Der Gewinn der öffentlich-rechtlichen Bank ist wegen sinkender Zinsen leicht rückläufig. Eine Schließung von Niederlassungen ist gegen den Trend nicht geplant.
BankenmarktSparkasse Köln-Bonn will aktuell keine weiteren Filialen schließen

Pressegespräch zu den Bilanzzahlen 2025 und dem 200-jährigen Jubiläum der Sparkasse KölnBonn. Stellvertretendes Vorstandsmitglied Cathrin Dauven und Vorstandschef Ulrich Voigt.
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Die Sparkasse Köln-Bonn hält gegen den Trend in der deutschen Bankenlandschaft aktuell an ihrem Filialnetz fest. „Wir werden keine Filiale schließen“, sagte Vorstandschef Ulrich Voigt dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Donnerstag. Die knapp nach der Kreissparkasse zweitgrößte kommunale Sparkasse unterhält derzeit 42 Niederlassungen und desweiteren sieben mobile Filialbusse, die an diversen Stellen halten. Die bestehenden Filialen sind auch wochentäglich geöffnet, nicht nur an einzelnen Tagen wie bei Wettbewerbern. Auch das Netz von 343 Geldautomaten soll aufrechterhalten werden.
Erst 2024 hatte die Sparkasse Köln-Bonn ihr Netz von Geschäftsstellen drastisch reduziert. Jede dritte stationäre Filiale wurde geschlossen. Insgesamt handelte es sich um 22 Niederlassungen in den Gebieten der Städte Köln und Bonn. Die Sparkasse selbst sprach nicht von Schließung, sondern von „Umwandlung“. Sie setzt an den Stellen der bisherigen Filialen mobile Filialbusse ein.
Gewinn der Bank leicht rückläufig
Wie im Januar bekannt wurde, schließt die Deutsche Bank, größtes Kreditinstitut der Bundesrepublik, in Köln jede zweite Filiale. Auch die Commerzbank hat ihr Filialnetz in den vergangenen Jahren radikal verkleinert, um Kosten zu senken und der Digitalisierung Rechnung zu tragen. Von ehemals rund 1000 Standorten wurde die Zahl auf etwa 400 bis 450 reduziert, wobei viele Schließungen bereits 2021/2022 erfolgten.
Das vergangene Geschäftsjahr lief laut dem für Finanzen zuständigen stellvertretenden Vorstandsmitglied der Sparkasse Köln-Bonn, Cathrin Dauven, etwas schwächer als das Vorjahr . Der Bilanzgewinn liegt mit 36,6 Millionen Euro leicht unter dem Ergebnis des Vorjahres von 37,4 Millionen Euro. Für den Rückgang wird maßgeblich die leichte Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) verantwortlich gemacht. Der Zinsüberschuss sank um 40 Millionen Euro auf 540 Millionen. Der Provisionsüberschuss blieb fast unverändert bei 225 Millionen Euro. Personal- und Sachaufwand sind marginal gestiegen.
Auf dem Weg zur Großbank
Denn Depots und das Kreditgeschäft sind gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Das Depotvolumen der Sparkassenkunden stieg um 1,5 Milliarden Euro auf 21,7 Milliarden Euro. Etwa die Hälfte dieses Postens besteht aus Fonds, ETFs oder Vermögensverwaltungsprodukten, die andere Hälfte aus Aktien und festverzinslichen Wertpapieren. Das Kreditgeschäft legte um eine halbe Milliarde auf 22,3 Milliarden Euro zu.
Angesichts der multiplen Krisen legen die Sparer immer mehr auf die hohe Kante, um im Zweifelsfall gewappnet zu sein. So stieg die Summe der Einlagen, also Sparbücher, Termingelder und Sparkassenbriefe um 1,1 Milliarden Euro auf 24,4 Milliarden Euro. Das ist insofern beachtlich, da der aktuelle Sparzins je nach Anlageform bei der Sparkasse aktuell nur bei 0,75 bis 1,25 Prozent liegt. Da die Inflation bei 2,0 Prozent liegt findet also de facto beim Sparen eine Geldentwertung statt, was die Bankkunden allerdings nicht davon abhält, zu sparen.
Nun wächst erstmals seit Jahren wieder die Bilanzsumme der Sparkasse Köln-Bonn. Sie stieg von 28,1 auf 29,2 Milliarden Euro. Die Zahl ist besonders relevant, weil eine Bank ab einer Bilanzsumme von 30 Milliarden Euro als Großbank gilt, und direkt von der EZB beaufsichtigt wird. Darauf richtet sich die Sparkasse nun ein, nachdem sie seit Jahren bewusst nur langsam gewachsen war.
Denn die Großbankengrenze hat einen Haken. Die EZB-Aufsicht ist für Kreditinstitute wesentlich aufwendiger als eine reine Aufsicht durch die Bafin, wie sie für Sparkassen mittlerer Größe üblich ist. „Wir rechnen durch die neuen Gegebenheiten mit einem jährlichen Anstieg der Fixkosten von 15 Millionen Euro“, sagte Vorstandschef Voigt auf Nachfrage.
Aktuell ist die Sparkasse auf der Suche nach einem Vorstandsmitglied für das Privatkundengeschäft. Die frühere Amtsinhaberin Sonja Hausmann legte ihr Amt als Chefin des Privatkundengeschäfts bei der Sparkasse Köln-Bonn im Dezember überraschend nieder.

