Der Brunnen am Konrad-Adenauer-Platz in Bergisch Gladbach plätschert wieder.
BrunnenDas Gladbacher „Waffeleisen“ sprudelt wieder

Das ist der Beweis: Der Brunnen in Bergisch Gladbach plätschert wieder
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Manchmal geschehen noch Zeichen und Wunder. Es ist für Bergisch Gladbach die Nachricht des Sommers: Seit Mittwoch sprudelt der Brunnen auf dem Konrad-Adenauer-Platz wieder.
Abkühlung gesucht
Das kommt gerade recht als Abkühlung zur bevorstehenden Hitzewelle in den nächsten Tagen. Allerdings: Seit kurzem fehlt die in den Boden eingelassene Plakette zur Geschichte des Brunnens. Ob sie jemand „mitgenommen“ hat oder einfach verloren gegangen ist, lässt sich kaum klären.
Erstmal zum Brunnen, der im Volksmund schlicht „Waffeleisen“ heißt, seiner Form wegen. Das Wasser schießt, wie es sein soll, als Fontäne aus den 24 Sprudeldüsen des übergroßen Papierschöpfsiebs, bricht sich an der höchsten Stelle, fällt in sich zusammen und gluckert in den Wasserkreislauf. Währenddessen hebt und senkt sich das Schöpfsieb wie ein Brustkorb, was viele Beobachter fasziniert.
Stillstand seit Monaten
Doch seit Monaten stand alles still. In diesem Jahr hatte der Brunnen noch nicht einen einzige Tag sein Schauspiel auf der Platzmitte zeigen können. Dass nach langer Reparaturzeit jetzt wieder alles sprudelt, erleichtert auch die Verantwortlichen der Stadt.
Viele Bürgeranfragen hatte es in den vergangenen Monaten gegeben, und mancher Gladbacher vermisste das Auf und Ab des Brunnens sehr. Warum aber stand das heimliche Wahrzeichen der Stadt still? Für die Schwenkmechanik ist eine Welle verantwortlich. Diese Welle war sehr stark abgenutzt, sie fing zu schlagen an. Außerdem, berichtet die Stadt, habe es Beschädigungen an einigen Wasserdüsen gegeben, sie seien verstopft gewesen.
Schwierige Reparatur
Die Folge: Die Pumpe, die das Wasser antreibt, konnte nicht mehr richtig arbeiten. Sie saß einfach fest, nichts ging mehr über Monate. Und Handwerker, die mit der Mechanik des Brunnens vertraut sind, sind nicht leicht zu finden. Wenn die Sprudler arbeiten, wirken die zwei Dutzend Düsen und die zweieinhalb Tonnen schwere Bronzeplatte tatsächlich filigran, so wies es sich Bildhauer Albert Sous vorgestellt hatte, als er zu Anfang der 1980er Jahre ans Werk ging.
1979 hatte die Paffrather Raiffeisenbank (heute VR-Bank) den besonderen Brunnen der Stadt zum 100-jährigen Bankbestehen geschenkt, ein Honorar von 100.000 D-Mark wurde für das Geburtstagsprojekt ausgelobt.
Gladbacher Wasserspiele
1982 wurden die Gladbacher Wasserspiele eingeweiht, zu denen auch Kreisbögen und Strahler gehören, mit roten Kacheln auf dem Platz angedeutet. Mühlrad, Schöpfsieb als Nabe und der wellenförmige Verlauf der Strunde bilden ein Ensemble. Seit kurzem fehlt auch die Plakette, an der Marktseite eingelassen in das Pflaster.
Ein heller Fleck auf dem Boden markiert die Stelle, wo sie bislang zu finden war. Der Verschönerungsverein hatte die Plakette 2007 ins Pflaster einsetzen lassen. Dieser Verein ist der wichtigste Unterstützer der Stadt, wenn es um Kunst im öffentlichen Raum geht. Zuletzt hatte der Verein historische Grabsteine auf dem alten Friedhof am Quirlsberg saniert. Auch die Amtskette, die Bürgermeister Marcel Kreutz zum Empfang des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron getragen hatte, ist ein Geschenk des Verschönerungsvereins an die Stadt gewesen.
Anlässlich des 25-jährigen Zusammenschlusses der bis 1975 selbstständigen Städte Bensberg und Bergisch Gladbach hatte der Verein sie gestiftet. Die Wasserspiele machen bald eine Pause: Aus Sicherheitsgründen steht der Brunnen ab Anfang August für die Laurentiuskirmes still.
