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MedizinWarum sich Burscheids SPD für die Klinik-Pleite in Wermelskirchen interessiert

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Ein Rettungswagen (RTW) fährt aus der Notfall-Ambulanz-Garage des Opladener Remigius-Krankenhaus aus

Für die Notfallversorgung der Burscheider sind nicht nur die Krankenhäuser in Leverkusen – hier das Opladener Remigius-Krankenhaus – wichtig, sondern auch die Klinik in Wermelskirchen.

Ein Arbeitskreis soll den Fortgang des Verfahrens beobachten.

Die ungewisse Zukunft des Krankenhauses im benachbarten Wermelskirchen beschäftigt jetzt auch die SPD in Burscheid. Die Klinik hatte vorigen Oktober einen Insolvenzantrag gestellt. Seit 1. Februar läuft das Verfahren in Eigenverwaltung. Am 13. Juli hat der Wermelskirchener Stadtrat entschieden, die Klinik drei Jahre lang zu stützen. In dieser Zeit können bis zu neun Millionen Euro fließen. Die Trägerschaft des Hauses teilen sich die Stadt Wermelskirchen und der Rheinisch-Bergische Kreis.

Klar ist aber, dass die Klinik ohne eine Sanierung des Betriebs nicht überlebensfähig ist. Eine Übernahme durch das Klinikum Leverkusen ist seit voriger Woche vom Tisch; umso höher ist der Druck auf die Geschäftsführung unter Dietmar Stephan. Er taxierte die Überlebenschancen des Krankenhauses jüngst auf 75 bis 80 Prozent und hofft, das Insolvenzverfahren noch 2026 zu Ende bringen zu können. 

Im Notfall interessiert niemanden, ob das nächste Krankenhaus hinter einer Stadtgrenze liegt
Ralph Liebig, SPD-Vorsitzender

Diesen Prozess will Burscheids SPD mit einem Arbeitskreis begleiten, der am Mittwoch erstmals getagt hat. Dabei gehe es vor allem um eine Frage: „Wie kann eine wohnortnahe medizinische und notfallmedizinische Versorgung für Burscheid langfristig gesichert werden?“ Denn „im Notfall interessiert niemanden, ob das nächste Krankenhaus hinter einer Stadtgrenze liegt. Dann zählen kurze Wege, schnelle Hilfe und eine gute medizinische Versorgung“, so Burscheids SPD-Chef Ralph Liebig. „Deshalb wollen wir die Interessen der Burscheiderinnen und Burscheider in die weitere Diskussion einbringen.“

Der Arbeitskreis werde Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten, Fachleuten aus Medizin und Diagnostik sowie weiteren Beteiligten führen. Dabei soll unter anderem geklärt werden, welche Bedeutung das Krankenhaus konkret für Burscheider Patienten und die Notfallversorgung hat, welche medizinischen Angebote dauerhaft erhalten bleiben sollen und wie sich der Rheinisch-Bergische Kreis als Mitgesellschafter an der Zukunftssicherung beteiligt.

Klaus Nierhoff, Sprecher des Ortsvereins, weist auf die Labordiagnostik im Wermelskirchener Krankenhaus hin, die besonderes Vertrauen genieße. Es sei über Jahre durch gute Erfahrungen, persönliche Betreuung und verlässliche medizinische Arbeit entstanden. „Ein solches Angebot darf man nicht allein aus wirtschaftlicher Sicht betrachten. Entscheidend ist, was sein Fortbestand für die Versorgung der Menschen in unserer Region bedeutet.“