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Country-MusikArte dreht Dokumentation über Lindlarer Musikerin

3 min
Dreharbeiten zur Doku über Rita De Los Angeles: Line Dancer im Einsatz.

Bei den Dreharbeiten zur Doku über Rita De Los Angeles (r.) kamen auch Line Dancer zum Einsatz.

Der Film über Rita De Los Angeles wurde im Bergischen und in Kalifornien aufgenommen.

Als Ende März eine Mail in Rita De Los Angeles virtuellen Briefkasten purzelte, dachte die Lindlarerin zunächst an ein Fake. „Die Filmemacherin Eva Hoffmann Villena fragte mich an, ob ich Interesse an einem Künstlerporträt für die Reihe Arte Tracks über mich und meine Musik hätte. Und weil ich zunächst äußerst skeptisch war, habe ich absolut nichts angeklickt, sondern erstmal den Namen gegoogelt“, verrät die Gitarristin und Sängerin lachend.

Eine Video-Konferenz mit der Filmemacherin später, war der Lindlarerin klar, dass das Angebot ernst gemeint ist. Und sie begann sich riesig zu freuen. „Eva Hoffmann Villena erzählte mir, sie habe ein Interview von mir gelesen, das sie spannend fand. Darum kam die Anfrage.“ Das Interview, erschienen im Online Magazin „Rainbow Rodeo“, beschäftigte sich unter anderem mit der queeren Country Szene in den USA, speziell in Kalifornien. Eine Szene für die sich Rita De Los Angeles, seit vielen Jahren mit einer Deutschen verheiratet, schon lange stark macht.

Als die Anfrage kam, war ich zunächst sehr skeptisch und habe den Namen der Filmemacherin gegoogelt.
Rita De Los Angeles, County-Musikerin aus Lindlar

„Arte Tracks beschäftigt sich mit traditionellen Musikrichtungen – da passt meine Art des Country gut hinein. Und auch der Bogen zur queeren Country-Szene funktioniert, denn da findet gerade eine große Öffnung statt. Queere Menschen finden immer mehr ihre Heimat auch wieder in der Countrymusik“, erzählt Rita De Los Angeles mit großer Freude. Genau das, ergänzt durch Filmaufnahmen in der deutschen Wahlheimat, habe Eva Hoffmann Villena reizvoll gefunden, berichtet sie.

Rita De Los Angeles beim Konzert bei „Dancing In The Valley“.

Film-Dreh beim Konzert bei „Dancing In The Valley“.

Als dann der Termin für die ersten Aufnahmen festgezurrt werden sollte, ergab sich das Problem, dass die Musikerin Auftritte in Kalifornien vereinbart hatte. „Zu diesem Zeitpunkt fand in Ojai, 130 Kilometer nördlich von Los Angeles, ein Queer-Country-Festival statt, für das ich gebucht war.“ Verschieben ging nicht, aber die gebürtige Amerikanerin hat natürlich Kontakte, die sie nutzen konnte. Sie stellte ein Team zusammen, das die Filmaufnahmen in Kalifornien übernahm.

Gefilmt wurde eine Stunde Konzert, Line Dancer tanzten und wurden interviewt, um darzustellen, was Queer Country ihnen bedeutet. Für Rita De Los Angeles ist klar: Line Dance bringt Menschen zusammen, sie können sich als Teil einer großen Gemeinschaft wahrnehmen.“ Sie beobachtet mit Begeisterung, dass die queere Community in ihrem Heimatland sich gerade selbst sichtbarer werden lässt, fester zusammensteht. „Bei dem aktuellen politischen Klima dort ist das auch sehr, sehr nötig.“

An Muttertag war Rita wieder in Oberberg und organisierte zügig für den Dreh vor Ort ein Event auf ihrem Lindlarer Hof. Zum Glück sei ihr Line Dance-Netzwerk groß und funktioniere super, freut sie sich.

Drei Stunden wurde schließlich getanzt, Rita De Los Angeles sang und spielte und wurde, da es ein kühler Tag war, morgens in ihrem Wohnzimmer am wärmenden Kamin interviewt. „Letztlich wird meine Realität als Künstlerin in beiden Welten zu sehen sein“, kündigt sie an und sagt, der Beitrag werde voraussichtlich im Spätherbst zu sehen sein. „Sobald ich den Sendetermin weiß, lade ich meine Freunde zu einer Viewing-Party ein“, verspricht sie lachend.