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„Jrön und Jedön“Gartenarche im Freilichtmuseum Lindlar feiert 25-jähriges Bestehen

3 min
Eine Frau im Gemüsebeet.

Die Dicken Bohnen blühen zurzeit im Arche-Garten. Marianne Frielingsdorf erntet die Samen, um sie für eine neue Aussaat zu nutzen. 

Auch der Gartenmarkt „Jrön und Jedön“ ist schon 20 Jahre alt. Am Wochenende macht er das Museum wieder zum Mekka der Pflanzenfreunde. 

Es grünt und blüht in vielen Farben, die ersten Johannisbeeren präsentieren ein zartes Rot, und auch bei den Dicken Bohnen zeigen sich erste Blüten. Den Erbsen kann man geradezu beim Wachsen zusehen. Der Schneeball verliert derweil seine weißen Blüten.

Doch in diesem Garten ist etwas anders als in anderen Gärten. Es wird nicht geerntet und wenn, dann ist es nicht zum Verzehr gedacht. Denn die Pflanzen der Bergischen Gartenarche im LVR-Freilichtmuseum Lindlar sind alte Sorten, die erhalten werden sollen. Darum werden die Samen geerntet und wenn es genügend gibt, weiterverteilt.

Die Sorten des bergischen Bauerngartens

Pflanzen aus der Zeit vor 1950 Die Bergische Gartenarche feiert in diesem Jahr Jubiläum, sie wird 25 Jahre alt. Ihre Aufgabe ist seit den Anfängen das Sammeln und Sichern alter Landsorten, also sowohl von Nutz- als auch Zierpflanzen, die vor 1950 in den Gärten des Bergischen Landes angebaut wurden. Das können durchaus Sorten sein, die davor hier nicht heimisch waren.

Kräuterfrau Marianne Frielingsdorf ist eine der treibenden Kräfte im Garten hinter der alten Volksschule. Sie erinnert sich, dass die Idee,   in einer Arbeitsgruppe des Naturschutzbundes entstanden ist.   Damals wie heute gilt, was das Team der Bergischen Gartenarche auf seiner Homepage schreibt: „Wir möchten samenfeste Sorten aus der Region für den Hausgarten erhalten sowie altbewährtes Wissen zur Kulturpflanzenvielfalt weitergegeben und durch neue praktische Erfahrungen und den persönlichen Austausch erneuern und erweitern.“ Und nicht zuletzt möchte die Arche „den Menschen die Freude am eigenen Garten und am nachhaltigen Gärtnern vermitteln“.

Ein Urahn aus Wipperfeld

Zu den älteren Pflanzen, die im Garten gehegt und vermehrt werden gehört der Rhabarber. Der Urahn eines Exemplars stand nachweislich schon 1917 in einem Garten in Wipperfeld. Zu vielen Pflanzen hat Gartenexpertin Frielingsdorf eine besondere Beziehung, denn sie stammen aus der eigenen Familie. Ihrer Mutter und auch die Großmutter hätten eigene Gärten gehegt und gepflegt. So habe sie sehr viel zur Gartenarche beitragen können.

Man müsse den Besuchern immer erklären, warum Gemüse und Obst nicht geerntet werden. Es handelt sich nämlich um einen sogenannten Erhaltungsgarten. Und obwohl die Sorten meist sehr robust und an das Bergische Klima und den hiesigen Boden angepasst sind, dürften einige nicht gehandelt werden – weil sie keine Zulassung haben. Die Zulassung sei auf industrielle Produktion, nicht aber auf Nachhaltigkeit und Bewahrung der Vielfalt ausgelegt, bedauert Frielingsdorf.

Wer sich den Garten einmal anschauen und sich über die Arbeit der Bergischen Gartenarche informieren will, kann das bei „Jrön und Jedön“ tun. Dort gibt es auch Samen der alten Sorten.

Eines ist beim Gärtner ganz besonders wichtig, verrät Expertin Frielingsdorf: Geduld. Nicht alles funktioniere auf Anhieb. Und bei aller Arbeit solle man den Garten auch genießen, mit allen Sinnen.


Gartenmarkt „Jrön und Jedön“

Am Wochenende 30./31. Mai findet im LVR-Freilichtmuseum wieder der Gartenmarkt „Jrön und Jedön“ statt. Und das bereits zum 20. Mal. Der Name ist Programm: „Jrön“ steht für das Grüne – insbesondere die Pflanzen im Garten – während „Jedön“ Zubehör, Deko und nützliche Dinge für den Garten bezeichnet.

Von 10 bis 18 Uhr präsentieren rund 100 Aussteller alles, was das Gärtnerherz begehrt: Von Zierpflanzen und Sommerblumen über Gemüsepflanzen und Saatgut bis zu Gartenmöbeln. Neu dabei ist Slowflower, das sind regionale, nachhaltige und giftfreie Schnittblumen. Es gibt die Pflanzentauschbörse und jede Menge Tomatensorten. Der Bienenzuchtverein ist ebenso dabei wie der Naturgarten und die Solawi vom Kremershof. Dazu gibt es Mitmachaktionen für Kinder und Beratung rund ums Gärtnern.

An der Museumskasse gibt es zurzeit Tütchen mit dem Regiosaatgut „Bergische Blumensamen“ zur kostenfreien Mitnahme.