In den türkischen Medien wird der Weltmeister von 2014 als Retter der ganzen Nation gehandelt. Er gilt als Kandidat für einen Top-Job.
Nach WM-DebakelMesut Özil winkt wohl nächster Karrieresprung

Mesut Özil (Mitte) besuchte gemeinsam mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan ein EM-Spiel der Türkei in Berlin im Jahr 2024. (Archivfoto)
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Nachdem die türkische Nationalmannschaft bei der WM 2026 ein Debakel erlebt hat, ist man am Bosporus nun auf der Suche nach einem Retter. Dabei soll Mesut Özil wohl eine Rolle hinter den Kulissen spielen.
Der Weltmeister von 2014 steht offenbar vor einem bemerkenswerten Comeback auf der großen Bühne. Der 37-Jährige, der seine aktive Karriere 2023 bei Istanbul Başakşehir beendet hat, gilt laut dem Journalisten Gürel Yurttaş vom türkischen Nachrichtensender Halk TV als einer der Top-Kandidaten für den Präsidentenposten. Auch das Schweizer Fußballportal „4-4-2.com“ berichtet, dass Özil als neuer „starker Mann“ des türkischen Fußballs im Gespräch sei.
Mesut Özil vor Comeback als TFF-Präsident?
Die Türkei war mit großen Ambitionen in die WM gestartet, versagte dann aber auf ganzer Linie. Dadurch wurden die Diskussionen über einen Führungswechsel weiter angeheizt. Trotz hochkarätiger Spieler wie Hakan Çalhanoğlu, Arda Güler und Kenan Yıldız waren die Mond-Sterne, so der Spitzname der türkischen Nationalelf, nach Niederlagen gegen Australien und Paraguay als erstes Team überhaupt ausgeschieden. Sowohl Nationaltrainer Vincenzo Montella als auch TFF-Präsident Ibrahim Ethem Haciosmanoğlu stehen unter Druck.

Mesut Özil lebt inzwischen in der Türkei.
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Einige Befürworter sehen in Özil eine charismatische Persönlichkeit mit einem internationalen Netzwerk. Sie sind überzeugt, dass er die Jugendförderung stärken und Talente aus der Diaspora besser einbinden könnte. Kritiker erinnern hingegen an seine Entscheidung, für Deutschland und nicht für die Türkei zu spielen, sowie an die anhaltenden Debatten über seine politische Nähe zur AKP.
Kann Mesut Özil den türkischen Fußball retten?
Im Laufe seiner Karriere hat Özil mehrere Kontroversen ausgelöst. Die größte war 2018 die Erdoğan-Affäre: Kurz vor der WM posierte er gemeinsam mit Ilkay Gündoğan für ein Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Das Foto löste in Deutschland massive Kritik aus, Özil trat anschließend aus der Nationalmannschaft zurück. Seine Nähe zu Erdoğan – er ist seit 2025 AKP-Vorstand – wird ebenfalls kritisch beäugt.
Insgesamt lief der gebürtige Gelsenkirchener 92-mal für die deutsche Nationalmannschaft auf. 2014 gewann der Mittelfeldspieler mit der DFB-Elf unter Bundestrainer Joachim Löw die WM in Brasilien. (mbr)
