Köln – Herr Schmeing, das Gürzenich-Orchester gibt am 1. Advent wieder ein Benefizkonzert. Wer hat es angeregt?
Patrick Schmeing: Ein solches Engagement war mein Wunsch, seit ich 2010 nach Köln kam. Das Gürzenich-Orchester wurde ja von Kölner Bürgern gegründet und wird von Kölnern getragen. Da liegt es nahe, in der Stadt nicht nur erstklassige Konzerte zu geben, sondern auch eine besondere Verantwortung wahrzunehmen. Die Musiker haben den Gedanken gerne aufgegriffen.
Patrick Schmeing (46), Diplom-Kaufmann, ist seit 2010 Geschäftsführender Direktor des Gürzenich-Orchesters, zuständig für Finanzen, Personal, Organisation und Marketing. Vorher arbeitete er in Leipzig als Marketingdirektor für das Gewandhausorchester und das Gewandhaus. (MK)
Die „Kölner Stadt-Anzeiger“-Aktion „wir helfen“ ist ja im Kölner Raum aktiv. Aber Sie wollen auch ein Projekt Ihres Sponsors Lufthansa unterstützen.
Schmeing: Die Lufthansa ist zwar seit 2010 Hauptsponsor des Gürzenich-Orchesters. Aber die „Lufthansa Help-Alliance“ wird ehrenamtlich von Lufthansa-Mitarbeiter getragen. Die sehen viel Not in der Welt und wollen helfen.
Wie entstand denn Ihr Kontakt zu „wir helfen“?
Schmeing: Mit dem gleichnamigen gemeinnützigen Verein der „Mitteldeutschen Zeitung“ haben wir 2013 bei unserem Benefizkonzert für Flutopfer in Sachsen gut zusammengearbeitet. Aber mir ist auch der Zweiklang wichtig : lokal-international. Denn im Gürzenich-Orchester spielen Musiker aus 13 Nationen. Und sie geben nicht nur in Köln Konzerte, sondern weltweit.
Für das Orchester ist die Matinee in der Philharmonie ein Dienst. Was unterscheidet denn ein Benefizkonzert von „normalen“ Konzerten?
Schmeing: Zeitpunkt, Programm und Besetzung. Wir spielen am 1. Advent, da sind die Leute zu Spenden aufgelegt. Und das Programm spricht viele an. Beethovens 7. Sinfonie ist ja ein „Hit“ und strahlt in die dunkle Jahreszeit. Spannend ist auch Tschaikowskys Violinkonzert. Es ist beliebt, aber sehr schwierig zu spielen. Umso mehr freuen wir uns auf die Stargeigerin Midori. Auch mit dem Dirigenten Michael Sanderling hat das Orchester schon gute Erfahrungen gemacht.
Suchen Sie für Ihr soziales Engagement ganz spezielle Projekte aus?
Schmeing: Wir wollen Kindern und Jugendlichen helfen. Das passt zum Gürzenich-Orchester mit seinem großen „Ohren auf!“-Programm ebenso wie zu dem Kölner Verein „wir helfen“. Und die Lufthansa-Mitarbeiter planen Jugendprojekte in West- oder Südafrika. Wir freuen uns über zwei so starke Partner für unser Charity-Event.
Wie hoch werden die Spenden ausfallen?
Schmeing: Unser Ziel ist es, mindestens zehn Euro pro Karte weitergeben zu können, insgesamt eine fünfstellige Summe.