Das Team von Trainerin Sybille Gruner beweist beim 34:29 gegen den Bergischen HC vor allem in der entscheidenden Phase seine Qualitäten.
HandballBayer Leverkusen zeigt im Derby starken Willen

Denise Mol (l.) und Sophia Cormann (r.) feierten mit Bayer Leverkusen einen Derbysieg gegen den Bergischen HC.
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Sybille Gruner hatte es angekündigt – und ihre Spielerinnen setzten es um. „Als nächstes wollen wir auch mal wieder punkten“, sagte Bayers Interimstrainerin vor rund einer Woche nachdem ihre Mannschaft mit den Spreefüchsen Berlin erneut einem Spitzenteam das Leben schwer gemacht hatte, ohne aber selbst Zählbares mitzunehmen.
Gegen den Bergischen HC, ein Team aus dem gesicherten Mittelfeld, gelang es nun nach einer kleinen Durststrecke von drei Spielen wieder zu punkten. Der 34:29 (14:13)-Auswärtserfolg war Derbysieg und Revanche für die äußerst knappe 25:26 (11:13)-Hinspielniederlage, bei der sich die Leverkusenerinnen das entscheidende Gegentor eine Sekunde vor Schluss fingen.
Das war wichtig und auch völlig verdient. Wir wollten es mehr als der BHC – das war die Basis für den Sieg
„Das war wichtig und auch völlig verdient“, sagte Gruner. Dabei sei Bayer nicht unbedingt spielerisch die bessere Mannschaft gewesen, „aber wir wollten es mehr als der BHC – das war die Basis für den Sieg“, erklärte die 56-Jährige. Gerade in der entscheidenden Phase in der zweiten Halbzeit, in der die Leverkusenerinnen in dieser Saison sonst oft ihre größten Probleme hatten, waren sie diesmal sehr präsent. „Da konnten wir noch mal eine Extraenergie einbringen“, sagte Gruner.
Der Bergische HC sei nur über Toptorjägerin Svenja Mann richtig gefährlich geworden. Sie erzielte 15 Treffer und schob sich in der Liste der besten Schützinnen der 2. Bundesliga auf Platz drei vor. Doch Mann kam auch nicht auf eine Hundertprozentquote, worauf Bayer insgeheim setzte und sich verstärkt auf das Verteidigen der anderen BHC-Angreiferinnen konzentrierte.
Torhüterinnen von Bayer Leverkusen zeigen starke Paraden
Einige wichtige Paraden, verteilt auf alle drei Torhüterinnen und Big Points im Angriff ergaben den richtigen Mix für Bayer, um am Ende als Derbysieger vom Feld zu schreiten. Torhüterin Jana Theobald, die Leverkusen ebenfalls wie Nela Žužić (Karriereende) verlassen wird, bezeichnete Gruner als „Matchwinnerin“, denn sie hielt beim Stand von 31:28 (57.) einen Siebenmeter und verhinderte, dass der BHC noch einmal herankommen konnte. Bayer spielte die letzten Minuten souverän runter und gewann ungefährdet.
Nun verbleiben fünf Partien in dieser Spielzeit, in denen Bayer „so viele Punkte wie möglich“ einfahren möchte, um „mit einem guten Gefühl aus der Saison“ zu gehen. In Sachen Einsatzminuten verteilt Gruner daher auch keine Freifahrtscheine: „Die Spielzeit muss sich weiter erarbeitet werden.“

