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HandballAnnika Ingenpaß verlässt Bayer Leverkusen

2 min
09.11.2025, Handball-Bayer 04 Leverkusen-Buchholz

links: Annika Ingenpaß (Bayer)

Foto: Uli Herhaus

Annika Ingenpaß (l.) gehörte in den vergangenen Jahren zu den Leistungsträgerinnen bei Bayer Leverkusen. 

Die Kreisläuferin und Sportliche Leiterin sucht beim Bundesligisten VfL Oldenburg eine neue Herausforderung.

Es war eine Überraschung zum Wochenbeginn: Annika Ingenpaß, Bayers spielende Sportliche Leiterin, verlässt den Handball-Zweitligisten zum Saisonende – und wechselt zum VfL Oldenburg. Die 29-Jährige unterschreibt beim niedersächsischen Bundesligisten einen Vertrag bis 2027, rein als Spielerin.

Mit ihrer Erfahrung aus zahlreichen Bundesligapartien, internationalen Einsätzen und A-Länderspielen für Deutschland soll sie dem Oldenburger Spiel zusätzliche Stabilität am Kreis verleihen, teilt der Klub aus der Nähe von Bremen mit.

Die Verantwortung, Bayer Leverkusen  zu stabilisieren, lastete auf Annika Ingenpaß

Bayer Leverkusen hingegen verliert seine Schlüsselspielerin und Sportliche Leiterin. Ein herber Rückschlag für den immer noch taumelnden Rekordmeister, der seit zwei Jahren nicht zur Ruhe kommt. Etwas mehr als ein Jahr lang zog Ingenpaß bei Bayer die Fäden – auf und neben dem Spielfeld. Die Verantwortung, einen Verein zu stabilisieren und neu auszurichten, der sich lange im freien Fall befand, lastete fast ausschließlich auf ihr.

Nun bot sich ihr in Oldenburg die Chance, eine sportliche Herausforderung anzunehmen – und nur Spielerin zu sein. Die Aufgaben als Sportliche Leiterin übergibt Ingenpaß zur neuen Spielzeit an die neue Trainerin Franziska Garcia, die auf Interimstrainerin Sybille Gruner folgt.

Ob Gruner, die mit ihrer ruhigen und analytischen, aber auch herzlichen Art ebenfalls ein wichtiger Faktor im Abstiegskampf war, Bayer weiter unterstützt, bleibt abzuwarten. „Meine Gedanken gehen nur bis Ende Mai“, sagt die 56-Jährige mit Blick Richtung Saisonabschluss.

Den Abgang von Ingenpaß bedauert die Trainerin: „Den Verlust kann man nicht kompensieren. Was sie am Kreis leistet, die Tore, die sie wirft – das ist nicht aufzuwiegen.“ Gleichzeitig gönnt sie ihrer Leistungsträgerin das Abenteuer Oldenburg von ganzem Herzen: „Die Bundesliga wird ihr noch einmal guttun nach den zwei schwierigen Jahren.“

Andere müssen jetzt in die Bresche springen. Das ist auch eine große Chance für Spielerinnen, Verantwortung zu übernehmen und sich in den Vordergrund zu spielen
Sybille Gruner, Trainerin von Bayer Leverkusen

Und Gruner ist sich auch sicher, dass Ingenpaß in Oldenburg mit Leistung überzeugen wird: „Eine Annika Ingenpaß tut jeder Mannschaft gut.“ In Leverkusen wird man die Kreisläuferin schmerzlich vermissen, doch Gruner findet auch Worte, die Hoffnung machen: „Andere müssen jetzt in die Bresche springen. Das ist auch eine große Chance für Spielerinnen, jetzt Verantwortung zu übernehmen und sich in den Vordergrund zu spielen.“

Beispielsweise am Samstag, wenn der TSV Bayer 04 Leverkusen beim Bergischen HC zum Derby antritt (18.30 Uhr). „Das wird schwierig. Der BHC hat zuletzt gegen Solingen hoch verloren (19:32; Anm. d. Red.) und wird auf Wiedergutmachung aus sein. Aber auch wir wollen die Punkte holen, die wir zu Hause verdient gehabt hätten“, sagt Gruner.