Sportlich läuft es beim Drittligisten hervorragend, doch das Budget ist überschaubar. Deshalb sucht Viktoria Köln einen Investor.
Holz-Stadion in Höhenberg?So ist der Stand bei Viktoria Kölns Investorensuche

Blick in den Höhenberger Sportpark
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Rein sportlich läuft es beeindruckend gut für den FC Viktoria Köln. Zuletzt gelang dem Höhenberger Drittligisten ein furioser 4:0-Heimsieg über Hansa Rostock, zuvor hatte die Mannschaft von Trainer Marian Wilhelm Preußen Münster im Sportpark mit 4:1 abgefertigt. Fünf Spiele, neun Punkte: Sollte die Viktoria ihre Form konservieren können, wird das oberste Saisonziel – 45 Zähler und der Klassenverbleib – schnell erreicht sein. Dann könnten sich die Rechtsrheinischen an höheren Zielen orientieren.
Fußballerisch hat sich die Viktoria mit einem jungen Team, einem attraktiven Spielstil und der klaren Handschrift von Trainer Wilhelm längst einen Namen gemacht. Höhenberg ist eine Talentschmiede – für Trainer und Spieler. Allerdings eine mit überschaubarem Budget. Sponsoren- und Ticketeinnahmen, TV-Gelder und Transfererlöse sowie die von Mäzen Franz-Josef Wernze hinterlassenen Rücklagen reichen kaum aus, um die bereits auf ein Minimum zusammengestrichenen Kosten zu decken. Deshalb ist die Viktoria seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem Investor, der bis zu 49 Prozent der Anteile an der Spielbetriebs-GmbH übernehmen soll.
Investorensuche ein komplizierter und langwieriger Prozess
„Wir sind ein schuldenfreier Drittligist, das gibt es zunächst nicht so oft. Wir haben ein erfolgreiches NLZ, mit dem wir uns bundesweit den Ruf als Ausbildungsverein erarbeitet haben. Wir haben eine klare Vereinsstrategie, die sich von der Jugend bis zu den Profis zieht“, hatte Geschäftsführer Axel Freisewinkel im Gespräch mit dieser Zeitung zu den Vorteilen der Viktoria gesagt. Dennoch ist die Akquise ein komplizierter und langwieriger Prozess.
Ein mit der Investorensuche beauftragter externer Berater hat am Sonntag öffentlich über das Business-Netzwerk Linkedin verkündet, dass seine Bemühungen gescheitert seien. Markus Bockelkamp, einst Fortuna Kölns Marketingchef unter dem legendären Präsidenten Jean Löring, erklärte, dass sein „ambitioniertes Projekt“ nach zweieinhalb Jahren ausgelaufen sei. Ihm sei es nicht gelungen, einen Nachfolger für den 2023 verstorbenen Geldgeber Wernze zu finden. Bockelkamp berichtet von konkreten Verhandlungen mit „diversen internationalen Investorenkonsortien“ und der Idee, die „Stadionruine“ Sportpark Höhenberg durch ein Holzstadion rund um die bestehende Haupttribüne auszubauen. Dies sei von der Kölner Lokalpolitik als „umsetzbare Diskussionsgrundlage“ erachtet worden.
Viktoria Köln nah dran an Einigung mit Investor
Viktorias Geschäftsführer Freisewinkel und Eric Bock betonen im Gespräch mit dieser Zeitung, dass lediglich Bockelkamps Bemühungen, einen Investor zu finden, ausgelaufen seien – nicht aber die des Vereins. Im Gegenteil: Man sei nah dran an einer Einigung mit einem Investor. „Wir sind in guten, konkreten Gesprächen“, sagt Freisewinkel. Bockelkamps Auftrag sei nur einer der Kanäle gewesen, „aber über den ist nichts Konkretes gekommen“.
Die Idee eines Holzstadions könnte auch Teil der Vereinbarung mit einem künftigen Investor sein. „In den Gesprächen ist das Thema Stadion immer der zweitwichtigste Punkt nach dem sportlichen Erfolg“, sagt Freisewinkel. „Es ist klar, dass uns ein Ausbau in vielen Bereichen enorm weiterhelfen würde.“ Doch die Viktoria selbst hat dafür kein Geld, auch die Kassen der Stadt Köln sind klamm – hier könnte ein Investor dem Klub unter die Arme greifen. Eine Einigung könnte in den kommenden Monaten erfolgen.
Am Dienstag ist Viktoria Köln zu Gast in Meppen
Mit frischem Geld würde die Viktoria in erster Linie infrastrukturelle Probleme angehen: den Ausbau des Stadions und die fehlenden Kabinen am Trainingsgelände in Brück. An der sportlichen Ausrichtung solle sich nichts ändern. „Wir sind darauf bedacht, einen Investor zu finden, der den Weg weitergehen will, den wir vor einiger Zeit eingeschlagen haben. Wir werden weiterhin auf junge Spieler setzen. Es wird keinen Rückfall geben, dass wir jetzt zehn gestandene Profis über 30 verpflichten“, sagt Freisewinkel.
Wichtig für die Investorensuche bleibt der sportliche Erfolg: Am Dienstag (19 Uhr) ist die Viktoria zu Gast beim SV Meppen, Köln will sich mit einem weiteren Sieg im oberen Tabellenbereich festsetzen.

