Hans-Christian Sanladerer leitet ab September drei kostenlose Workshops zu „Urban Sketching“ im Oberbergischen.
„Urban Sketching“Das Skizzenbuch ist ständiger Begleiter des Reichshofers

Skizzen am Heimatmuseum Bergneustadt: Hans-Christian Sanladerer skizziert Oberberg in freier Natur.
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Der Blick geht prüfend in die Höhe, der Stift setzt schnelle Striche auf das Papier. Wieder ein Blick, ein paar Striche, dazu ein Gespräch, das von der Leidenschaft Hans-Christian Sanladerers für das „Urban Sketching“ erzählt.
Das Skizzenbuch ist ständiger Begleiter
Gerade erst hat der studierte Grafik-Designer, Illustrator, frühere Cartoonist und Karikaturist sich auf einer Motorradtour das Knie verletzt – das Sitzen auf dem niedrigen Stuhl vor dem Heimatmuseum in Bergneustadt tut weh, das Aufstehen sowieso. Aber der Schmerz ist weitgehend vergessen, sobald der Stift über das Papier fliegt, sobald der Künstler von seinen Workshops berichtet, von seiner Freude darüber, immer und überall Momentaufnahmen festzuhalten. Das Skizzenbuch ist ständiger Begleiter des Reichshofers, kein Stift ist sicher davor, von ihm ausprobiert zu werden. Lachend berichtet er von seiner Entdeckung, dass ein schlichter Rollerpen für die Schule, mit Wasser vermischt, drei verschiedene, wunderbare Blautöne erzeugt.
Er erzählt davon, wie sehr er es schätzt, mit Kalligrafie seinen Zeichnungen einen weiteren gestalterischen Aspekt zu geben und zeigt seine Skizzen, zu denen es immer auch eine Geschichte gibt. Einen Tag ohne sein Skizzenbuch könne er sich nicht mehr vorstellen, gibt der 62-Jährige zu und sagt: „Ich zeichne alles, was meine Neugierde weckt.“
Faszinierende Begegnungen
Richtig sauer wird er, wenn er von Teilnehmenden seiner Workshops erzählt, die ihm berichten, sie seien einst als vollkommen talentlos eingestuft worden. „Eine solche Verurteilung ist das Ende jeder Kreativität. Das finde ich absolut unverantwortlich“, betont Hans-Christian Sanladerer. Und er gibt zu: „Jahrzehntelang hat auch mich meine Angst, im Freien zu skizzieren und dabei beobachtet zu werden, davon abgehalten, das zu tun, was mich heute erfüllt und glücklich macht.“ Diese Angst ist längst überwunden, zumal die von ihm gefürchtete, vernichtende Kritik gänzlich ausblieb. Im Gegenteil – der Zeichner schildert faszinierende Begegnungen, ungeahnte Kontakte und, mit anderen geteilte, Augenblicke der Freude über gelungene Zeichnungen. Dabei geht es ihm mitnichten um Perfektion: „Ohne loslassen zu können wird man weder skizzenhaft locker, noch weiß man die tollen Zufallsergebnisse das Aquarells zu schätzen. Skizzieren findet im Hier und Jetzt statt, es fängt Augenblicke ein.“
Ganz geradlinig war auch sein Lebensweg nicht. „Ich landete durchaus mit Umwegen bei meinem heutigen Traumjob: Ich gebe Workshops, offline sowie online, leite Malreisen im In- und Ausland und schreibe Bücher zu meinen Themen.“
Hans-Christian Sanladerer leitet im September und Oktober drei kostenlose Workshops „Urban Sketching – Spaß am Skizzieren in deiner Stadt. Skizzieren & Aquarellieren“ für Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren. Sie finden jeweils von 13 bis 17.30 Uhr am Samstag, 5. September, in Hückeswagen, am Sonntag, 6. September, in Engelskirchen und am Sonntag, 11. Oktober in Bergneustadt statt.
Anmelden können Interessierte sich bei per Mail an urbansketching@chrisa.de oder unter der Nummer 0172 / 3284026.
