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Bundesliga-KolumneVfB gelingt erneut das Comeback, Magath hat Hertha aufgeweckt

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Stuttgarts Tiago Tomas (r.) jubelt nach seinem Tor zum 3:2-Endstand gegen Augsburg mit Omar Marmoush.

KölnSpieltag 27 in der Bundesliga. Wir widmen uns dem Abstiegskampf, der sich weiter zuspitzt und an Spannung gewinnt. Und in dem es zahlreiche Nebengeräusche gibt.

Stuttgart auf Rang 14 und Bielefeld auf dem vorletzten Platz trennen seit  dem Wochenende nur ein Punkt und auch nur ein Tor. Der VfB, Arminia, Augsburg, Hertha BSC: Einer dieser Klubs wird am Ende neben Fürth direkt absteigen müssen, einer wird in der Relegation um den Klassenerhalt kämpfen. Den formschwächsten Eindruck hinterlässt in diesen Tagen die Arminia, den besten wohl der VfB.

Stuttgart hatten doch viele schon abgeschrieben, oder?

Bis Anfang März sprach sehr viel gegen den Traditionsklub. Woche für Woche war der VfB leer ausgegangen, viele Niederlagen waren in der Entstehung äußerst bitter. Das ging an die mentale Substanz. Doch der VfB richtete sich selbst auf und holte sieben Punkte aus den vergangenen drei Partien. Nach der wundersamen Aufholjagd gegen Borussia Mönchengladbach (3:2) folgten ein 1:1 bei Union und jetzt am Samstag erneut ein Spektakel mit dem besseren Ende für den VfB. Er drehte das Spiel gegen die bayerischen Schwaben aus Augsburg und gewann  3:2. 55000  feierten die Comeback-Könige. Für den scheidenden VfB-Boss Thomas Hitzlsperger ein „supergeiler“ Samstag, entsprechend emotional kommentierte er bei Twitter: „Einen im Tee und glücklich ohne Ende! Danke VfB für die letzten 6 Jahre. Für immer ein Dunkelroter!“

Hitzlsperger wird den Klub jetzt bereits Ende März verlassen, Alexander Wehrle tritt ab Montag die Nachfolge an.

Der langjährige Geschäftsführer des 1. FC Köln war  allerdings nicht in der Mercedes Benz Arena, er fieberte vor dem TV mit. Und das lag daran, da er am Samstagabend in Köln erneut feierlich verabschiedet wurde. Der frühere FC-Vizepräsident Markus Ritterbach hatte eine Abschiedsparty für Wehrle bei sich zu Hause organisiert, auch Fanklubs waren vor Ort. Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn verlieh Wehrle in „in Würdigung und Anerkennung seiner langjährigen Verdienste um den Kölner Karneval“ den Verdienstorden in Silber.

Neben dem VfB gab einen zweiten großen Gewinner: Hertha BSC. Und es zeigte sich, dass Felix Magath, der neue Trainer der „Alten Dame“, offenbar am besten im Bett ist.

Wir wollen jetzt aber auch nicht zu schlüpfrig werden, denn Magath konnte bei seiner Hertha-Premiere ebenfalls nicht im Stadion und auf der Trainerbank sein. Ein positiver Corona-Test zwang den 68-Jährigen in die Hotel-Isolation. Wie groß der Magath-Effekt schon ist, lässt sich schwer sagen. Fakt aber ist, dass sich Hertha gegen die so formstarken Hoffenheimer wie verwandelt präsentierte und unerwartet klar 3:0 gewann.

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„Oh, wie ist das schön“, skandierten die Fans von Hertha BSC, als sich Berlin erstmals in diesem Jahr wieder über einen Dreier freuen konnte. „Der neue Trainer hat immer den Vorteil, dass die Spieler erstmal glauben, dass der Neue ihnen den Erfolg bringen kann“, sagte Magath, der von Assistent Mark Fotheringham vertreten wurde. Der Schotte gab vor Ort den „Heißmacher“, aber „der Boss war immer dabei“, sagte Fotheringham. Magath sei aus dem Hotelzimmer zugeschaltet worden und „immer auf Ballhöhe“ gewesen.

Doch Ruhe ist bei Hertha BSC auch nach dem Sieg nicht eingekehrt. Der Mäzen meldete sich erneut zur Wort.

Es gibt Zoff zwischen Investor Lars Windhorst und Präsident Werner Gegenbauer. Windhorst, der 375 Millionen Euro in den Verein gesteckt hat, betonte bei „Bild-TV“, dass er „nicht mehr mit Herrn Gegenbauer zusammenarbeiten“ und mit „sofortiger Wirkung“ von seinem Amt im Beirat zurücktreten werde. Ihm sei klar geworden, dass der Präsident „nicht alles nur tut, um den Erfolg des Vereins herbeizuführen“. Es gehe vielmehr um „Machterhalt“, außerdem fielen Begriffe wie „Seilschaften“ und „Klüngelei“.

Der Verlierer des Spieltags ist neben Bielefeld, das in Mainz mit 0:4 unterging, natürlich der VfL Bochum. Und dafür war ein Chaot verantwortlich.

Der Becherwurf, der am Freitagabend in der 70. Minute beim Stand von 0:2 zum Abbruch der Partie gegen Gladbach führte, erhitzt die Gemüter und wird Folgen haben. Die Suche nach dem Täter läuft, der Kontrollausschuss ermittelt in mehrere Richtungen, harte Strafen stehen im Raum. Der VfL hofft darauf, dass der Schuldige zügig identifiziert wird. Der Verein hat einen Zeugen-Aufruf gestartet. Der  von einem Bierbecher am Kopf getroffene Schiedsrichterassistent Christian Gittelmann ist immerhin auf dem Weg der Besserung.