Buchenasche, Kastanien und Efeu: sie wurden früher genutzt, um Waschmittel herzustellen. Das LVR-Museum zeigt, wie es geht.
SeminarAm LVR-Museum in Lindlar werden Flecken mit Asche und Efeu bekämpft

Wie früher die Wäsche gewaschen wurde, demonstriert Christine Rockenfeller.
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Bevor die Waschmaschinen Einzug in die Haushalte hielt, war Wäschewaschen eine sehr anstrengende und auch zeitintensive Arbeit, manchmal dauerte es mehrere Tage und manche Familien wuschen auch gemeinsam. Dabei hatte fast jede Hausfrau ihre eigene Methode, um Flecken wie Schweißränder oder Ölschmier aus der Baumwoll- oder Leinenbekleidung zu entfernen, weiß Christine Rockenfeller. Sie ist Hauswirtschafterin im LVR-Freilichtmuseum in Lindlar und kennt sich mit dem Thema Wäsche und Waschen in früheren Zeiten bestens aus.
Um das damalige Vorgehen beim Wäschewaschen zu zeigen, hat sie etwas vorbereitet: ein weißes Nachthemd, Zinkbottich, Kernseife, Wurzelbürste, dazu noch ein paar blau gemusterte Geschirrtücher. Hinter dem Hof Peters hat sie die Wäsche schon länger eingeweicht und auch die fleckigen Stellen mit der Seife vorbehandelt. Das Waschbrett darf natürlich nicht fehlen, denn darauf wird die nasse Wäsche mit der Kernseife und der Wurzelbürste ordentlich bearbeitet, eine echte Knochenarbeit. Außerdem befinden sich die Hände die ganze Zeit im Wasser.
Zur Behandlung von Flecken in der Wäsche hatte jede Hausfrau damals ihre ganz eigenen Methoden
Gründlich ausgespült werden muss das Ganze auch noch, ausgewrungen, glatt gezogen und mit den Holzklammern auf der Wäscheleine befestigt werden. Dabei geht der Blick zum Himmel, denn Regen an einem Waschtag ist äußerst ungünstig. Eine Möglichkeit, die Wäschen innen zu trocknen, hatten früher nur wenige Familien, berichtet Rockenfeller.
Die Waschmittel wurden früher nur aus wenigen Zutaten hergestellt. Und es gibt sehr unterschiedliche Mittel. Heute ist es kaum vorstellbar, dass man mit Buchenasche Wäsche sauber bekommt. Dazu muss die Asche sehr fein sein. Sie wird mit kochendem Wasser aufgegossen, der Sud bleibt dann stehen, bis sich die Asche bis auf einen ganz feinen Schleier, der sich am Boden abgesetzt hat, aufgelöst hat. Auch aus Rosskastanien wurde damals Waschmittel hergestellt und ebenso aus Efeu. Kaiser-Natron, Soda und Öl sind weitere Zutaten. Für den guten Geruch sorgten ätherische Öle etwa aus Lavendel oder Rosen.
Wie man nachhaltige und umweltschonende Wasch- und Putzmittel mit wenigen Zutaten selbst herstellen kann, können Interessierte bei einem Seminar im Freilichtmuseum selbst ausprobieren.
„Natürlich sauber“ heißt das Seminar, das am Sonntag, 14. Juni, von 11 bis 14 Uhr im Lindlarer Freilichtmuseum von Sabine Albert-Brady angeboten wird. Die Anmeldung erfolgt bei der Kulturinfo Rheinland, unter (0 22 34) 99 21-555 oder info@kulturinfo-rheinland.de. Alle Informationen zu dem Kurs und weitere Termine gibt es auch auf der Homepage des Museums.
