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Kölner KarnevalLost Sisters und Deiters erfüllen Kids einen Traum

Lesezeit 3 Minuten
Bewohner und Betreuer der Brücker „KidS“-Wohnheime sind mit Kostümen in rot-weiß verkleidet und stehgen vor einer Wand der Deiters-Filiale in Frechen.

Bei der Anprobe in der Frechener Deiters-Filiale.

Unternehmen aus der Region beweisen die soziale Seite des Kölner Karnevals und ermöglichen Wohnheim-Kindern die Teilnahme am „Zoch“. 

Einmal Prinz zu sein, in der Bütt zu stehen oder als Tanzmariechen in vorderster Reihe — viele Kölner Kinder haben große und kleine Karnevalsträume. Für 31 Jungen und Mädchen der Kinder- und Jugendpädagogischen Einrichtung der Stadt Köln „KidS“ (früher: Kinderheime der Stadt Köln) wird am 11. Februar ein sehnlichster Wunsch in Erfüllung gehen, wenn sie als „Jecke Bröcker Kids“ beim Brücker Veedelszoch mitlaufen – umjubelt von bis zu 40.000 Jeckinnen und Jecken am Wegesrand.

Möglich gemacht haben das der Kölner Karnevalsverein „Lost Sisters“, die Deiters GmbH und andere Sponsoren aus der Region mit einem großen Herz für Kinder. „Deiters“ hat die Kinder und Jugendlichen samt ihren 19 Betreuerinnen und Betreuer der „KidS“-Wohnheime kostenlos mit Kostümen ausgestattet. Und die „Lost Sisters“ spenden das Wurfmaterial, unterstützt von der Brücker Bürgergemeinschaft und dem Wurfmateriallieferant „Krott“.

Wuselige Anprobe bei Deiters in Frechen

Am Samstag fuhr eine 32-köpfige „KidS“-Delegation aus Brück in die Deiters-Filiale nach Frechen, wo die aufregende und wuselige „Einkleidung“ über die Bühne ging. Jedes Kostüm war möglich, egal wie kostspielig, solange es ins Motto „Rut & Wiess“ passte. „Als ich Herbert Geiss vor Monaten auf die Idee ansprach, die Brücker Wohngruppen-Kinder bei ihrem Vorhaben zu unterstützen, ging es darum, vergünstigte Kostüme zur Verfügung zu stellen. Umso begeisterter war ich, als er am Samstag spontan alle Kosten übernahm“, sagt der erste Vorsitzende der „Lost Sisters“ Boris Becker – und fügt an: „Ich bin überwältigt von der Hilfsbereitschaft aller Beteiligten. Wir danken auch dem Busunternehmen E-Weinzierl, das die Kids von Brück hin und zurück befördert hat.“

Alles zum Thema Deiters

Viele unserer Kinder kommen aus sozial benachteiligten Elternhäusern. Jedes Extra, jedes tolle Erlebnis hilft ihnen dabei, positiv nach vorne zu schauen
Slvia Tabrizian, „KidS“-Wohnheime der Stadt Köln

Der bemerkenswerte Einsatz der Unternehmen aus Köln und Frechen ist bestes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement und unbürokratische, soziale Hilfe für Kinder, die sie brauchen. Die Mädchen und Jungen, die in den Wohngruppen von „KidS“ betreut werden, können phasenweise oder auf längere Sicht nicht mehr in ihren Familien versorgt werden. Die Ursachen sind so vielfältig wie das Leben.

„Kinder stark machen“ lautet die Devise der Kölner KidS-Wohngruppen

Manche Eltern sind überfordert, krank, geflohen, oder aus einem anderen Grund nicht in der Lage, ihre Kinder gut zu versorgen. „Kinder stark machen“ ist daher oberstes Ziel von„ KidS“. „Und was gibt ihnen mehr Selbstbewusstsein als zujubelnde Menschen?“, fragt Sylvia Tabrizian von „KidS “– „Viele unserer Kinder und Jugendlichen kommen aus sozial benachteiligten Elternhäusern, in denen Geld und Förderung allzu oft knapp sind. Jedes Extra, jedes tolle Erlebnis wie dieses, hilft ihnen dabei, positiv nach vorne zu schauen.“

Die „Lost Sisters“ unterstützen schon seit vielen Jahren – teils gemeinsam mit „wir helfen“ – die „KidS“-Wohnheime, haben etwa das riesige Piratenschiff auf dem Spielplatz der Wohngruppen in Brück finanziert, haben Sommerurlaube für die jungen Bewohner ermöglicht, und einem Mädchen ein Stipendium für eine Londoner Sprachschule. „Inzwischen hat sie ihren Bachelor, das freut mich ungemein“, sagt Becker, der überzeugt ist, dass die Teilnahme am Brücker Zoch ein Highlight im Leben der „KidS“-Kinder sein wird. „Das erste Mal mitzulaufen vergisst man nie. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an mein erstes Mal beim Rosenmontagszug denke.“

„Unser Anliegen ist natürlich, dass sich an Karneval viele verkleidete Jecken glücklich in den Armen liegen. Aber zu sehen, wie die Kinderaugen am Samstag leuchteten, das war 100 Mal mehr Freude“, sagt Deiters-Inhaber Herbert Geiss. Sein Unternehmen unterstützt regelmäßig soziale Projekte, stellt etwa dem Kölner Festkomitee und einzelnen Karnevalsgesellschaften Spenden für Hilfsaktionen zur Verfügung.


Und noch eine Spendenaktion der Lost Sisters

  • Gin trinken für den guten Zweck: Die Lost Sisters sind vermutlich der erste Karnevalsverein, der über einen eigenen Gin verfügt. Gemäß ihres Mottos „Feiern und Gutes tun“ präsentieren die karitativen Jecken gemeinsam mit dem Kölner Unternehmen „Gin de Cologne“ erstmals die auf 1.111 Flaschen festgelegte Edition „Lost Sisters Limited Dry Gin“ und verbinden damit soziale Verantwortung und erlesenen Gin-Genuss.
  • Zehn Euro jeder verkauften Flasche kommen „wir helfen“ und den KidS-Wohnheimen zugute.
  • Erhältlich ist der Gin online >> hier
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