das eigene Spiel zu bekommen. Das ist in vielen Bereichen bereits gelungen und doch gilt: Je flexibler und variabler der Werkzeugkasten der Werkselfen, umso weniger sind sie für die Kontrahenten in der 2. Bundesliga auszurechnen.

Lea Flohr steht vor ihrem Comeback bei Bayer Leverkusen

Eine weitere Alternative kündigt sich langsam aber sicher personell an: „Ich hoffe auf das Comeback von Lea Flohr.“ Die linke Rückraumspielerin steht in der internen Torjägerinnenliste mit 46 Treffern immer noch auf Rang sieben – obwohl sie verletzungsbedingt nur in zehn Partien für Bayer Leverkusen auf dem Feld stand. Betrachtet man den Schnitt, so liegt sie gleichauf mit Bayers insgesamt bester Torschützin Dana Gruner, die bei 105 erzielten Treffern steht. Bei Flohr zeichnet sich nun nach einem Rückschlag im Rehaprozess der Wiedereinstieg ins Mannschaftstraining ab Mitte April ab.

Bis zum ersten Einsatz dürfte es dann zwar auch noch dauern, aber zumindest ist ein Ende der Leidenszeit absehbar. Weiter geht es für Leverkusen erst in rund zwei Wochen. Am 18. April gastieren die Füchse Berlin in der Ostermann-Arena (20 Uhr). Ein vor allem für Britt van der Baan spannendes Duell, geht es doch gegen ihren zukünftigen Arbeitgeber.