Abo

Geldanlage-StudieJeder dritte Kölner spart mehr als 250 Euro im Monat

4 min
Die Geldanlage in ETF ist vor allem bei jüngeren Sparern zunehmend beliebt.

Die Geldanlage in ETFs ist vor allem bei jüngeren Sparern zunehmend beliebt.

79 Prozent aller Befragten in Köln sparen. Das Interesse an Wertpapier-Sparplänen und ETFs steigt – insbesondere bei der Generation Z

Tages- und Festgeldkonten sind zwar weiterhin die beliebteste Sparform in Köln, Wertpapier-Sparpläne und hier insbesondere börsengehandelte Fonds, die sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs), gewinnen jedoch an Beliebtheit. Dies geht aus der zweiten Anlagestudie „So investiert Köln“ der Commerzbank hervor. Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Sozialforschungsinstitut Ipsos.

Demnach sind zwei Jahre nach der ersten Commerzbank-Anlagestudie weiterhin 56 Prozent in Köln, den Konjunktursorgen zum Trotz, mit der finanziellen Situation zufrieden. Insgesamt können 79 Prozent der Befragten regelmäßig oder unregelmäßig Geld zur Seite legen. In Köln dominieren dabei monatliche Sparbeträge von 250 Euro und mehr sowie 100 bis 250 Euro (30 Prozent). Bei der Auswahl der Geldanlage spielen der Umfrage zufolge Sicherheit (50 Prozent) und Kosten (39 Prozent) weiterhin die wichtigste Rolle. Mehr als jeder Zweite spart entsprechend auf einem Tages- oder Festgeldkonto, trotz geringer Verzinsung.

Sowohl in Köln als auch auf Bundesebene sind das Tagesgeld- oder Festgeldkonto sowie das Sparbuch die präferierte Sparform. Immer mehr erkennen aber auch die Vorteile von Wertpapieren. So investieren 22 Prozent der befragten Sparer zumindest gelegentlich in Wertpapiere. Knapp jeder Fünfte nutzt zudem regelmäßig Wertpapier-Sparpläne. „Das ist ein sehr erfreulicher Trend, den wir auch bei der Commerzbank beobachten. Gerade mit Blick auf die Altersvorsorge sehen wir ein deutlich gestiegenes Interesse an  Wertpapier-Sparplänen“, sagt Sven Bährens, Regionsleiter Private Kunden der Commerzbank für Köln.

Rücklagen und Altersvorsorge stehen im Fokus

Neben dem Wunsch, Rücklagen zu bilden (62 Prozent), ist die Vorsorge für das Alter eines der Hauptmotive der Menschen in Köln, um zu sparen. Für mehr als ein Drittel (44 Prozent) spielt das eine wichtige Rolle. Auch hier ist der Anteil noch einmal deutlich um acht Prozentpunkte gestiegen. 

Laut Studie besitzen aktuell 42 Prozent der Sparenden Wertpapiere wie Aktien, ETFs, Fonds oder Anleihen. Fonds im Depot sind in Köln dabei beliebter als im übrigen Bundesgebiet. Weitere beliebte Anlageformen sind Aktien (53 Prozent), Lebensversicherungen (33 Prozent) und ETFs bzw. ETCs (50 Prozent). Der Besitz von physischen Edelmetallen wie Goldmünzen oder -barren liegt bei 20 Prozent und damit drei Prozentpunkte unter dem bundesdeutschen Wert.

Generation Z geht voran – Frauen sind sicherheitsorientierter

Besonders die jüngere Generation Z (1997–2007) zeigt Interesse an Wertpapieren: 82 Prozent sparen, jeder Zweite dieser Altersgruppe besitzt bereits Wertpapiere. Die Generation Z ist zugleich offener gegenüber Anlageformen wie Kryptowährungen. Rund 40 Prozent der Wertpapierbesitzerinnen und -besitzer dieser Generation geben an, sich eine bis zwei Stunden pro Woche mit dem Thema Geldanlage zu beschäftigen. Zum Vergleich: In den anderen Generationen widmen rund 45 Prozent der Befragten dem Thema weniger als 30 Minuten wöchentlich. Die Gen Z zeigt damit ein deutlich höheres Engagement, das sich auch aufs Fachwissen auswirkt: Während jeder Zweite der jungen Erwachsenen angibt, sich bei Aktien gut auszukennen, sind das in der Gesamtbevölkerung nur 35 Prozent.

Zudem wird in der Studie deutlich, dass sich das Spar- und Anlageverhalten von Männern und Frauen weiterhin unterscheidet. So stehen bei Frauen die Themen Sicherheit und Verfügbarkeit noch stärker im Fokus. Während 59 Prozent der männlichen Sparer in Wertpapiere investieren, sind es bei den Frauen nur 40 Prozent. Wenn in Wertpapiere investiert wird, dann sind allerdings Fonds bei Frauen deutlich beliebter und werden von ihnen häufiger genutzt. 

Die größte Hemmschwelle, um in Wertpapiere zu investieren, bleibt das Wissen: Mehr als jeder Zweite (55 Prozent), der keine Wertpapiere besitzt, gibt als Grund an, sich mit der Anlageform nicht ausreichend auszukennen oder hält die Produkte für zu komplex. Und obwohl jeder zweite Befragte eine Anlageberatung für wichtig hält, nutzt sie nur ein geringer Teil (15 Prozent) der Bevölkerung. „Die Ergebnisse zeigen uns, wie wichtig es ist, den Zugang zur Finanzberatung zu erleichtern und das Verständnis für Wertpapieranlagen zu fördern“, betont Bährens. „Gerade in einer Zeit, in der Inflation und steigende Lebenshaltungskosten den finanziellen Spielraum belasten, sind moderne und flexible Anlagekonzepte gefragt.“

Zusammenfassend zeigt die Studie, dass viele Menschen in Köln erkannt haben, wie wichtig regelmäßiges Sparen und Anlegen, insbesondere für die Altersvorsorge, ist. Dabei hebt sich die Generation Z positiv hervor, da sie oft besser informiert und entsprechend aktiv ist. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Menschen zu unterstützen, damit sie die Chancen von Anlageformen wie Wertpapieren besser verstehen – denn auch kleine Beträge können langfristig eine große Wirkung entfalten“, so Bährens abschließend. Für diese Studie hat das Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos mehr als 3200 Menschen zu ihrem Spar- und Anlageverhalten befragt.