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Digitale GesundheitsbrancheWie Köln vom Milliardengeschäft profitieren soll

3 min
Telemedizin

Tele-Notärztin

  1. Einer der Initiatoren ist bekannt für seine ambitionierten Projekte.
  2. Eine Knochenbruch-Innovation könnte eine besondere Erfolgsgeschichte werden.
  3. Nun sollen große Partner für die Initiative gewonnen werden.

Köln – Mehr als sieben Milliarden US-Dollar wurden im Jahr 2017 weltweit in die digitale Gesundheitsbranche investiert. Mit der Digitalisierung haben sich neue Therapieformen und vielversprechende Geschäftsmodelle entwickelt, von denen ein Großteil bislang jedoch vor allem im kalifornischen Silicon Valley entsteht. Der kürzlich gegründete Verein „Digital Health Germany“ hat sich nun zum Ziel gesetzt, den Köln-Bonner Raum langfristig als zentralen Standort mit nationaler Strahlkraft für die digitale Gesundheitsbranche zu etablieren.

Einer der Initiatoren der Idee ist Rudolf van Megen, Vorstandsvorsitzender von „Gimi“. Der Verein war auch an der Gründung des Insurlab Germany beteiligt, das seit 2017 in Köln innovative Lösungen für die Versicherungsbranche entwickelt und fördert. Nun soll sich die Region also zu einem der wichtigsten Zentren der deutschen Gesundheitswirtschaft entwickeln. Das Potenzial dafür liege auf der Hand, sagt Van Megen: „Im Umkreis von 50 Kilometern gibt es 6,6 Millionen Patienten. Hinzu kommt ein exzellentes Versorgungsnetzwerk mit renommierten Uni-Kliniken und eine schon jetzt starke Gesundheitsbranche.“

Keine Konkurrenz mit Berlin

Das ambitionierte Projekt aus dem Rheinland will keinesfalls in den Wettbewerb mit anderen deutschen Gründerregionen wie Berlin treten, betont Rudolf van Megen. Es gehe vielmehr darum, auf bereits starken Forschungsfelder noch weiter zu wachsen und das Netzwerk im Rheinland ohne Kopf-an-Kopf-Rennen mit anderen Regionen zu optimieren.

17 institutionelle Mitglieder haben sich „Digital Health Germany“ zur Gründung angeschlossen, darunter die Kölner Uniklinik und die städtischen Kliniken, die Stadt Köln – und fünf Start-ups, die an innovativen Therapien oder modernen Forschungsmethoden arbeiten.

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Die Boston Consulting Group (BCG) hat im Vorfeld der Vereinsgründung das Potenzial der Region für die Gesundheitswirtschaft in einer Studie analysiert und Maßnahmen definiert, damit der angestrebte Status als digitales Gesundheitszentrum tatsächlich erreicht wird. Die erste Maßnahme war die Gründung des Vereins als zentralem Netzwerk für die Gesundheitswirtschaft. Nun geht es auch darum, deren Branchenführer für Kooperationen zu begeistern. Rudolf van Megen versucht aktuell, weitere Mitglieder für Digital Health Germany zu gewinnen, 380 potenzielle Partner hat er schon kontaktiert.

Rimasys sitzt auf dem Biocampus Cologne

Als essenziellen Ausgangspunkt für den Erfolg des Projekts gilt laut der BCG-Studie der Durchbruch eines Start-ups aus der Region, das dessen Stärken genutzt hat. Einzelne Erfolge könnten zu einem „Leuchtturm-Projekt“ werden, heißt es in der Studie, und weitere Unternehmen und Investoren anziehen. Rimasys könnte eine solche Erfolgsgeschichte werden. Das 2016 gegründete Unternehmen mit Sitz auf dem Biocampus Cologne – ebenfalls Mitglied des neuen Vereins – hat eine Methode entwickelt, Leichenteilen von Körperspendern realitätsnahe Brüche zuzufügen. Anhand der Präparate trainieren Chirurgen die Behandlung von Knochenbrüchen.

Das ehemalige Studentenprojekt Rimasys der zwei Gründer Marc Ebinger und Robert Holz beschäftigt inzwischen zwölf Mitarbeiter und kooperiert mit Geräteherstellern. Solche technologiebasierten Gründungen sollen von Digital Health Germany künftig mit Hilfe eines Fonds noch stärker gefördert werden.