In Birmingham wird am Montag um Medaillen gekämpft. Der TSV Bayer 04 ist mit sieben Starterinnen vor Ort. Männer sind keine mit dabei.
LeichtathletikDiese sieben Leverkusenerinnen gehen bei der EM an den Start

Hofft auf eine Medaille: Siebenkämpferin Sophie Weißenberg
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Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im englischen Birmingham wird es vom Montag an ernst. Beim einwöchigen Höhepunkt des Jahres sind sieben Athletinnen des TSV Bayer 04 Leverkusen involviert. Der Verein stellt ein rein weibliches Team – Leverkusener Männer haben es nicht in die Auswahl des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) geschafft.
Im traditionsreichen Alexander-Stadium macht aus den Reihen des Vereins Ruth Hildebrand den Auftakt auf der großen europäischen Bühne. Im Dreisprung fällt bereits am ersten Wettkampftag die Entscheidung über die Vergabe der Medaillen. Die 21-jährige Leverkusenerin steigerte sich im Saisonverlauf auf eine Bestmarke von 13,92 Metern. Bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid belegte sie Rang drei. Zudem schnitt sie bei internationalen Meetings gut ab und qualifizierte sich so über das Ranking für die kontinentalen Titelkämpfe. Dort dürfte es jedoch schwierig werden, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten. Ein Finaleinzug wäre daher für Hildebrand ein großer Erfolg.
Tags darauf fällt die Entscheidung über 100 Meter Hürden der Frauen. Mit dabei: TSV-Sprinterin Franziska Schuster. Für sie ist die EM ein weiterer Meilenstein in ihrer Laufbahn. Mit 12,69 Sekunden ist sie bei den Deutschen Meisterschaften nicht nur zu Gold, sondern gleichsam ins internationale Rampenlicht gelaufen. Die 24-Jährige steigerte ihre Bestzeit gleich um 22 Hundertstel. Gleichwohl weht international ein deutlich schärferer Wind. Große Favoritin ist die Niederländerin Nadine Visser. Sie hat trotz zahlreicher Titel in der Halle und ihrer Weltklasse-Bestzeit von 12,28 Sekunden jedoch noch nie eine Einzelmedaille unter freiem Himmel gewonnen. Auch weitere Starterinnen waren in der laufenden Saison schon deutlich schneller als Schuster, für die dennoch mindestens ein Einzug ins Halbfinale herausspringen soll.
Marike Steinacker will ins Diskus-Finale
Am Freitagabend fällt die Entscheidung im Diskuswurf der Frauen. Im Finale mitmischen will TSV-Ass Marike Steinacker. Die 34-Jährige hat die geforderte EM-Norm sowohl in dieser Saison als auch bereits im vergangenen Jahr mehrfach bestätigt und reist mit ihrer Saisonbestweite von 66,55 Metern als Dritte der Meldeliste nach Birmingham. Auch auf olympischer Bühne überzeugte Steinacker schon. Bei den Spielen 2024 in Paris wurde sie Vierte. Nun möchte sie sich mit einem starken Qualifikationswurf den Einzug in das Finale sichern. Dort wird sich dann zeigen, wer der siebenmaligen Siegerin Sandra Elkasevic nachfolgt. Die Kroatin setzt aus, um sich auf die Vorbereitung auf die WM 2027 zu konzentrieren. Das bedeutet, dass es seit 2010 erstmals wieder eine neue Europameisterin geben wird. Die Chancen stehen gut, dass diese mit Jorinde van Klinken oder Alida van Daalen aus den Niederlanden kommt. Für Steinacker könnte bei perfektem Verlauf allerdings Edelmetall herausspringen.

Diskuswerferin Marike Steinacker
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Für Weitspringerin Imke Daalmann vom TSV Bayer 04 wird die Teilnahme an den Europameisterschaften eine Premiere sein, für sie gilt es vor allem, den Wettkampf auf solch einer großen Leichtathletik-Bühne zu genießen und noch einmal ihre im Juli aufgestellte Bestleistung (6,69 m) anzugreifen. Zu den zwei europäischen Athletinnen, die in dieser Saison bereits über sieben Meter gesprungen sind, gehört mit Titelverteidigerin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz; 7,05 m) eine Deutsche.
Sophie Weißenberg hofft auf Siebenkampf-Medaille
Eine der spannendsten Geschichten liefert Leverkusens Siebenkämpferin Sophie Weißenberg. Nach ihrem Achillessehnenriss 2024 bei den Olympischen Spielen feierte sie unlängst beim Mehrkampf-Meeting in Götzis ein beeindruckendes Comeback und stellte mit 6449 Punkten direkt eine persönliche Bestleistung auf. Mit dieser Leistung reist sie selbstbewusst nach Birmingham und gehört wieder zum Kreis der besten Mehrkämpferinnen Europas. Drei Jahre nach ihrem siebten Platz bei den Weltmeisterschaften 2023 möchte Weißenberg als Vierte der Meldeliste erneut um die vorderen Plätze kämpfen und zeigen, dass sie nach ihrer Verletzung wieder zur europäischen Spitze gehört. Springt eine Medaille heraus, wäre dies der vorläufige Höhepunkt eines beeindruckenden Comebacks.

Dreispringerin Ruth Hildebrand
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Die wohl überraschendste Nominierung war die von Mehrkämpferin Anna-Elisabeth Ehlers. Die U-23-Athletin wird nicht im Siebenkampf an den Start gehen, sondern das deutsche Team in einer ihrer Paradedisziplinen, dem Hochsprung, vertreten. Hier gelang ihr der Sprung in eine neue Dimension. Mit ihrer Bestmarke von 1,90 Meter erfüllte sie die erforderliche Bestätigungsnorm und rutschte durch das Ranking ins Starterinnenfeld. Auch für sie wäre eine Finalteilnahme sensationell. Annkathrin Hoven wird nach DM-Bronze über die 400 Meter auf einen Einsatz in der 4x400 Meter Staffel der Frauen hoffen. Hier soll es ins hochkarätige Finale gehen.
