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Dritte LigaSo hat sich Viktoria Köln zum Aufstiegskandidaten entwickelt

Lesezeit 3 Minuten
Ein Fußballtrainer nimmt seinen Kapitän nach Spielschluss in den Arm.

Viktoria-Trainer Olaf Janßen (r.) kann wieder auf Mike Wunderlich (l.) setzen.

Die Mannschaft von Trainer Olaf Janßen nimmt mit der Partie am Samstag beim VfL Osnabrück den Spielbetrieb wieder auf. 

An die letzte Partie des FC Viktoria Köln in der Dritten Liga kann man sich kaum noch erinnern: Sie datiert vom 13. November, vor zwei Monaten siegten die Höhenberger im Heimspiel gegen Aufsteiger Bayreuth nach großem Kampf mit 2:1.

Es war der vierte Sieg in Folge, die Viktoria hat sich klammheimlich im Tableau nach oben geschlichen und liegt in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen. Gerade einmal vier Punkte Rückstand weist das Team von Olaf Janßen auf den Relegationsplatz auf.

Die Kölner müssen auf Jeremias Lorch und David Philipp verzichten

Der Trainer gibt sich vor dem Re-Start am Samstag (14 Uhr, Bremer Brücke) beim VfL Osnabrück zurückhaltend, freut sich aber, dass es nach der langen WM-Pause endlich wieder losgeht: „Es war schon eine ungewöhnliche Unterbrechung“, sagt der 56-Jährige, der am Wochenende personell beinahe aus dem Vollen schöpfen kann: Abgesehen von Jeremias Lorch (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) und David Philipp (Bluterguss in der Wade) stehen dem Coach sämtliche Fußballer zur Verfügung.

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Das führt aber auch dazu, dass der erfahrene Coach nicht umhinkommen wird, den einen oder anderen zu enttäuschen. „Das ist Teil unserer Arbeit“, bemerkt Janßen in der ihm eigenen Sachlichkeit. „Es können nur elf Leute spielen, wobei die Breite und Qualität unseres Kaders natürlich enorm wichtig ist.“

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Im einzigen Test des Winters, der auch die Generalprobe für die Begegnung beim VfL war, bezwang der FC Viktoria am Samstag Drittliga-Spitzenreiter SV Elversberg nach 1:3-Rückstand noch 5:3; gerade die zweite Halbzeit in dem über zweimal 60 Minuten ausgetragenen Match hatte Kölns Trainer Spaß bereitet: „Mit der zweiten Stunde war ich sehr zufrieden. Da hatten wir ein ganz anderes Tempo drin und haben unseren Gegner viel früher attackiert.“

Ob die Mannschaft aus Hälfte zwei, die den starken Saarländern vier Tore einschenkte und selbst kein weiteres mehr zuließ, auch an der stimmungsvollen Bremer Brücke starten darf, ließ Janßen offen: „Klar gibt es den ein oder anderen, der sich in den bisherigen 17 Spielen in den Vordergrund gespielt hat“, erklärt der gebürtige Krefelder. „Nach dem Abschlusstraining wird jeder wissen, ob er spielt oder nicht.“

Heimkehrer Mike Wunderlich steht wohl in der Startelf

Ein vielversprechender Kandidat für einen Platz in der Startelf ist Rückkehrer Mike Wunderlich: Gegen Elversberg glänzte der 36-Jährige mit präzisen Eckbällen und wohl getimten Freistößen; es spricht also einiges dafür, dass der Mittelfeldspieler in Osnabrück nach seinem eineinhalb Jahre währenden Aufenthalt in der Zweiten Liga beim 1. FC Kaiserslautern auf Anhieb wieder das Zepter schwingen wird in Viktorias Kreativ-Abteilung. Wobei sein alter und neuer Trainer nicht zu viel verraten möchte: „Mike macht körperlich einen guten Eindruck und zeigt, dass er spielen möchte. Aber natürlich muss auch alles passen“, erklärt Janßen.

Abwehrspieler Michael Schultz wechselt nun doch zu Viktoria Köln

Während die Höhenberger nah dran sind am Relegationsplatz, kämpft der traditionsreiche VfL am Samstag quasi um seine letzte Chance: Der Rückstand auf den dritten Rang beträgt bereits neun Punkte – Osnabrück ist zum Siegen verpflichtet. Janßen weiß offenbar, was ihn und seine Mannschaft bei den von Tobias Schweinsteiger betreuten Niedersachsen erwartet: „Unser Gegner braucht eine Serie, es wird der Teufel los sein.“

Im Vorverkauf konnte der Tabellenzehnte bereits 12 000 Tickets absetzen, Stimmung ist also garantiert.

Der über Wochen umworbene Innenverteidiger Michael Schultz von Eintracht Braunschweig, der dem FC Viktoria vor einigen Tag zunächst einen Korb gegeben hatte, wird nun doch zu den Kölnern wechseln. Die Parteien haben sich finanziell geeinigt, sollte die sportmedizinische Untersuchung am Donnerstag ohne Probleme verlaufen, unterzeichnet der Abwehrspieler einen Vertrag bis 2025. 

Voraussichtliche Aufstellung: FC Viktoria: Voll – Siebert, Dietz, Greger – Koronkiewicz, Saghiri, Sontheimer, Handle – Wunderlich – Becker, Meißner.

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