Angebot für mentale GesundheitQueere Jugendliche leiden sehr in der Pandemie

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Sam-Lias Schikatis (l.) und Rabea Maas bieten künftig eine Mental-Health-Gruppe an.

Köln – Die Beratungsstelle des queeren Jugendzentrums Anyway beobachtet einen massiven Anstieg der psychischen Probleme bei Jugendlichen. Die Anfragen in der Beratung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans und inter Jugendliche seien im vergangenen Jahr um fast ein Viertel gestiegen, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Neben den klassischen Themen wie geschlechtliche Identitätsfindung und Coming-out haben wir vermehrt auch Anfragen zu Einsamkeit, dem Gefühl des Abgehängtseins sowie Angst, Stress und Depressionen“, sagt Jugendberaterin Rabea Maas. Außerdem hätten die Fälle in der Corona-Krise auch in der Intensität zugenommen und die Berater und Beraterinnen müssten den Kontakt zu den Hilfesuchenden länger halten. Oft müssten sie die lange Wartezeit überbrücken, bis der oder die Betroffene einen Therapieplatz gefunden habe, heißt es weiter in der Mitteilung. Auch die Suche nach einem Therapeuten sei deutlich schwieriger geworden.

Fast die Hälfte leidet unter depressiven Verstimmungen

Expertinnen und Experten warnen schon lange davor, dass in der Corona-Pandemie besonders diejenigen Jugendlichen leiden, die zu einer vulnerablen Gruppe gehören und auf spezielle Anlaufstellen angewiesen sind. Bereits im November 2021 gab fast die Hälfte der Befragten in einer Umfrage des Anyway an, unter depressiven Verstimmungen und psychischen Erkrankungen zu leiden.

So können Sie helfen

wir helfen: damit in der Krise kein Kind vergessen wird

Mit unserer Aktion „wir helfen: damit in der Krise kein Kind vergessen wird“ bitten wir um Spenden für Projekte, die Kinder und Jugendliche wieder in eine Gemeinschaft aufnehmen, in der ihre Sorgen ernst genommen werden.  

Bislang sind 1.328.993,90 Euro (Stand: 27.09.2022) eingegangen.Die Spendenkonten lauten:„wir helfen – Der Unterstützungsverein von M. DuMont Schauberg e. V.“Kreissparkasse Köln, IBAN: DE03 3705 0299 0000 1621 55Sparkasse Köln-Bonn, IBAN: DE21 3705 0198 0022 2522 25

Mehr Informationen und Möglichkeiten zum Spenden unter www.wirhelfen-koeln.de.

Im Frühjahr 2021 teilten ungefähr ein Viertel in einer Onlinebefragung mit, dass sie aufgrund von Corona suizidale Gedanken hätten. Befragt wurden damals 296 Jugendliche und junge Erwachsenen im Alter von 14 bis 27 Jahren.

Das Anyway führt nun Gruppenberatungen zum Thema Mental Health ein. „Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden, haben wir die Beratungsangebote im Haus priorisiert“, sagt Geschäftsführer Jürgen Piper. „Uns ist es wichtig, zuerst für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in akuten Krisen da zu sein. Erst danach kommen andere Themen und Verpflichtungen.“ Generell seien viele Unterstützungsstrukturen für queere Menschen in der Corona-Pandemie erheblich unter Druck geraten. Auch das Anyway hatte letztes Jahr finanzielle Sorgen und bat öffentlichkeitswirksam um Spenden.

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Das Jugendzentrum wurde 1998 gegründet und richtet sich an Jugendliche aus der LSBTIQ-Community (lesbisch, schwul, bi, trans, inter und queer). Ein Treffpunkt ist das Café in der Nähe des Friesenplatzes. Seit September 2021 gibt es einen weiteren Standort in Mülheim.

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