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„Hype endet rasch“Matthäus äußert sich zu Baumgart-Aus – und zieht Köln-Vergleich

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TV-Experte Lothar Matthäus

TV-Experte Lothar Matthäus vor einem Bundesliga-Spiel. Das Baumgart-Aus in Berlin überrascht den 65-Jährigen nicht.

Steffen Baumgart ist nicht mehr bei Union Berlin. Von Lothar Matthäus kommt eine Bewertung der Absetzung. Gab es ein zerrüttetes Verhältnis zu Horst Heldt?

Union Berlin machte am späten Samstagabend eine wichtige Mitteilung: Der Verein trennt sich von Trainer Steffen Baumgart. Bis zum Ende der Spielzeit übernimmt Marie-Louise Eta, die zuvor die U19 trainierte, die Verantwortung.

Die Position der Berliner im Kampf gegen den Abstieg ist noch verhältnismäßig gut. Allerdings konnten aus den 14 Partien nach der Winterpause nur zwei gewonnen werden. Am Samstag erlitt das Team eine 1:3-Niederlage gegen den 1. FC Heidenheim, der als Tabellen-Schlusslicht geführt wird.

Das Verhältnis von Heldt und Baumgart: „Wenn sie kommunizierten, wurde es immer richtig laut“

Schon am nächsten Tag war die Trennung von Baumgart ein Thema in der Fernsehsendung „Sky90“. Lisa de Ruiter, eine Reporterin, die für den Bezahlsender über Union Berlin berichtet, sprach live von großen Konflikten. Diese sollen zwischen Baumgart und dem Geschäftsführer des Vereins, Horst Heldt, bestanden haben.

Der Coach und der Sport-Chef sollen zuletzt nur noch selten miteinander gesprochen haben. „Und wenn sie kommuniziert haben, dann wurde es immer richtig laut. Die beiden haben keinen gemeinsamen Nenner mehr gefunden“, sagte die Journalistin. Sie fügte hinzu: „Die Niederlage in Heidenheim und die Art und Weise, wie sie verloren haben, war dann der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.“

Dabei hatte Heldt den Kontrakt mit dem Coach erst im Januar ausgedehnt. Heldt hatte Baumgart bereits 2021 zum 1. FC Köln geholt, musste dann aber selbst gehen, nachdem der Abstieg nur knapp in der Relegation verhindert wurde. In den letzten Wochen hat sich die Beziehung zwischen den beiden Männern anscheinend verschlechtert.

Die Sky-Journalistin meldete aus Berlin, dass Baumgart von seiner Entlassung überrascht gewesen sei. „Ich habe Steffen Baumgart heute Morgen getroffen. Er ist um 10.48 Uhr zur Alten Försterei gekommen, um sich von der Mannschaft zu verabschieden, denn dazu hatte er gestern gar keine Gelegenheit mehr. Und ich konnte kurz mit ihm sprechen und man hat ihm den Schock schon angesehen. Das war nicht der Steffen Baumgart, den ich kennengelernt habe. Das war für ihn so, zu dem Zeitpunkt zumindest, nicht erwartbar.“

Lothar Matthäus war über die Entlassung des Trainers jedoch nicht erstaunt, wenn man die Ergebnisse der Rückrunde betrachtet. „Mich wundert, dass Baumgart überrascht war“, sagte der Rekordnationalspieler des DFB im Hinblick auf die schlechten Resultate im Jahr 2026.

Der TV-Fachmann beurteilt jedoch auch die Rolle von Heldt kritisch. „Ich kenne ja Horst Heldt seit langer Zeit, er hat viel Erfahrung, er hat viele Verbindungen in der Bundesliga, aber auch er muss Punkte sammeln, er muss die Mannschaft weiterentwickeln und das ist ihm und Baumgart in den letzten Monaten auf keinen Fall gelungen.“

Thema in der Sendung war außerdem der Werdegang von Baumgart. Er galt in Köln als „Kulttrainer“, hatte aber später beim Hamburger SV und bei Union Berlin weniger Erfolg.

Matthäus über Baumgart: „Auf einmal geht es bergab“

Matthäus merkte an, dass es auch am Ende seiner Zeit beim 1. FC Köln Probleme gab. „Er war eineinhalb Jahre gut, aber dann ist es irgendwann vorbei. Bei Union waren es jetzt auch gut eineinhalb Jahre. Der Hype ist dann immer schnell vorbei. Deswegen wurde ja auch der Vertrag im Januar noch verlängert und dann auf einmal geht es bergab“, lautete seine Einschätzung.

Um es genau zu sagen, war Baumgart circa zweieinhalb Jahre beim FC tätig. In der ersten Spielzeit gelang ihm mit dem Verein der Einzug in die Conference League. Im zweiten Jahr wurde das Saisonziel, der Klassenerhalt, sicher erreicht.

In der dritten Saison mit Baumgart war der Verein dann aber stark abstiegsgefährdet. Aus diesem Grund musste Baumgart kurz vor dem Weihnachtsfest den Verein verlassen. Unter seinem Nachfolger Timo Schultz konnte der Abstieg nicht mehr verhindert werden.

Anschließend übernahm Baumgart im Winter 2024 den Hanburger SV. Dort hielt sich Baumgart nur wenige Monate länger als bei Union Berlin. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.