Die kämpferischen Gummersbacher Handballer verlieren auswärts 26:28 gegen den frisch gebackenen DHB-Pokalsieger aus Berlin.
Handball-BundesligaSiegesserie des VfL Gummersbach endet in Berlin

Am Kampf- und Siegeswillen der Gummersbacher gegen Berlin fehlte es am Donnerstag nicht.
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Es steht 22:19 für die Füchse Berlin gegen den VfL Gummersbach, als VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson in der 51. Minute eine Auszeit nimmt. Und die scheint Wirkung auf die Gummersbacher zu haben, die anschließend einen schnellen 3:0-Lauf starten und auf 22:22 (52.) ausgleichen. Acht Minuten vor Abpfiff ist die Partie in der Handball-Bundesliga am Donnerstagabend in der Berliner Max-Schmeling-Halle wieder völlig offen und so spannend wie nie zuvor.
Umso bitterer für den VfL ist der Endstand, der mit 28:26 (13:12) für Berlin zugunsten der Gastgeber ausfällt. „Ich bin unfassbar stolz auf den Einsatz und den Willen meiner Mannschaft. Es sind Kleinigkeiten, die solche Spiele am Ende entscheiden. Es tut wirklich weh“, fand Sigurdsson nach der Partie nur schwer die richtigen Worte.
Berlin kam als DHB-Pokalsieger mit der Trophäe in die eigene Halle
Während die frisch gebackenen DHB-Pokalsieger aus Berlin die Trophäe in ihre Halle mitgebracht hatten, hatten die Gummersbacher nach elf Siegen in Folge in der Bundesliga vor allem Selbstbewusstsein und Siegeswille eingepackt. Wie erwartet starteten die zurzeit starken Füchse vor eigenem Publikum gut ins Spiel und setzten sich schnell auf 3:0 (4.) ab. Das erste Tor für Gummersbach warf Kay Smits erst nach viereinhalb Minuten. Die Gastgeber blieben vorne, legten konstant vor und bauten ihre Führung leicht aus.
Die Gummersbacher hingegen sammelten in der Anfangszeit einige technische Fehler. Milos Vujovic scheiterte zudem erstmals per Siebenmeter am Berliner Torhüter Dejan Milosavljev, der über die gesamte Spielzeit eine überragende Leistung zeigte. Die Füchse setzten sich weiter auf 7:3 ab (13.). Wer daraus schlussfolgerte, dass Berlin nun schnell davonziehen würde, der lag jedoch falsch.
Treffsicherer Kentin Mahe auf Seiten des VfL Gummersbach
Auch VfL-Torhüter Dominik Kuzmanovic hielt seinem Team mit Paraden den Rücken frei, ein treffsicherer Kentin Mahe verkürzte auf 7:9 (20.) für den VfL und Bertram Obling hielt ebenfalls einen Siebenmeter der Gastgeber (23.). Nach einer eher torarmen ersten Halbzeit mit niedrigen Wurfquoten auf beiden Seiten gingen die Gummersbacher schließlich mit einem knappen 12:13-Rückstand in die Pause.
Auch nach dem Wiederanpfiff behielt der VfL seine Stärke, und als Lukas Blohme zum 14:14 (35.) traf, war die Partie erstmals ausgeglichen. Danach wechselten die Treffer zunächst hin und her, bis es erneut die Berliner waren, die sich wieder absetzten, ehe der VfL seinen überraschenden 3:0-Lauf startete. In der Crunch-Time fiel die Anzahl an Toren, die in der ersten Halbzeit so lange auf sich hatte warten lassen. In Führung zu gehen schafften die Gummersbacher jedoch nicht. Die Füchse trafen sicher aus dem Rückraum und standen auch in der Abwehr stabil. Und kam doch mal ein Gummersbacher durch die Deckung, stand ja noch Dejan Milosavljev im Berliner Tor.
Den Gummersbachern, die zurzeit auf den verletzten Julian Köster verzichten müssen, fehlte in der Schlussphase die entscheidende Durchsetzungskraft im Angriff. Top-Handballer Mathias Gidsel zeigte auf Berliner Seite dagegen seine gewohnte Stärke und lief erneut zur Höchstform auf. Als Milosavljev den dritten von vier Gummersbacher Siebenmetern parierte, war der Sieg der Berliner klar.
Während die Gastgeber in der Bundesliga auf den zweiten Tabellenplatz vorrücken, bleibt der VfL auf Rang vier. Damit schwinden die Chancen für den VfL auf einen Platz in der Champions League. Für die Oberberger geht es in der Bundesliga am Donnerstag, 30. April, 19 Uhr, zu Hause gegen Göppingen weiter.
