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BilanzVolksbank Köln-Bonn macht mehr Gewinn

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Das Büro- und Verwaltungsgebäude der Volksbank Köln Bonn

Das Verwaltungsgebäude der Volksbank Köln Bonn: Das genossenschaftliche Institut legt eine überraschend solide Bilanz vor.

Die Bankkunden legen immer mehr Geld auf die hohe Kante. Jahresüberschuss und Kreditvolumen steigen - vor allem durch Baukredite.

In einer von multiplen Krisen geprägten Wirtschaftslandschaft hat die Volksbank Köln-Bonn eine überraschend solide Bilanz vorgelegt. Die Gewinne steigen ebenso wie die Geschäfte mit Depots und Baukrediten. Ein Überblick über Lage und Ausblick der genossenschaftlichen Bank.

Gewinnentwicklung

Der Jahresüberschuss der Volksbank Köln-Bonn legte deutlich um 6,5 Prozent auf 15,1 Millionen Euro zu, wie das genossenschaftliche Institut am Donnerstag schriftlich mitteilte. „Die positive Entwicklung aus den letzten Jahren konnten wir auch für 2025 fortschreiben, denn in unsicheren Zeiten wächst Vertrauen“, sagte Jürgen Pütz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Köln-Bonn gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Treiber dieser positiven Entwicklung seien 2025 vor allem Erträge aus dem Zinsüberschuss von mehr als 122 Millionen Euro gewesen sowie das Geschäft mit Wertpapieren und Fonds.

Wie haben die Kunden gespart?

Die politische Weltlage verunsicherte auch 2025 die Menschen in Deutschland und in der Region. Das führt laut Vorstand dazu, dass die Kunden der Volksbank Köln-Bonn im vergangenen Jahr bei längerfristigen Anlagen zurückhaltender agiert und stattdessen ihr Geld stärker in jederzeit verfügbare, kurzfristige Anlageformen umgeschichtet haben. Entsprechend legten die Sichteinlagen um knapp acht Prozent zu, während Termineinlagen und Sparbriefe im Zuge dieser Umschichtung weniger nachgefragt worden seien.

Insgesamt aber wuchsen - wie bei den meisten anderen Kölner Banken auch - die Kundeneinlagen insgesamt, in diesem Fall konkret um 100 Millionen Euro auf 5,6 Milliarden Euro. „Es zeigt sich wieder einmal, dass die Deutschen in unsicheren Zeiten mehr sparen“, sagt Vorstandschef Pütz. „Auch in unserer Kundschaft ist 2025 ein spürbarer Anstieg der Sparquote zu beobachten.“

Wie hat sich das Kreditgeschäft entwickelt?

Das bilanzielle Kreditvolumen des Köln/Bonner Geldhauses stieg im abgelaufenen Jahr um 3,5 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Immobilienfinanzierungen beliefen sich dabei auf 3,4 Milliarden Euro, Investitionskredite auf 1,2 Milliarden Euro. Die Volksbank Köln-Bonn hat ihre Wohnbaufinanzierung bilanziell um rund fünf Prozent gesteigert. Trotz gesamtwirtschaftlicher und politischer Herausforderungen haben sich den Angaben zufolge dabei die Belastungen aus Wertberichtigungen im Kreditgeschäft deutlich reduziert. Ähnlich hatten dies kürzlich auch Sparkasse Köln-Bonn und Kreissparkasse Köln berichtet.

Wie läuft es bei Aktien, Fonds und ETF?

Die Volksbank Köln-Bonn profitiert andererseits von einem bundesweiten Trend hin zur Anlage in Wertpapieren: 2025 legten rund 14,1 Millionen Anlegerinnen und Anleger in Deutschland Geld in Aktien an – mehr als je zuvor. So stieg das Volumen des Vermittlungsgeschäfts von Wertpapieren, Fonds und Inhaberschuldverschreibungen bei der Volksbank Köln Bonn um 8,2 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Das führt zu einem steigenden Provisionsergebnis. Der im Vergleich zu anderen Genossenschaftsbanken gute Vorjahreswert von 52,5 Millionen Euro konnte weiter auf 53,8 Millionen Euro gesteigert werden.

Wie entwickelt sich das Filialnetz?

Seit Jahren dünnen Banken ihre Filialnetze weiter aus. Die beiden Großsparkassen haben das vor wenigen Jahren gemacht, die Deutsche Bank schließt aktuell jede zweite Filiale in Köln. Die Volksbank hat zumindest eine Pause eingelegt, was die Niederlassungen angeht. „Im Jahr 2025 haben wir keine Filialen geschlossen. Die Zahl unserer personenbesetzten Standorte liegt unverändert bei 26 und ist damit gegenüber 2024 gleichgeblieben. Ergänzend dazu: In unserem Geschäftsgebiet betreiben wir insgesamt 102 reine Geldausgabeautomaten. Zusätzlich verfügen wir über 22 Selbstbedienungsstellen“, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage unserer Redaktion.

Fraglich ist allerdings, wie es im laufenden oder folgenden Jahr weitergeht. Auf die Frage, ob Filialschließungen angedacht sind, hieß es von der Volksbank: „Für 2026 planen wir Anpassungen und Weiterentwicklungen unseres Standortnetzes. Dazu gehören Investitionen, die wir umsetzen werden – insbesondere Sanierungen, moderne Umbauten sowie Konzeptanpassungen hin zu größeren, modernen Erlebnis-Centern.“ Unter Erlebnis-Centern versteht die Volksbank modernisierte Filialen, die als „Begegnungsstätten, regionale Treffpunkte und Eventlocations“ fungieren sollen.

Wie entwickelt sich die Kapitalausstattung?

Die Bilanzsumme der Bank - maßgebliches Kriterium zum Messen der Größe einer Bank - stieg um rund 2,4 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Die Eigenmittel beliefen sich laut Volksbank-Vorstand per 31. Dezember 2025 auf 678,8 Millionen Euro. Das stelle eine Steigerung um 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar.

„Mit einer Gesamtkapitalquote von 17,3 Prozent liegt die Volksbank Köln-Bonn nicht nur deutlich über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen, sondern auch oberhalb anderer Genossenschaftsbanken vergleichbarer Größe.“, so Finanzvorstand Volker Klein.