Axa-Vorstand und Feuerwehrmann Kai Kuklinski erklärt, wieso Weihnachtsbäume so schnell brennen und wie man sich vor Feuer schützt.
Axa-Chef über Brände an Weihnachten„Man sollte immer einen Eimer Wasser in der Nähe haben“

Von Adventskränzen kann eine hohe Brandgefahr ausgehen
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Herr Kuklinski, neben Ihrer Tätigkeit als Vorstand bei der Axa-Versicherung, sind Sie auch seit 35 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr und warnen vor den Brandgefahren in der Weihnachtszeit. Was haben Sie bei Ihren Einsätzen erlebt?
Einprägsam sind natürlich solche Schadenereignisse, bei denen viel Hab und Gut zerstört wurde. Das Schlimmste ist immer, wenn Menschen zu Schaden kommen. Aber das habe ich persönlich in der Weihnachtszeit glücklicherweise noch nie erlebt. Ich hatte in der Tat aber schon mehrere Einsätze bei Haus- oder Wohnungsbränden, wo der Tannenbaum oder der Adventskranz der Auslöser waren.
Wie viele Schäden gibt es denn pro Jahr aufgrund dieser Ursachen?
Laut Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft waren es in der Vergangenheit zwischen 10 000 und 11 000 Fälle pro Jahr – glücklicherweise mit leicht abnehmender Tendenz. Im vergangenen Jahr waren es 7000. Ich denke, dass sich der Rückgang auch ein stückweit mit Corona erklären lässt. Die Menschen waren mehr zu Hause und konnten besser auf die Dinge achten.
„Es gibt viel brennbares Material“
Wie hoch ist denn der Durchschnitts-Schaden?
Er liegt bei 3700 Euro. Kränze oder Bäume sind als Auslöser deshalb so gefährlich, weil die Nadeln sehr dicht gewachsen sind, es gibt also viel brennbares Material. Zudem ist darin Harz gebunden, der sich bei einer Zündquelle sehr schnell erhitzt und verflüssigt. Kommt noch eine starke Trockenheit der Tanne hinzu, gibt es diese explosionsartige Entwicklung. Die Bäume brennen sehr schnell nieder und die Flammen springen auf das Umfeld über. Deswegen sind Prävention und Sensibilisierung sehr wichtig, denn ein solcher Brand kann bis zur Unbewohnbarkeit des Hauses bzw. der Wohnung führen.
Welche Fehler werden denn immer wieder gemacht?
Auslöser sind unbeaufsichtigte Kerzen oder nicht geprüfte Lichterketten (CE- oder CS-Siegel) oder auch andere Zündquellen, die Hitze entwickeln. Nach einer Entzündung geht es dann oft sehr schnell.
Wie sollte man sich im Brandfall verhalten?
Idealerweise sollte man einen Eimer Wasser, einen Feuerlöscher oder eine Feuerlöschdecke in der Nähe haben. Wenn der Baum in Flammen steht und sich starker Rauch entwickelt, schnell raus aus dem Raum und die Türe schließen, die Feuerwehr informieren und ihnen beim Eintreffen möglichst noch eine Einweisung geben. Wichtig als Präventionsmaßnahme sind auch Rauchmelder die eine Rauch- und ggf. auch Hitzentwicklung erfassen.
Welche Versicherung greift im Schadenfall?
Wenn der Brand in der eigenen Wohnung oder dem Haus stattfindet, greift die Hausratversicherung für das Hab und Gut. Ist das Gebäude beschädigt, ist das ein Fall für die Gebäudeversicherung. Wenn man bei Dritten einen Schaden verursacht, treten die Leistungen einer privaten Haftpflichtversicherung ein.
Auch Silvester kommt es immer wieder zu Bränden. Was raten Sie?
Feuerwerkskörper nicht in die Hände von Jugendlichen oder Kindern gelangen lassen bzw. die Alters- bzw. Nutzungsvorgaben beachten. Nur geprüftes Material verwenden und keine ungeprüften Importe. Um Verletzungen zu vermeiden, nie aus der Hand heraus zünden und nur auf ein freies Umfeld achten. Bei Raketen ist die Standfestigkeit extrem wichtig. Man sollte also die Flasche besser noch in einen Kasten stellen. In eng bebauten Wohngebieten möglichst brennbare Gegenstände auf Balkonen vermeiden und die Fenster schließen.
