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„Jetzt wollen es alle“Mohoric gewinnt Mailand-Sanremo mit einer Rad-Revolution

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Mohoric Siegerpose

Der Slowene Matej Mohoric jubelt beim Überfahren der Ziellinie.

Sanremo/Köln – Eine Sache war vor dem Rennen von Mailand nach Sanremo klar, dem ersten großen Frühjahrsklassiker der Saison am Samstag: Im Poggio, dem letzten giftigen Anstieg, dessen Kuppe sich 5,5 Kilometer vor dem Ziel auf der Via Roma erhebt, würden sich vor allem drei Favoriten zeigen: Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar aus Slowenien sowie die belgisch-niederländischen Klassiker-Größen Wout van Aert und Mathieu van der Poel, gemischt vielleicht mit ein paar bergfesten Überraschungen. Was also tun als Außenseiter?

Hilfsmittel aus der Welt des Mountainbikes

Matej Mohoric (27) aus Kranj in Slowenien erhielt einen Tipp aus seinem Team: Du bist ein guter Abfahrer, vielleicht der beste, habe man ihm gesagt, also lass uns doch was daran tun, dass du sogar noch schneller bergab fahren kannst. Ein Mittel war schnell gefunden, eines aus dem Bereich des Mountainbikens: eine superleichte absenkbare Sattelstütze, die auf Knopfdruck am Lenker hinunter aufs Sattelrohr gedrückt werden kann, was von Vorteil bei Abfahrten ist. Und auf Knopfdruck dank einer integrierten Feder wieder nach oben schnellt, auf die gewohnte Höhe für den Antrieb in der Ebene. Mohoric trainierte damit – und war überzeugt.

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Tatsächlich entwickelte sich das Rennen wie erwartet, Pogacar attackierte gleich vier Mal vergebens im Poggio. Hinter der Poggio-Kuppe kam dann der Moment des Radsport-Revolutionärs Mohoric. Attacke in der Abfahrt, Sattelstüze runter und hoch, je nach Bedarf, ein Abstand ergab sich, den das uneinige Verfolgerfeld bis zur Ziellinie nicht mehr schließen konnte.

Mohoric: „Jetzt wollen sich alle mit diesem Mittel ausstatten“

Es war der Triumph eines Plans, der Folgen haben dürfte: „Jetzt wollen sich alle mit diesem Mittel ausstatten“, sagt Mohoric, der sich als „Nervensäge“ des Radsports bezeichnet. Die französische Sportzeitung „L’Équipe“ spricht gar „von der Spielerei, die alles ändert“. Sieht ganz so aus.