Das Zweitliga-Team von Trainerin Sybille Gruner feiert ein 42:26 gegen die SG Kirchhof.
HandballBayer Leverkusen verlässt nach fulminanter Leistung die Abstiegsplätze

Sophia Cormann (links) erzielte in der Partie gegen Kirchhof neun Tore für Bayer Leverkusen.
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Erst das so wichtige Spiel – idealerweise erfolgreich – über die Bühne bringen, dann feiern. Die Marschroute von Bayers Interimstrainerin Sybille Gruner war eindeutig. Und ihre Spielerinnen folgten ihr. Karnevalistisch hatten diese erst noch zurückstecken müssen an diesem Wochenende. Weiberfastnacht, Karnevalsfreitag und Nelkensamstag mussten die Handballerinnen von Bayer Leverkusen trainieren, am Tulpensonntag zahlte sich das jedoch aus: Mit 42:26 (24:15) schickten die Werkselfen die SG Kirchhof deutlich nach Hause.
Alles, was wir uns in der Vorbereitung erarbeitet haben, hat gut funktioniert. Jede Spielerin ist dahin gegangen, wo es wehtut, war torgefährlich und torgeil
„Wir sind sehr gut reingekommen“, erklärte Gruner. Das machte sich auch an den Zwischenständen von 5:3 (6.), 7:4 (9.) bis 10:5 (13.) bemerkbar. „Alles, was wir uns in der Vorbereitung erarbeitet haben, hat gut funktioniert“, sagte Gruner. „Jede Spielerin ist dahin gegangen, wo es wehtut, war torgefährlich und torgeil.“
Genau diese Einstellung hätte ihre Mannschaft aber auch gegen die körperbetonte Abwehr mit zwei offensiven Halbverteidigerinnen gebraucht. Die Nordhessinnen seien mit diesen auf schnelle Ballgewinne aus gewesen, doch das habe Bayer gut gelöst bekommen, gerade im Zusammenspiel von Annika Ingenpaß und Sophia Cormann – übrigens mit acht beziehungsweise neun Treffern auch die beiden besten Torschützinnen der Werkselfen an diesem Nachmittag.
So war es nicht verwunderlich, dass die Gastgeberinnen über 15:8 (17.) und 19:10 (23.) die Führung weiter ausbauen konnten – und dieser Abstand diesmal dann auch zum Pausenpfiff mit 24:15 Bestand hatte.
Nach dem Seitenwechsel brannte nichts mehr an, in der 46. Spielminute wurde der Abstand beim 31:21 durch Cormann sogar zweistellig. Bayer Leverkusen ließ es jedoch keinen Deut langsamer angehen und legte mit einer 6:0-Serie von 36:24 (54.) bis 41:24 (59.) noch einmal nach. Wenig später war der 42:26-Endstand amtlich.
Ein Sonderlob von Gruner erhielt nach diesem fulminanten Sieg auch Merle Muth, die eine herausragende Paradenquote von fast 40 Prozent erreichte. „Es ist alles zusammengekommen, alle haben eine Top-Leistung gezeigt. Wir waren auf den Punkt da, ähnlich wie gegen Lintfort“, lobte Gruner.
Bayer Leverkusen profitiert von Remis des TuS Lintfort
Apropos Lintfort: Im Parallelspiel kassierte der TuS zehn Sekunden vor Schluss noch den 24:24-Ausgleich gegen den Bergischen HC, nachdem er lange geführt hatte. Da Lintfort nicht gewann, steht der TSV Bayer 04 erstmals seit dem zweiten Spieltag wieder auf einem Nicht-Abstiegsplatz steht. „Wir müssen unsere Punkte selbst holen uns es aus eigener Kraft schaffen, alles andere ist wenig vorhersehbar“, sagte Gruner.
Dennoch ist die Momentaufnahme am Ende des 18. Spieltags ein guter Anlass, Mut zu schöpfen für die kommenden Aufgaben. Oder wie es Gruner formulierte: „Wir haben unser Selbstvertrauen wieder.“

