Beachvolleyballfeld und Boulebahn warten im Gladbacher Ortsteil Katterbach auf Sportler
Neue SportanlagePritschen und baggern auf Gladbacher Sand

Zur Eröffnung der neuen Sportanlage fand sich auch Bürgermeister Marcel Kreutz (3. v. r.) ein
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Der Sommer ist da, die Sommerferien sind es auch. Bis Anfang September haben die Schüler Pause vom Unterricht. Für die Daheimgebliebenen oder aus dem Urlaub zurückgekehrten gibt es etwas Neues aus dem Bereich des Sports: Rechtzeitig zum Ferienbeginn hat die Stadt Bergisch Gladbach den ehemaligen Fußballplatz im Stadtteil Katterbach zu einer neuen Bewegungs- und Freizeitstätte für alle Bürger umgewandelt. Gepritscht und gebaggert werden kann jetzt auf einem mit feinen Sand versehenen Volleyballfeld, und barfuß kommen dabei allerbeste Urlaubsgefühle auf.
Richtiger Sandplatz
Zuletzt hatte es einen richtigen Sandplatz wohl bei Beachvolleyturnieren vor dem Bergischen Löwen gegeben, das aber ist mindestens zwei Jahrzehnte her. Beachvolleyballplatz und auch eine Bouleanlage warten jetzt in Katterbach auf Nutzende. Trainings- und Freizeitzeiten können über die auf dem Gelände installierte „Sportbox“ gebucht und reserviert werden.
Das sei alles unkompliziert, heißt es bei den Machern in der Verwaltung. Allerdings: Ein handelsübliches Smartphone ist erforderlich, ohne geht es nicht. Bälle für Volleyball und auch der Schlüssel für die eingezäunte Sportanlage befinden sich in der Box für den Sport. Und schon könne es losgehen mit den sportlichen Aktivitäten, freuen sich die Verantwortlichen.
Zweite Sportbox
In Schildgen auf der Sportanlage ist vor einiger Zeit die erste dieser Sportboxen entstanden, in Katterbach gibt es jetzt die zweite. Das Angebot ergänzt das Sporttreiben auf den ganz überwiegend mit Kunstrasen versehenen Sportplätzen im Stadtgebiet. Diese Plätze müssen aus Sicherheitsgründen außerhalb der Trainingszeiten der Sportvereine abgeschlossen werden, damit verknappen sich die freien Sportangebote gerade in den Sommerferien .
Und: Auf den Kunstrasenplätzen können meistens nur Vereinsmitglieder Sport machen. Mit den „Sportboxen“ in Katterbach und Schildgen soll hingegen das freie Sportangebot für die Bürgerinnen und Bürger ergänzt werden. Die Geschichte des Katterbacher Sportplatzes ist voller Wendungen: Der Aschenplatz, auf dem über viele Jahre der Club Inter 96 seine Kreisligaspiele ausgetragen hatte, wurde schon 2015 stillgelegt.
Die Stadt brauchte Aufstellflächen für die Geflüchteten-Unterbringung. Zuvor turnten auch die Grundschüler aus Katterbach auf dem Platz. Sie spielten auf dem Tennensportplatz an der Kempener Straße Fußball oder liefen und sprinteten um die Wette. Eine Erstaufnahmestelle errichtete die Stadt ab 2015 hier, das Deutsche Rote Kreuz kümmerte sich um die Menschen. Bis zu 200 Männer, Frauen und Kinder lebten zeitweise in drei Leichtbauhallen. Beengt ging es zu, Intimsphäre fehlte, so schilderten es die Bewohner damals.
Besuch des Bundespräsidenten
Sie zogen sogar vors Rathaus und protestierten wegen der schwierigen Unterbringung. Im November 2015 besuchte der damalige Bundespräsident Joachim Gauck Katterbach, er sprach mit den Geflüchteten und auch den DRK-Helfern, allen voran die DRK-Vorsitzende für Rhein-Berg, Ingeborg Schmidt. Ein großer Tag für die Stadt war dies, mit Eintrag ins Goldene Buch als Höhepunkt.
Als die Zahl der Geflüchteten geringer wurde, diente der Platz zunächst als Reservefläche für die Unterbringung. Später wurde auch dies aufgegeben, die Idee einer Rückkehr des Sportgeländes griff die Stadt auf. Im Jahr 2025 wurde der Platz schließlich wegen der im Untergrund lauernden Schadstoffe saniert.
Platz stark mitgenommen
Auch hatte der Platz durch die Zelte und Container für die Geflüchteten stark gelitten, die Sportfläche war sehr beschädigt. Der Katterbacher Platz, dies sei auch erwähnt, war einer der letzten hierzulande, der seine Kieselrotasche verlor. Mit dem Bau der neuen Sportanlage wurde anschließend begonnen.
Insgesamt investierte die Stadt rund 250.000 Euro, aus dem Förderprogramm„Moderne Sportstätten 2022 (Zweiter Aufruf)“ flossen 156.000 Euro nach Katterbach. „Ein besonderes Merkmal der neuen Sportanlage ist ihre offene Nutzung. Sie steht grundsätzlich allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung“, sagt Giorgina Leigh Butler, Abteilungsleiterin Sport in der Verwaltung.
Ein Teil des Sportgeländes sei offen für alle, ein anderer Bereich bleibe zunächst den Sportvereinen vorbehalten. Die Stadt verfolge das Ziel, Bewegungsangebote für Menschen aller Altersgruppenzu schaffen. Katterbach sei ein wichtiger Baustein dieses Projekts.
